Bandsalat: Claw The Thin Ice, Hop Along, Medicine Bow, Oliver Houston, Robocobra Quartet, Superheaven, What Gives, Wild Animals

Claw The Thin Ice – „Exercise“ (Barely Regal Records/Get Into It Records) [Stream]
Nach zwei EP’s und einem Album legt Claw The Thin Ice aus Manchester/UK das mittlerweile zweite Album vor. Für meinen Geschmack ist das gute Stück mit insgesamt zehn Songs und 40 Minuten Spielzeit zwar etwas lang ausgefallen, aber der sonnenverwöhnte Emopunk von dieser verregneten Insel (hehe), der auch mal traurige Parts beinhaltet, geht schon klar. Gerade die erste Hälfte des Albums läuft mir super rein, Nocturnals  ist z.B. ein toller Song, den man auf dem nächsten Baggersee-Mixtape verbraten kann.


Hop Along – „Painted Shut“ (Saddle Creek) [Stereogum Stream]
Wenn melodische Gitarren zwischen Indie-Rock, etwas Emo und ein wenig Punkrock hin und herpendeln, dann kann fast gar nichts mehr schief gehen, wenn über diesen Mischmasch auch noch eine erstklassige Frauenstimme trällert. Super entspannt, gefühlvoll, kräftig, im geeigneten Moment aber auch schreiend und immer den richtigen Ton treffend, Gänsehaut inklusive, dennoch gewöhnungsbedürftig. Ach so, an der Gitarre ist übrigens Joe Reinhardt, den man von Algernon Cadwallader kennt. The Get Up Kids treffen auf Transvision Vamp oder so ähnlich, ich find’s super. Käsig, dass es auf der Bandcamp-Seite nur 3 Songs zum streamen gibt, ob der Stereogum-Stream noch funktioniert, müsst ihr mal testen. Wächst mit jedem Durchlauf!


Medicine Bow – „Vedauwoo“ (DIY) [Stream]
Die letzte EP des Quartetts aus Wyoming hatte es schon in sich, auch wenn das Coverartwork mit diesem an Kindergartenkunst erinnernden Tannenbaum eher abschreckend wirkte. Aus irgendeinem Grund hörte ich trotzdem rein und war sofort hin und weg. Und beim neuen Album Vedauwoo  ist das ähnlich: unscheinbares Coverartwork, aber dann komplett verblüfft:  hier bekommt ihr insgesamt neun Songs, die euch am Kragen packen, vorausgesetzt ihr könnt auf 90er Emo. The Van Pelt treffen auf Sunny Day Real Estate und machen nochmal schnell ’nen Abstecher zu Dinosaur Jr. und The Lapse. Hammergeil!


Oliver Houston – „The Dork Ages“ (Fawning Records) [Stream]
Wer zur Hölle ist Oliver Houston? Das fragte ich mich neulich, als ich diese vier Songs zufällig beim Bandcamp-Surfen entdeckte. Nach kurzer Recherche im Netz weiß ich nun, dass sich dieses aus Michigan stammende Trio aus Ex-Mitgliedern der Bands The Exploration, Merchant Ships und Midwest Pen Pals besteht. Die Jungs zaubern erstklassigen Twinkle Emocore der Marke Algernon Cadwallader, Snowing oder I Love Your Lifestyle aus dem Ärmel, die Gitarren erinnern mich auch noch ein wenig an das allererste Appleseed Cast-Album. Beim Titelsong kommt sogar ein Horn zum Einsatz! Das reinste Frühlingserwachen!


Robocobra Quartet – „Bomber“ (DIY) [Name Your Price Download]
Keine Ahnung, woran es liegt, aber diese EP find ich echt mal genial. V.a. die ersten beiden Songs haben es mir angetan. Falls ihr euch fragt, ob der Alte jetzt endgültig durchdreht, dann kann ich euch be(un)ruhigen:  manchmal kommt bei mir auch Jazz auf den Plattenteller. Daher klingt das, was das Robocobra Quartet hier fabriziert, nach meinem Geschmack echt mal frisch und originell. The Van Pelt, Fugazi, John Coltrane, The Lapse und Hip-Hop-Jazz-Tunes. Wenn ich mir bei dieser EP was wünschen könnte, dann wäre das die Ausradierung sämtlicher Free-Jazz-Passagen, denn Free-Jazz geht auch mir tierisch auf die Nerven.


Superheaven – „Ours Is Chrome“ (SideOneDummy) [Stream]
Ist das ’ne Brillenschlange auf dem Cover? Superheaven wären gern wie Nirvana, das weiss ich aus der Mainstream-Musikpresse, aber wenn man die Mucke hört und kein Intelligenzallergiker ist, merkt man das ja bereits bei der Namensgebung, und  klingen tun sie irgendwie dann logischerweise auch nach Nirvana. Bei der letzten Platte konnte ich mich zwischen „wischiwaschi alles schon mal dagewesen“ und „geilometer voll Neunziger“ nicht entscheiden, Ours Is Chrome  geht zwar in eine ähnliche Richtung, aber sie gefällt mir irgendwie um einiges besser. Zugegeben, nach zwei oder drei Durchläufen ist man schon ganz schön angefixt, wenn man auf 90er-Mucke á la Nirvana, Weezer oder Dinosaur Jr. abfährt. Die Gitarren grungen und haben dieses gewisse „etwas“, mit den Songtexten habe ich mich jetzt mal nicht so intensiv beschäftigt, nachdem ich aber ein interview mit der Band gelesen habe, würde ich das gerne demnächst machen. Der Fluch des mp3-Albums. Jedenfalls eine tolle Frühlingsplatte.


What Gives – „Selftitled“ (DIY) [Name Your Price Download]
Eine erste EP mit insgesamt vier Songs gibt es von What Gives aus Chicago auf die Ohren. Mich erinnert der Sound des Quartetts an eine Mischung aus den Get Up Kids, den Beach Boys und The Anniversary, gerade die Chöre mit female/male Vocals und die an manchen Stellen eingesetzten Keyboards finde ich ganz schön schnuffig. Holt euch das Ding zum Name Your Price-Tarif und beschallt damit den nächstbesten Baggersee.


Wild Animals – „First Songs“ (La Agonía de Vivir) [Name Your Price Download]
Gitarrenverliebten Emopunk bekommen wir von einem Trio namens Wild Animals aus Madrid geboten. Die Gitarren kriechen matschig, schräg und teilweise abartig verstimmt aus den Lautsprechern, trotzdem bleibt es aber schön melodisch. Gerade die Neunziger haben bei den Jungs ordentliche Spuren hinterlassen. Schöne EP zwischen Punk, Emo, Shoegaze und Indie.


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