A Hurricane’s Revenge – „Stumbling“ (Homebound Records)

Den ersten Durchlauf dieser CD gönnte ich mir am Morgen nach einem miefigen Neo-Crust-Konzert mit reichlich Öttinger-Bier und einer viel zu kurzen Nacht und einem ziemlich dicken Schädel. Erstaunlicherweise blieb einiges von der Mucke im Gehör hängen, obwohl ich noch extrem verkatert war und mir die Musik für meinen Geisteszustand zugegeben eigentlich etwas zu stressy war, zumal auch noch die Kinder ständig ihre Geschwisterkämpfe vor der Anlage austragen mussten. Das Ding lief dann trotzdem durch, weil ich zu faul war, zur Anlage zu gehen und die CD zu wechseln. Dass sich die Musik trotzdem im Gehör Zugang verschafft hat, merkte ich dann bei meinem zweiten Durchlauf, der ein paar Tage später im nüchternen Zustand erfolgte. Die vier Herren aus Trier sind nämlich ziemlich eingängig unterwegs und überzeugen mit mitreißenden Punkrock, der ab und an auch ein paar Hardcore- und Metal-Einflüsse vorweisen kann.

Nach zwei EP’s und dem Debutalbum Partially Ordered Relations folgt nun fünf Jahre nach dem Debut der Zweitling, der mit einer Spielzeit von 41 Minuten insgesamt zwölf Songs beinhaltet, die neben dem bereits erwähnten Ohrwurmpotential zudem noch schön abwechslungsreich und verdammt energiegeladen unterwegs sind. Wer die bisherigen Releases der Band schon auf dem Schirm hatte, wird sich auch mit der musikalischen Weiterentwicklung der Jungs anfreunden können. Wie schon erwähnt, sind die neuen Songs stellenweise härter ausgefallen, wie man es bisher von den Trierern gewohnt war, zudem merkt man, dass Abmischung und Technik im Jahr 2017 um einiges professioneller und ausgereifter klingen. Das bockt, das klingt schön druckvoll! Meiner Meinung nach steht der Band diese neue Seite außerordentlich gut zu Gesicht, auch wenn man in der Musik natürlich Parallelen zu Bands wie z.B. Hot Water Music, Brand New Unit oder neueren Boy Sets Fire ausmachen kann. Die Spielfreude, die man auf diesen Aufnahmen spürt, ist mal wieder ausschlaggebend, dass A Hurricane’s Revenge authentisch und sympathisch rüberkommen, so dass sich nach weiteren Hörrunden unweigerlich das Verlangen einstellt, die Band irgendwann demnächst mal live auf der Bühne zu sehen zu wollen.

Und jetzt wird es noch Zeit, diese Sache rumzutratschen, die ich eigentlich nur zum Besten geben kann, weil mich nach dem Stöbern in den lesenswerten Texten im CD-Booklet noch interessierte, was eigentlich im Pressewisch steht. Da erfährt man nämlich, dass Sänger Johannes seine kräftige Stimme u.a. mit Liveauftritten seines Soloprojekts Jawknee Music trainiert, mit welchem er bereits seit zwei Jahren quer durch Deutschlands Clubs tingelt. Könnt ihr ruhig auch mal antesten, wenn ihr schon dabei seid!

7.5/10

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