Dingleberry Records-Special: Lamantide, Uncle, Zeit

Lamantide – „Carnis Tempora: Abyssus“
Lamantide kommen aus Italien, genauer gesagt aus Cremona/Lombardei. Bandgründung war 2009 und vor diesem Release debuttierten die Italiener mit einer selbst releasten CD, die  mit 8 Songs ausgestattet war. Nun, rein optisch gesehen punktet die aktuelle Platte schon mal ordentlich: Alles in schwarz, weißer Aufdruck auf dem Cover, schwarze Innenhülle, Pentagramm auf dem Label. Die italienischen Texte sind abgedruckt, zudem liegt praktischerweise eine Übersetzung bei. Keine Ahnung, ob es noch andere Vinyl-Versionen gibt, aber bei der mir zugesendeten sieht der Kontrast zum Cover so dermaßen gut aus, dass ich einen kleinen Einschub machen muss, weil ich gerade ziemlich lange nach der Farbe gesucht habe, mit der man das Vinyl beschreiben könnte: zum letzten Kindergeburtstag bekam meine Tochter so ein Experimentier-Set, mit dem man selbst Urzeit- bzw. Salzkrebse züchten kann. Nachdem wir die Urzeit/Salzkrebs-Eier (widerwillig) in das mitgelieferte Experimentierbecken gekippt hatten, schlüpften auch schon nach zwei Tagen die ersten Salzkrebse. Übrigens, auf der Packung stand, dass man das Pulver nicht einehmen oder einatmen darf…wie gern wär ich doch Koks-Dealer, haha. Und ja, die Dinger haben in der ersten Entwicklungsstufe genau diese sagenhaft durchsichtige Farbe des Vinyls. Und wie das immer so mit Haustieren und Kindern ist: nach verlorenem Interesse füttert und beobachtet mittlerweile der tierliebe Papa die komischen Viecher. Lange Rede, kurzer Sinn: Vinyl sieht geil aus. Der Sound des Quartetts hat irgendwie was Okkultes, v.a. die abgeranzten Vocals (Cardo Cardo röchel) erinnern an blutrünstige Ork-Death-Metal-Zeremonien, auch dieses instrumentale Einsprengsel-Zwischenspiel weckt Erinnerungen an Veteranen wie Venom und Bathory. Die beteiligten Labels neben Dingleberry Records: Shove, Zegema Beach, Epidemic, Here And Now, Cave Canem, Icore, Frammenti Di Un Cuore Esploso, Blackfire.

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Uncle – „Digest To Survive“
Verpackung und Gestaltung der 7inch ist schonmal ansprechend: die Hülle besteht aus dickem, braunen Karton und ist schön bedruckt, dazu gibt es als Kontrast durchsichtiges und klares Vinyl, allerdings fehlt mir persönlich das Textblatt, denn bei dem Gebretter, das die Band da abliefert, hat man einige Probleme, die Vocals zu verstehen. Nun, Uncle kommen aus Kanada und bestehen nur aus zwei Leuten. Während Matt sich mit Bass und Geschrei verausgabt, verprügelt eine zierliche Frau namens Story das Drumkit nach Strich und Faden. Okay, zugegeben, das Intro hätte man sich sparen können, aber vielleicht wirkt das nachfolgende Massaker dadurch noch etwas brutaler. Uncle haben sich dem rohen Powerviolence/Grind verschrieben und hauen Dir ohne das Intro mitzurechnen insgesamt fünf kurze, dissonante und v.a. superschnelle Songs vor den Latz. Dabei wummert es ordentlich, so lass ich mir drum & bass gefallen. Frühe Napalm Death treffen auf Asshole Parade oder so. Ist live bestimmt die Wucht. Ach so, weitere beteiligte Labels: Get Better, Reality Is A Cult.

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Zeit – „The World Is Nothing“
Zeitlos schön anzusehen ist das Gatefold-Cover, in welchem diese Vinylscheibe verpackt ist. Anhand der Optik hätte ich niemals das erwartet, was mir beim Aufsetzen der Nadel ins Gesicht springt. Aber zurück zur Optik. Auf glattem Karton gedruckt liegt das Ding insgesamt sehr schwer in der Hand, dabei lässt das symbolträchtige Artwork mit seinen symmetrisch angeordneten und in Stein gemeißelten Köpfen – ganze zwölf Stück – viel Spielraum für Interpretationen. Auf der Innenseite sind alle Texte abgedruckt, welchen eine gewisse poetische Ader nicht abgesprochen werden kann. Insgesamt sind zehn Songs auf dem Debutalbum der Band aus Venedig zu hören, darunter eine Art instrumentaler Einschub. Ach so, die Band setzt sich aus Ex-Mitgliedern der Bands As The Sun, Anbruch und 400colpi zusammen, welche mir persönlich gänzlich unbekannt sind. Aber nun zu dem, was euch nach Aufsetzen der Plattennadel erwartet. Die Italiener liefern nämlich ein ziemlich brachiales Brett ab, das sich zwischen Hardcore, Metal, Noise, und krassem Math-Chaos einpendelt und live sicher ordentlich Dampf macht. V.a. der Drummer hat sich beim Touristen-Gondeln durch die Gegend schippern ordentlich Muskeln antrainiert, aber auch die Gitarre-Bass-Fraktion rudert in Zehnkämpfer-Manier, während der Sänger marktschreier-technisch keine Probleme hat, neue und gut betuchte Touristen zu rekrutieren. Gerade der zweite Song Weaving dürfte euch allen den Weg weisen: schnell gezockte Gitarren, die dazu noch chaotisch und dissonant frickeln und ein Schlagzeuger, der mit der Anschlag-Geschwindigkeit einer Industrie-Nähmaschine auf sein Drumkit einprügelt. Insgesamt neun Labels sind am Release beteiligt: Drug Using People Records, Assurd Records, Martire, 5FeetUnderRecords, Icore Produzioni, Cave Canem, Indelirium Records.

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