мятеж & Kelut – „Split 12inch“ (Dingleberry Records u.a.)

Das hier sieht wieder mal nach einem astreinen DIY-Release aus: zwei Bands teilen sich ’ne Scheibe, eine der Bands ist mir schon ein paar mal auf diversen anderen Split-Scheiben untergekommen, die andere war mir bisher nicht bekannt. Dazu sind auf dem Backcover einige Logos von einschlägigen DIY-Qualitätslabels aufgedruckt, die am Release beteiligt sind. Neben Dingleberry Records sind das Zegema Beach Records, IFB Records, Dead Tank, Dead Punx Records und Friendly Otter. Auf Front-und Backcover ist in schöner schwarz-weiß-Optik der Kontrast zwischen Industrialisierung (Zahnrad) und der modernen Zivilisation (Wolkenkratzer) dargestellt. Das lässt viel Spielraum für Interpretationen offen.

Jedenfalls bin ich ziemlich überrascht, als die ersten Klänge der A-Seite ertönen. Wie geil, ein auf das Label gestempeltes Herzchen markiert die A-Seite, die B-Seite ist logischerweise mit zwei Herzchen markiert. Nun, мятеж traten bisher sehr brachial auf, daher reibe ich erstmal ungläubig die Augen, nachdem die warmen Klänge des Intros meine Ohren streicheln. Sehr melancholisch drehen sich die Gitarren wie ein Mantra ins Gehör. Die spirituelle Yoga-Atmosphäre nimmt jedoch mit dem zweiten Song ein jähes Ende, denn hier wird gebolzt (Drum-Computer, fast Industrial-Style…Ministry lassen grüßen), was das Zeug hält. Dazu gesellt sich fieses Wutgeschrei. Plötzlich wird es wieder ruhiger, spoken words und gesampelte Vocalfetzen dringen aus dem Off an die Ohren. Irgendwie klingt das nach einer wunderbaren, apokalyptischen Soundlandschaft. Das hier gefällt mir um Längen besser, als das, was die Band bisher fabriziert hat. Auch das nachfolgende The Dark Ages 2.0 hat eine dichte Atmosphäre. Und im letzten Stück wird dieses chaotische Screamo-Geblaste mit Spoken Words und lieblichen Post-Rock-Klängen – sogar mit Piano – kombiniert, wow!

Bei Kelut wirken wohl Leute der Band Yusuke mit und laut Aussage vom Label wird das hier das einzige Output der Band aus Peoria/Illinois bleiben, aktuell ist den Jungs wohl ein Gitarrist abgekommen. Die sechs Jungs fabrizieren auf der B-Seite jedenfalls das absolute Screamo-Brett, jeder Song ist mit manischem Doppel-Dreifach-Geschrei ausgestattet. Die ellenlangen Songtitel in italienischer Sprache deuten bereits darauf hin, dass die Jungs nicht mehr alle Tassen im Schrank haben können. Krass chaotisch kreisen die Gitarren, neben den Highspeed-Passagen lockern aber immer wieder schön melodische Zwischenparts mit zauberhaften Gitarren die Sache etwas auf. Auf dem beiliegenden Textblatt ist zu erkennen, dass sowohl auf Englisch als auch auf Italienisch gebrüllt wird, eine Übersetzung der Italienischen Texte ist ebenfalls vorhanden, vorwiegend werden Themen wie Angst, die verkommene Gesellschaft oder persönliche Probleme behandelt. Solltet ihr auf Zeugs wie eben Yusuke, Saetia oder Orchid abfahren, dann werdet ihr das hier lieben!

8/10

Bandcamp / Dingleberry Records


 

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