Descubriendo A Mr. Mime & Hurricäde – „Split 7inch“ (Dingleberry Records u.a.)

Zwei spanische Bands, die musikalisch ganz gut zueinander passen, geben sich auf dieser wunderschön anzusehenden Split 7inch die Ehre. Der braune, dicke Karton ist auf der Front- und Rückseite mit wundervollen Zeichnungen im Lexika-Stil besiebdruckt. Das Artwork stammt mal wieder vom hier schon öfters erwähnten Rodrigo Almanegra (u.a. We Never Learned To Live, Kishote, Boneflower), wie man im auf Briefpapier bedruckten Textblättchen erfährt. Beide Bands singen in ihrer Landessprache (Descubriendo A Mr. Mime auf Spanisch, Hurricäde auf Katalanisch), daher wären natürlich englische Übersetzungen noch ein Bonus gewesen, aber man kann nicht alles haben. Neben Dingleberry Records sind noch die Labels Krimskramz, Dog Knights Productions, Saltamarges und Caleiah am Release beteiligt.

Nun, auch wenn Front-und Backcover die Bandreihenfolge etwas widersprüchlich wiedergeben, kommen bei der Wahl der Vinylseite keine Zweifel auf, welche Band momentan oben liegt. Die Labels des durchsichtigen Vinyls sind nämlich ebenfalls mit emblemartigen Zeichnungen und den Anfangsbuchstaben der jeweiligen Band bedruckt. Ich geh jetzt einfach mal alphabetisch vor und beginne mit Descubriendo A Mr. Mime aus Madrid, von denen ich bisher noch keine Notiz genommen habe, obwohl die Jungs auch schon einige Jährchen auf dem Buckel haben (Gründung 2008) und schon etliche Veröffentlichungen vorweisen können. Die zwei Songs dieser 7inch machen mich jedenfalls neugierig auf das Zeug, das die Band bisher veröffentlicht hat. Geboten wird hier intensiver, emotionaler Hardcore/Screamo mit Post-Hardcore-Einschlag und dezenten Post-Rock-Einflüssen. V.a. die Gitarren haben es mir hier angetan, die kommen nämlich schön verspielt und abwechslungsreich um die Ecke. Das klingt dann nach einer Mischung aus frühen La Quiete, Standstill, frühen We Never Learned To Live, Louise Cyphre und Tristan Tzara. Gefällt mir außerordentlich gut, auch wenn beim Gesang etwas mehr Abwechslung nicht schlecht wäre.

Hurricäde hingegen sind mir sehr wohl bekannt, ihr 2014er Debutalbum Anachronisms feierte ich seinerzeit gebührend ab. Und auch diese zwei Songs hier zeigen, dass die Band aus Girona ihr Pulver lange noch nicht verschossen hat. Hoffentlich dient das Scheibchen hier als Appetitanreger für ein neues Album. Wie froh wäre ich, wenn da bald mal was nachfolgen würde. Geil produziert schrauben sich die Gitarren messerscharf ins Gehör, dazu kommt ein Schlagzeuger, der druckvoll und sicher in die Felle haut und dazu noch alle Rhythmen aus dem FF zu beherrschen scheint. Dazu gesellt sich ein Sänger, der neben derbem Geschrei auch schonmal ein paar Spoken Words einstreut, was die Sache noch abwechslungsreicher macht. Der Sound bewegt sich zwischen Post-Hardcore, etwas Noise und Math, Screamo, Emo und Post-Rock. Wahnsinn, das sind nur drei Leute, die hier diesen unglaublich dichten Sound fabrizieren. Vielleicht ist auch gerade das der Grund, warum man aus dieser Aufnahme den knarzigen Bass so schön raushören kann, hier scheint jedes Instrument gleichberechtigt zu sein. Alles in allem ist diese Split 7inch eine runde Sache, da solltet ihr schnell zuschlagen, um dieses auf 300 Stück limitierte Scheibchen zu ergattern.

8/10

Name Your Price Download / Dingleberry Records


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