Svalbard – „Discography 2012-2014“ (Through Love Rec.)

Für Leute, die die aus Bristol stammende Band Svalbard erst mit dem sensationellen Debut One Day All This Will End kennen gelernt haben, ist diese Veröffentlichung sicher genauso interessant wie für langjährige Fans. Denn an den ein oder anderen Tonträger dürften nicht alle rangekommen sein. Dank der Zusammenarbeit der Labels Through Love Rec., Halo Of Flies und Holy Roar ist es nun möglich, die Songs der Debut 7inch Gone Tomorrow, der Flightless Birds-7inch, der Split 12inch mit Pariso und einem Victims-Cover, das auf der Cover Buzz-4-way-7inch erschienen ist, allesamt an einem Ort vereint zu haben. Dazu ist die Doppel-12inch ein richtig schönes schweres Ding und die mir vorliegende Version sieht mit dem schwarz-weiß verschmolzenen Vinyl einfach nur hammergeil aus. Die Texte sind auch übersichtlich gestaltet und in großer Schrift zu lesen, zudem wirkt das düstere Albumartwork im LP-Format schön bedrohlich.

Die Anordnung der Songs ist ebenfalls interessant, man „arbeitet“ sich durch das Schaffen der Band beginnend bei den neuesten Songs aus dem Jahr 2014 chronologisch absteigend bis zum Jahr 2012. Dadurch ist es möglich, die Entwicklung zu dem, was Svalbard heute sind, etwas nachzuvollziehen. Zudem klingen die Songs schön satt, was sicher daran liegt, dass fürs Remastern Brad Boatright zuständig war. Beim Hören entdeckt man, dass im Laufe der Zeit das Songwriting immer anspruchsvoller wurde, zum anfänglichen Melodic Post-Hardcore gesellen sich immer mehr Crust-Passagen und Post-Rock-Elemente, selbst Black Metal schielt ab und zu um die Ecke. Zudem fällt auf, dass bei den allerersten Songs die Vocals von Gitarristin Serena Cherry noch nicht das Hauptmerkmal der Band waren, hier überwiegt noch der männliche Gesang. Glücklicherweise hat die Band jedoch ziemlich schnell erkannt, dass gerade dieses Kontrastding bei den Vocals den Reiz, die Atmosphäre und Dramaturgie der Band ausmacht. Die enorm leidenden Vocals von Gitarristin Serena Cherry in Kombination mit den melancholisch delayartig und flirrenden Post-HC-Gitarren lassen Svalbard aus der Masse herausstechen.

Der Name Svalbard wurde wohl der Romanreihe His Dark Materials des Autors Philip Pullman entnommen, dennoch stößt man beim Füttern der Suchmaschine als erstes auf die Inselgruppe Svalbard (Spitzbergen). Wahrscheinlich habt ihr auch schon mal vom Svalbard Global Seed Vault gehört, dem weltweiten Saatgut-Tresor, in welchem Saatgut von Nutzpflanzen tiefgekühlt aufbewahrt wird, so dass im Falle einer Katastrophe darauf zurückgegriffen werden kann. Ich frage mich, ob es so einen Bunker auch irgendwo für schöne Vinylscheiben gibt? Svalbards Platten sollten da dann jedenfalls rein!

8,5/10

Facebook / Bandcamp / Through Love Rec.


 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.