La Petite Mort/Little Death – „Dear Reader“ (DIY)

Kennt hier noch jemand die Rodgau Monotones? Diese Band kommt ebenso wie La Petite Mort/Little Death aus dem hessischen Rodgau, jedoch ist das wohl so ziemlich das einzige, was die beiden Bands miteinander verbindet, denn La Petite Mort/Little Death singen weder in hessischer Mundart, noch hat ihre Musik Bierzeltcharakter, obwohl sie problemlos in der Lage wäre, ein Bierzelt innerhalb weniger Sekunden in ein brodelndes Chaos zu verwandeln. Nun, La Petite Mort/Little Death bedeutet ja wortwörtlich übersetzt „der kleine Tod“, aber fragt man einen Französisch-Deutsch Dolmetscher nach einer Übersetzung, wird dieser mit leicht geröteter Gesichtsfarbe irgendetwas von Orgasmus nuscheln, denn die Franzosen umschreiben diesen -ähem- Zustand gerne mit diesen Worten, warum auch immer.

Jedenfalls ist mir die Band bisher völlig durch die Lappen gegangen, was natürlich absolut sträflich ist. Durch die Ankündigung des Lineups des kommenden Miss The Stars-Fest neugierig geworden, klickte ich gespannt auf den Bandcamp-Player und noch bevor das erste Lied zu Ende war, surrten die acht Songs auch schon durch die Datenautobahn auf meine Festplatte. Wahnsinn, ich bin gespannt, welches Label sich der Sache annimmt und das Ding auf Vinyl veröffentlicht.

Gleich bei den ersten Durchläufen wird klar, dass die Jungs mit Haut und Haaren bei der Sache sind. Die Gitarren rotieren flink, während sich der Sänger in höherer Tonlage bewegt, um kurz vor’m Kippen der Stimme mit kräftigem und heiserem Geschrei, das manchmal an einen jungen Dennis Lyxzén erinnert, den Songs das gewisse Etwas mitgibt. Hinzu kommt ein gewiefter Drummer, der dem Sound die richtige Power aufdrückt. Zwischen rasend schnelle Zappelpassagen passen auch immer wieder herrlich groovige Midtempo-Parts und vertrackte  Abschnitte, die sich langsam steigern, nur um im Anschluss daran noch mehr Energie frei zu setzen. Kann mir bildlich vorstellen, wie das live rüberkommt und wie die ein oder andere Meute derbe am Durchdrehen ist.  Und was der Hammer ist, die Stücke sind dazu noch richtig catchy, da bleibt kein Wunsch offen. Spannendes bzw. spannungsgeladenes Songwriting nennt man so was wohl. Mich erinnert der Sound des Trios in erster Linie an Bands wie At The Drive-In oder frühe Billy Talent (v.a. die Gitarren), vom Gesang kommen mir eher frühe Tidal, frühe Dance Of Days oder Refused in den Sinn, während manche Passagen wiederum klingen, als ob Captain Planet sich an Do Androids Dream Of Electric Sheep-Songs versuchen würden. Ich bin begeistert!

9/10

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