Nerdcore Records-Special: Veuve S.S. & Drux

Veuve S.S. – „Descente E.P.“ (Nerdcore Records)
Dieses feine DIY-Release ist zwar schon im Jahr 2014 erschienen, aber trotzdem freute ich mich wie bolle, als ich das Ding neulich im fetten Promopaket der Labels Nerdcore, Apocaplexy und Phantomrecords entdeckte. Keine Ahnung, ob da noch genügend Restbestände dieses Scheibchens vorhanden sind, bei einer 200er-Auflage könnten die Dinger schnell mal weg sein, wenn die Band ihre Schneise durch die ranzigen Keller der Jugendzentren zieht. Nun, aber zurück zum Scheibchen: Die in düsterem Artwork daherkommende 7inch liegt nämlich extrem schwer in der Hand, zuerst denkt man, dass da eine Doppel 7inch drin wäre. Schüttelt man den Inhalt aus dem dicken Karton, dann staunt man nicht schlecht. Neben der einseitig bespielten 7inch, die auf der B-Seite einen schwarz-weißen Siebdruck hat, fällt einem ein zwar düsteres, aber edel gemachtes 42-seitiges Booklet vor die Füße, das vollgespickt mit kunstvollen Bildern, Grafiken und Zeichnungen ist. Natürlich kann man auch die Texte der Band aus Lyon/Frankreich nachlesen, eine deutsche Übersetzung der französischsprachigen Lyrics liegt ebenfalls bei, zudem erfährt man, wie das Release letztendlich zustande gekommen ist. Auf der 7inch befinden sich dann zwei Stücke, die nach viereinhalb Minuten auch schon wieder rum sind. Veuve S.S. machen jedenfalls keine Gefangenen, die Songs walzen über Dich weg, dass es eine pure Freude ist. Roh, wütend, lärmend: crustiges Geknüppel trifft auf das totale Noise-Hardcore-Inferno, matschige Gitarren, knüppelnde Drums, tiefergestimmter Bass, keifendes Wutgeschrei. Stellt euch eine musikalische Untermalung für den Sturm auf die Bastille vor, dann habt ihr’s ungefähr!
Bandcamp / Nerdcore Records


Drux & Veuve S.S. – „Split E.P.“ (Nerdcore Records)
Das schwarz-weiße Artwork dieser Split-7inch lässt schon vermuten, dass die beiden Bands keine cleanen Gesangsparts oder ruhigen Passagen in ihrem Sound verarbeitet haben. Das Faltcover dient auch gleichzeitig als Textblatt, das Vinyl schimmert blutrot vom Plattenteller. Auf der A-Seite sind die mir bis dato noch nicht unter die Ohren gekommenen Drux vertreten. Drux kommen aus Leipzig, die Texte sind auf Englisch und die beiden Songs dauern gerade mal etwas knapp über drei Minuten. Drux klingen sehr oldschoolig, da kommt so Zeugs wie Negative Approach oder Infest gepaart mit der Wut und Rotze der ersten Cro-Mags-Aufnahmen und des ranzigen Drecks von Discharge ins Gedächtnis, dazu schreit sich der Sänger in Wut und Rage während der Schlagzeuger sein Drumkit zerknüppelt, die Gitarren matschen und der Bass wie verrückt knödelt. Gefällt mir ziemlich gut, würde ich mir gern mal live anschauen. Veuve S.S. aus Lyon legen ebenfalls zwei brutale Hassbrocken aufs Parkett. Diesmal sind die französischen Texte zwar abgedruckt, eine Übersetzung fehlt aber. Egal, mein Französisch reicht aus, um zu erfassen, dass die Inhalte ebenso düster wie die Musik sind. In vier Minuten werden die zwei Stücke runtergeholzt, der pure Wahnsinn, richtig fies und dreckig!
Drux Bandcamp / Veuve S.S. Bandcamp / Nerdcore Records


 

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