Bandsalat: Brutal Youth, Nayru, Patrons, Powernap, Town Portal, Turnover, Tvivler, Woahnows

Brutal Youth – „Bottoming Out“ (Paper + Plastic Records) [Stream]
Bei Brutal Youth aus Toronto hört man vom ersten Ton an den Spaß und die Leidenschaft heraus. Auf der neuen EP der Jungs bekommt ihr fünf melodische und schnelle Oldschool-Punk/HC-Smasher zu hören, kurz und knackig, immer schön nach vorne und mit ’ner ordentlichen Kelle Rotz. Die Kanadier klingen dann wie eine Mischung aus frühen Nerve Agents, Kid Dynamite, Redemption 87 und Paint It Black. Get in the pit!


Nayru – „This Disease of Language“ (DIY) [Freier Download]
Schon das Recollections-Album der Emoviolence/Screamo-Band aus San Diego hinterließ bei mir einen tiefbleibenden Eindruck. V.a. die Vocals, die sich manchmal so anhörten, als würde man ein Tape bei gedrückter Playtaste ein weniggewalttätig vorwärtsspulen, fand ich sehr abgefahren. Diese Vocals finden sich auch auf dieser EP wieder, zudem gibt es auch ein paar Spoken Word-Passagen und einige nicht ganz so fies gebrüllte Schnappschildkröten-Vocals. Anhänger von Oldschool-Screamo sollten hier unbedingt vom freien Download Gebrauch machen.


Patrons – „The Momentary Effects of Sunlight“ (I Hate It Records) [Stream]
Die zweite EP der britischen Band könnte all jenen gefallen, die der Zeit nachtrauern, als Bands wie Thursday, Thrice, By A Thread oder The Hurt Process unterwegs waren. Die Jungs beherrschen perfekt das Wechselspiel zwischen laut/leise und der Sänger hat eine Stimme, die sowohl melodisch als auch kräftig rüberkommt. Hat da irgendwer gerade gesagt, dass diese Art Mucke ’nen langen Bart hat? Naja, was soll’s.


powernapPowernap – „Oreosmith“ (Klownhouse Records/Asian Man) [Video]
Mir persönlich gefielen die Sainte Catherines eigentlich nie besonders gut, aber ich kenne etliche Leute, die die Kanadier regelrecht vergöttern. Naja, vielleicht haben diejenigen nun Freude an diesen sechs melodischen Punkrock-Songs, bei denen kein geringerer als Sainte Catherines-Kopf Hugo Mudie mit seiner whiskygetränkten Stimme das Mikrofon zum Vibrieren bringt. Das Ding wird sicher seine Liebhaber finden, aber für meinen Geschmack sind manche Songs etwas zu lieblos zusammengeschustert. Der Opener Beautiful Day  gefällt mir gerade noch am Besten. Ach, und die Texte sind bei der CD-Version nur mit ’ner starken Lupe lesbar.


Town Portal – „The Occident“ (Subsuburban Recording Company/Small Pond) [Stream]
Diese Scheibe hätte ich aufgrund des gelungenen Artworks am liebsten auf Vinyl, auch wenn reine Instrumentalmusik nicht so mein Ding ist. Bei Town Portal stört mich das zwar nicht so sehr, aber mit dem passenden Gesang würde es mir bestimmt noch ein wenig besser reinlaufen. Ohne Gesang achtet man natürlich umso mehr auf die Instrumentierung und die  Songarrangements, welche natürlich sehr durchdacht und äußerst gelungen sind. Musikalisch bewegt sich das Trio zwischen Math, Prog, Noise, Emo, Post-Hardcore, etwas Metal und ein wenig Rock. Es gibt viel zu entdecken, mir gefällt’s jedenfalls.


Turnover – „Peripheral Vision“ (Run For Cover Records / ADA) [Stream]
Wunderschönen Indierock an der Schwelle zum Emorock und Dream Pop gibt’s auf dem zweiten Studioalbum der Band aus Virginia Beach zu hören. Diese Platte hat alles, wonach das verträumte Herz lechzt. Tolle Gitarrenparts, weiche Klangakkustik, professionelles Songwriting, wunderbar hymnische Melodien und über allem schwebt der gedankenverlorene und melancholische Gesang von Austin Getz. Das alles zusammen macht aus Peripheral Vision  ein sagenhaft umwerfendes Album, welches bereits jetzt das Zeug hat, in etlichen Best-Of-Listen des Jahres 2015 zu landen. Ich bin hin und weg.


Tvivler – „Negativ Psykologi #1“ (DIY) [Stream]
Auf der Debut-EP der Kopenhagener Band bekommt ihr es mit nach vorne gehendem Stop And Go Hardcore/Punk mit ein wenig Noise und Screamo-Einflüssen zu tun. Dabei zappelt es ganz schön wild, der Bass poltert wie blöde, die Gitarren wirbeln ohne Ende und der Schlagzeuger geht ab wie verrückt. Ach ja, und der Sänger brüllt und kreischt auf Dänisch, was man aber erst beim genaueren Hinhören bemerkt. Stellt euch vor, Bear Vs Shark würden auf Books Lie treffen, dazu gesellen sich Children Of Fall und frühe Lack. Ach ja, die Mitglieder von Tvivler wirken bzw. wirkten bei Town Portal, Obstacles und eben Lack mit. Tvivler bedeutet übrigens so viel wie Zweifler. Diese Band solltet ihr ohne Zweifel im Auge behalten. Ziemlich schnuffige Debut-EP!


Woahnows – „Understanding and Everything Else“ (Big Scary Monsters) [Stream]
Mit dieser Platte des Trios aus Plymouth/UK kann man den Sommer wirklich mal ertragen. Das Debutalbum der Jungs erfrischt euch mit insgesamt elf Songs an einem wirklich heißen Sommertag wie ein Sprung ins kühle Nass. Hier bekommt ihr Emo-Pop-Punk vom Feinsten. Schmissige Arrangements, erstklassige Melodien, verspielte Gitarren, die auch schon mal grungig werden und massig tolle Chöre erzeugen Hits wie am Fließband. Als Anspieltipps könnte man wirklich jeden der Songs empfehlen, falls ihr euch ein Bild machen wollt, dann schaut euch das Video zu Sounds Like Spitting an. Für alle empfehlenswert, die sich eine Mischung aus Algernon Cadwallader, den Get Up Kids und Cloud Nothings vorstellen können.


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