Deszcz – „Selftitled“ (Dingleberry Records u.a.)

Verdammt! Manchmal muss man nur mal den gesunden Menschenverstand einsetzen, wenn man nicht auf Anhieb den Bandschriftzug entziffern kann, was mir im Falle dieser Band aus Poznan/Polen nicht auf Anhieb gelang, wahrscheinlich aufgrund der für westliche Europäer ungewöhnlichen Buchstabenanreihung. Ein Blick auf den Plattenrücken präsentiert den Bandnamen nochmals deutlicher: Deszcz heißt die Band dieser drei jungen Herren aus Polen. Übersetzt bedeutet Deszcz übrigens soviel wie Regen (laut Internetzcz). Weil ich absolut ahnungslos war, wie dieses Wort wohl in der Landessprache ausgesprochen wird, hörte ich gespannt der Dame des Übersetzungsprogrammes zu und empfand, dass die Aussprache Ähnlichkeiten zum englisch ausgesprochenen Death aufweist, allerdings nicht mit th, sondern mit tsch, also [Dätsch].

Die 12inch liegt schön schwer in der Hand. Obwohl die schwarz-weiß bedruckte Hülle im dicken Karton kommt, finden sich im Inneren ein weiterer weißer Innenkarton inklusive Schutzhülle, das reichlich geschützte Vinyl ist ebenfalls von der schweren Sorte. Zudem liegt ein auf glatten und dicken Hochglanzkarton gedrucktes stabiles Textblatt bei. Einen Download-Code werdet ihr nicht brauchen, surft einfach irgendeine Bandcamp Seite der am Release beteiligten Labels an und holt euch den Name Your Price Download. Das Ding erscheint via diykolorecords, Black Wednesday Records, dullest records, N.I.C., Kajfasz03 und Dingleberry Records.

Meine Internet-Recherche über die Band brachte irgendwie keine brauchbaren Ergebnisse, ich vermute mal aufgrund der auf Bandcamp dargebotenen 2014-er EP mit dem Titel Rain Keeps Falling, dass es sich bei dieser 12inch um eine Art Re-Release handelt, da die sechs Songs dieser EP hier ebenfalls mit drauf sind, zudem sind zwei weitere Songs zu hören. Immer wieder geil, so unbehaftet und ohne weitere Infos eine Band zu erforschen, die einem bereits in den ersten Minuten ein fettes Grinsen in die Fresse zaubert. Denn Deszcz zeigen schon beim intro-artigen und sehr emotionalen Storm Is Coming, dass ziemlich bald ein heftiges Gewitter mit Sturm und Hagel über die heimische Anlage kommen wird. Und schwups, bereits beim zweiten Song Afterlife findet man sich in eben diesem angekündigten Sturm. Gnadenlos und brutal, trotzdem mit unterschwelligen Melodien. Wildes Getrommel, messerscharfe Gitarren, herzzerreißendes Gekeife. Wahnsinnig geil runtergezockt bekommt ihr ein tief emotionales Neo-Crust-Brett vor den Latz geknallt, das von vorn bis hinten fesselt. Dabei entdeckt man dann an manchen Stellen, dass sich der Sänger z.B. gerade beim Song Afterlife etwas nach Kuddel in der frühen Miozän-Phase anhört, während die tief gegrunzte Stimme ein wenig an den Sänger von New Day Rising erinnert und die Gitarren im doppelt rasant gespieltem Stil von Newborn/Bridge To Solace echt alles wegblasen. Dicke Empfehlung für alle Emo-Cruster unter euch.

8/10

Facebook / Bandcamp / Name Your Price Download / Dingleberry Records


 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.