Westkust – „Last Forever 12inch“ (Through Love Rec.)

Ob ich auf eine Band wie Westkust ohne das Engagement eines Herzblut-Labels wie Through Love Rec. jemals gestoßen wäre, bezweifle ich gründlich. Westkust kommen zwar aus Schweden, da wimmelt es ja vor göttlichen Bands, aber irgendwie ist man trotz Internet nicht nah genug am Untergrund dran, um alle Bands zu erfassen. Und das ganze Zeug, das auf Labels wie z.B. Run For Cover erscheint, kann man ja auch nicht ständig überwachen.

Nun, Last Forever erschien zwar ursprünglich auf dem schwedischen Label Luxury, die Platte kam aber auch auf Run For Cover unter das Volk. Davon bekam ich aber vorerst gar nix mit. Erstmals erfuhr ich von dieser Band, als Paul von Through Love Rec über das 2015er-Westkust Album schwärmte und dieses als eines seiner 2015-er Lieblingsalben bezeichnete. Und wenige Wochen nach dieser Bekanntmachung schneit hier die frisch gepresste 12inch ins Haus, auf welcher es auf der B-Seite sogar noch die Junk-EP zu hören gibt. Wie geil ist das denn?

Ziemlich geil, denn die Band interessierte mich beim digitalen reinhören überhaupt nicht. Vielleicht hatte ich damals einen schlechten Tag, zum jetzigen Zeitpunkt kann ich das nicht mehr nachvollziehen. Vielleicht liegt es aber auch aktuell daran, dass ich die Nachtruhe meiner Mitbewohner/innen berücksichtigte und die Scheibe ihre Runden drehte, während ich den Kopfhörer laut aufgedreht auf der Rübe hatte. Und plötzlich sieht alles ganz anders aus. Da hat man die Hülle in der Hand, die punkigen Fotos erinnern an eine Zeit, in der man selbst in Bands gespielt hat und solche vor jugendlicher Wildheit strotzenden Fotos ebenfalls den Schrank im Jugendzimmer verzierten.

Gleich der erste Song zaubert Dir ein Lächeln ins Gesicht, die Gitarren flirren Shoegazer-mäßig vor sich hin, The Cure und Lush schielen ständig um die Ecke. The Cure wegen den gefühlvoll gespielten Gitarren, Lush wegen dem unter die Haut gehenden weiblichen Gesang. Swirl ist dann auch einer der eingängigsten Songs des Albums, das Ding möchte man laut aufgedreht hören, wenn man mit offenem Fenster im Auto durch die Nacht rauscht. Das soll nicht heißen, dass der Rest nicht minder eingängig wäre. Songs wie Dishwasher, Weekends oder Jonna brennen sich nach wenigen Durchläufen bereits ins Gehör, während andere Stücke wie Another Day oder Summer 3D ein paar mehr Runden brauchen, bis sie angekommen sind. Stellt euch einfach mal ’ne Mischung aus den bereits erwähnten Bands und neuerem Zeug wie Pity Sex, Mumrunner und If They Ask, Tell Them We’re Dead mit einem Schuss eintöniger Auswegslosigkeit der Smiths vor, dann wisst ihr ungefähr, was euch erwartet.

8/10

Facebook / Bandcamp / Through Love Rec.


 

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