Bandsalat: Bängks, Beast Jesus, CBRS, Grand-Pop, Hyenas, Landlines, Vena Amoris, We Are H

Bängks – „Mirror“ (lala Schallplatten) [Stream]
Ha, mit Infos wie „die Mitglieder spielten schon in Bands wie Tupamaros, Lockjaw oder Nixion Golden mit“ kann man mich natürlich locken, auch wenn Bängks jetzt nicht so sehr in die Tupamaros-Ecke gehen, sondern eher noch etwas softer bzw. indielastiger als Lockjaw oder Nixion Golden klingen, trotzdem sind die Emo-Referenzen nicht von der Hand zu weisen, beim Opener hat man z.B. Bands wie neuere Thursday im Sinn. Die Gitarren umschmeicheln Dich spielerisch, die gegenspielenden Basslines kommen auch super auf den Punkt, dazu brennen sich die eindringlichen Gesangsmelodien unweigerlich in den Gehörgang. Und wenn dann im letzten Drittel von All My Life auch noch ein bisschen vertracktes Drumming zu hören ist, dann kommt der Punkbackground wieder in den Sinn, bevor es mit Passing Lines richtig geil poppig wird, so dass man an Acts wie Naomi oder The Whitest Boy Alive erinnert wird. Und nach dem vierten Song gibt es noch drei Remixe, zwei davon eben vom Song Passing Lines. Wenn Electro-Zeugs, dann sowas! Sehr schön!


Beast Jesus – „Eros Obfuscate“ (Diagnostic Records) [Name Your Price Download]
Das Albumartwork ignoriere ich jetzt mal ebenso, wie die fast zweiminütige Anfangssequenz, mit der man auch bei einem weiteren Teil von „Der Hobbit“ Bilder des Auenlands untermalen könnte. Was anschließend in den restlichen 14 verbleibenden Minuten des Songs passiert, lässt jedoch interessiert aufhorchen. Der Song beseht aus mehreren Teilen, da wird man von verträumtem Post-Rock fortgetragen, nur um im nächsten Moment von wildgewordenen Frickel-Math-Core und Blackmetal-Parts mit Screamo-Gekeife an die Wand gedrückt zu werden. Aber lange nicht genug, denn es kommen noch hochmelodische Shoegazer-Gitarren zum Vorschein und ein Noisegewitter darf natürlich auch nicht fehlen. Ihr fragt euch, ob so ein Mischmasch der Genres miteinander harmonieren kann? Durchaus! Überzeugt euch selbst und hört mal rein, was die Band aus Manila so draufhat.


CBRS – „Selftitled“ (Palma Records) [Stream]
Bandcamp-Surfen macht manchmal so richtig Spaß, v.a., wenn man solche Releases wie dieses hier entdeckt. CBRS kommen aus Ecuador und nach einer eher unspektakulären Demo dürften die fünf Songs dieser EP genau den Geschmack etlicher Screamo-Shoegazer treffen. Die Gitarren schwirren um die Ohren, der Sänger schreit sich den Hals blutig, zudem ist noch ein fähiger Schlagzeuger mit an Bord. Was will man mehr. Zwischen vertäumter Leere und emotionaler Schwere kommen Melodien ans Tageslicht, die das Zeug dazu haben, Dich in den Wahnsinn zu treiben.


Grand-Pop – „Eight Nights“ (Discos Finu) [Name Your Price Download]
Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist diese Veröffentlichung eigentlich an acht Abenden in den Jahren 2012-2013 entstanden. Damals trafen sich drei Freunde aus Bristol/UK, um ein wenig Songwriting zu betreiben, so dass das Grundgerüst der acht Songs schonmal stand. Nach einem kleinen Zeitsprung von drei Jahren trafen sich unsere drei Freunde wieder, um die acht Songs aufzunehmen. Die Songs wurden an acht Abenden zwischen den Jahren 2015 und 2016 eingespielt, so dass sich der Albumtitel langsam erklärt. Wahnsinn, nur acht Abende. Und das ist auch der Grund, warum sich Eight Nights so verdammt frisch und authentisch anhört. Geboten wird emotionaler Punkrock mit dezenten Midwest-Emo, Pop-Punk und College-Rock-Einflüssen, der einen auf Anhieb am Schlawittchen packen kann. Als Anspieltipps eignen sich besonders das midtempolastige Nervous Nelly oder das vertrackt bis treibend abgehende High Hopes. Dürfte Leuten gefallen, die auch Weezer, Superchunk und The Promise Ring-Platten im Schrank stehen haben.


Hyenas – „Deadweight“ (Pelagic Records) [Stream]
Die Hyenas aus Nürnberg haben mich live schon wiederholt ziemlich vom Hocker gehauen, v.a. der Schlagzeuger hat echt ’nen Sparren ab. Der Typ verprügelt sein Drumset mit einem verdammt irren Blick, das muss man einfach mal gesehen haben. Die vier Jungs bolzen auf diesen elf Songs eine groovige Mischung aus Hardcore, Metal, Post-HC, Noise und Punk runter, dabei dominiert vertracktes Gehacke und brachiale Disharmonie, Melodien finden sich selten, auch wenn ab und zu wie z.B. bei Verminious auch mal ein fast eingängiger Refrain die Sache etwas auflockert oder bei Displaced sogar mal auf das Schlagzeug verzichtet wird. Die Songs sind schön dick gemastert und nach ein paar Durchläufen kommt auch so ein gewisser Wiedererkennungseffekt ans Tageslicht, aber irgendwie fehlt hier etwas die Abwechslung, zudem packen mich die Songs auf Albumlänge bei weitem nicht so, wie eine dieser energiegeladenen Shows, welchen ich schon beiwohnen durfte und die ich euch dringend als Ausgehtipp empfehlen kann, falls die Jungs mal bei euch um die Ecke zocken sollten.


Landlines – „Blue“ (DIY) [Name Your Price Download]
Die niederländische Band Landlines hat bereits eine Demo, ein Album und eine Split draußen, jetzt folgt mit Blue eine 4-Song-EP. Die Jungs sind seit 2012 unterwegs und vielleicht hat sie ja irgendjemand von euch bereits live gesehen, denn sie tourten immer wieder ausgiebig durch Europa. Vom Sound her wird rauer, aber melodischer Punkrock mit etwas Emo rausgehauen, da kommen natürlich Bands wie Leatherface, Hot Water Music oder Samiam in den Sinn. Live ist das sicherlich ganz nett anzuschauen. Schaut doch mal das Video zu Rock Bottom an und zippt euch kurz die 4-Song-EP auf die Festplatte.


Vena Amoris – „Lucidity“ (DIY) [Name Your Price Download]
Beim Bandcamp-Surfen entdeckt und sofort angefixt gewesen: diese EP der noch ziemlich frischen Band Vena Amoris aus Dundee/UK bringt euch vier Songs zu Ohren, die schön sphärisch zwischen Post-Hardcore und Post-Rock wandeln. Irgendwie scheinen die vier Jungs in ihrer eigenen Traumwelt zu leben, denn der Sound hat irgendwas eigenbrötlerisches an sich. Gerade bei Silver erwartet man dieses Schlagzeuggehacke im letzten Drittel des Songs überhaupt nicht. Einzig der Sound könnte etwas besser abgemischt sein, das Schlagzeug klingt ein wenig schwach auf der Brust. Der Sänger beherrscht übrigens perfekt diesen Heulgesang, vermutlich werden als Referenzen hier auch deshalb die Deftones genannt. Und mit Thrice, Hopesfall und Rinoa werden weitere Bands erwähnt, deren Fans auch die Musik von Vena Amoris mögen könnten. Hört mal rein!


We Are H – „Through heights and depths I told you behold the stars will follow“ (DIY) [Stream]
Die Debut-EP dieser neuen Band aus Leverkusen kann man schwer in Schubladen einordnen, denn die drei Herren machen einen eigensinnigen Sound, der sich aus verschiedenen Genres bedient. Die Einflüsse reichen dabei von Punk über Hardcore, von Post-HC/Post-Punk über Noise und von Stop’n’Go-HC bis zu Metal, selten schleichen sich auch Post-Rock-Klänge in den Sound ein. Dabei kann es durchaus sein, dass man völlig unerwartet von einem stampfenden und böse keifenden Mosh-Part überrascht wird. Und nicht nur die Musik ist stimmig, auch das Artwork ist mit einem richtigen Kunstwerk ausgestattet, das würde natürlich in 12inch-Format sicher noch mehr wirken.


 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.