Splitstorm: Aureole Of Ash & Jøtnarr 7inch, .Gif From God & Vein 7inch, Eaglehaslanded & Left To Starve 12inch

Aureole Of Ash & Jøtnarr – „Split 7inch“ (Dingleberry Records u.a.)
Na, bei diesem Coverartwork ist es unschwer zu erraten, was die beiden Bands wohl für ’nen Sound fabrizieren. Grindcore, Powerviolence, Emocrust, Powergrind yeah! Die 7inch erscheint in Zusammenarbeit der Labels Dingleberry Records, React With Protest und ifb records. So ’nen Sound höre ich ja mit Vorliebe live, umringt von Nieten und Spikes, das gibt immer so ein schönes Gefühl in den Bauch, da beamt man sich gerne in Zeiten zurück, als Bands wie ABC Diabolo, Concrete Sox oder Chronical Diarrhoea die Juzes auf den Dörfern zum Brodeln brachten. Jedenfalls ist es für mich eine kleine Herausforderung, die Vinylseiten aufgrund der blanken Labels den richtigen Bands zuzuordnen. Aufgrund der Anzahl der Songs gelingt das dann doch, Aureole Of Ash bolzen nämlich vier Songs runter, während es Jøtnarr gerade mal auf zwei Stücke bringen. Aber beginnen wir mit Aureole Of Ash. Dieses Trio stammt aus Münster und die Sängerin klingt wie Mille Petrozza von Kreator zu Pleasure To Kill-Zeiten. Diese Ähnlichkeit ist mir jetzt aber nur wegen der ebenfalls an die Pleasure To Kill-Ära erinnernde Gitarrenarbeit vom Opener aufgefallen. Denn insgesamt fahren die Münsteraner ein schön sattes Powergrind-Brett, das keine Verschnaufpausen lässt. Die paar Rückkopplungspausen zählen nicht wirklich! Hier wird gehackt, eine wahre Freude! Textlich wird auf die Festung Europa abgehasst, das kapitalistische System und Religion erfahren auch die unbändige Wut des Trios. Ach ja, die vier Songs sind eigentlich remasterte Demoaufnahmen. Jøtnarr kommen aus Colchester/UK und klingen etwas, nun ja, sperriger. Hier dürften neben Neocrust und Grindcore auch Einflüsse aus Sludge und Blackmetal dabei sein. Nichtsdestrotrotz überzeugen die zwei Stücke mit einer sagenhaften Dichte. Hier wird wie wahnsinnig die Keule geschwungen, ziemlich fett. Nach ein paar Runden hat man die Songs dann trotz der Sperrigkeit auf dem Schirm und würde sich diese Wucht auch gern mal live reinziehen. Die zwei Songs erschienen wohl bereits als Tape und CD im Jahr 2013, aber mir taugt so ein Sound auf Vinyl natürlich tausendmal mehr.
Stream / Dingleberry Records


.Gif From God & Vein – „Split 7inch“ (Dingleberry Records)
Dieses kleine Scheibchen sieht rein äußerlich schon ganz schön mysteriös aus, man vermutet zuerst ein Industrial-Release, bis man entdeckt, dass sich hier zwei Bands die Ehre geben. Zum einen sind das Dotgif Fromgod, bisher eher geläufig als .Gif From God, zum anderen ist das die Band Vein. Jedenfalls tut man sich aufgrund des Coverartworks etwas schwer, dies auf Anhieb zu erkennen. Also einfach mal Scheibchen rauskramen und auf den Plattenteller klatschen, die Plattenlabels sprechen eine deutlichere Sprache, hier erkennt man sofort, mit welcher Band man es zu tun hat. Übrigens flattert aus der Hülle noch ein kleines Zettelchen raus, auf dem man erfährt, dass es sich um ein Co-Release der Labels Dingleberry Records, Zegema Beach Records, Longrail Records, Structures//Agony und Contrition Records handelt. Nun, den Anfang machen .Gif From God, die mit einer auf dem Plattenlabel aufgedruckten Kreissäge gleich mal vorwarnen, was man gleich zu hören bekommt. Die Band aus Richmond/Virginia verschaffte sich mit ihrem ersten offziellen Release .​.​.​Defragmented​.​.​.​Reformatted schon reichlich Aufmerksamkeit, es hagelte Vergleiche mit Orchid, Converge, Jerome’s Dream oder Combatwoundedveteran. Und in der Tat, die zwei dargebotenen Songs haben eine unglaubliche Power, die der der genannten Bands nicht unähnlich ist. Die Gitarren sägen und kreiseln, der Schlagzeuger kann alles zwischen Highspeed, Clapping und arhythmischem Chaos, beim Gesang wird ebenfalls gewütet und gerotzt. Störgeräusche und Elektronikspielereien machen das Ganze etwas spooky, die Texte tun ihr übriges. Leider liegt kein Textblatt bei, aber auf Bandcamp sind die Lyrics verfügbar (auch die von Vein). Knapp über fünf Minuten Spielzeit, totaler Abriss! Vein aus Boston schlagen musikalisch in die gleiche Kerbe, was man unschwer an der auf der B-Seite aufgedruckten Keule (ist das Lucille?) unter dem Bandschriftzug erkennt. Die Jungs treiben ja auch schon seit ein paar Jährchen ihr Unwesen, nach zwei EP’s gibt es hier vier Songs zu hören, die übrigens auch noch als eigenständige 7inch unter dem Titel Self Destruct beim Label Closed Casket Activities erschienen sind. Vein klingen schön frickelig und erinnern dabei an Bands wie The Locust, Botch oder auch neueren Bands wie Code Orange Kids. Schon witzig, beide Bands sind voll in diesem 90er-chuggachugga-Genre verwurzelt, das man zu dieser Zeit als HC-Kid eher dem Metalcore zuordnete. Heutzutage fühlt es sich aber gerade wieder umgekehrt an, wahrscheinlich gerade auch, weil beide Bands einen spürbaren Punk/HC-Background haben. Schöne Walze, solltet ihr euch mal reinpfeifen!
Stream / Dingleberry Records


Eaglehaslanded & Left To Starve – „Split 12inch“ (Dingleberry u.a.)
Auf diesem feinen DIY-Release teilen sich Eaglehaslanded aus St. Petersburg/Russland und Left To Starve aus Karlovac/Kroatien ein 250 Gramm schweres, schwarzes Vinylscheibchen. Das Cover besteht aus einem schwarzem, halb gefalteten Karton, der auf der Frontseite mit silbernen Blumen (Silberdisteln?) und auf dem Backcover mit den Bandnamen und den jeweiligen Songtiteln ebenfalls in silber besiebdruckt ist. Im Inneren findet sich ein handliches Textblatt, die kroatischen Lyrics der Band Left To Starve liegen praktischerweise in der englischen Übersetzung vor. Am Release beteiligt sind neben Dingleberry Records die Labels Mosh Potatoes, Mad Schnauzer, HC4Losers und Summercide. Eaglehaslanded eröffnen die A-Seite mit nervigem Nintendo-Gedudel, als Intro ist das für meine Ohren gerade noch erträglich. Entschädigung erhält man im direkt darauffolgenden Song. Hier covern die Jungs einen Song der Band Phoenix Bodies und bleiben dabei ziemlich nahe am Original. Bevor es mit einer weiteren Coverversion weitergeht, malträtieren Fabrikhallen-Störgeräusche die Ohren. Dafür fetzt das Pixies-Cover vom Song Something Against You umso besser durch, das hat was Ministry-mäßiges, v.a. die Gitarren rotieren hier ordentlich. Das folgende Füllmaterial stört dann ausnahmsweise mal nicht und leitet perfekt in das stürmische Judgement Day über. Zieht man die ganzen Interludes ab, bekommt man hier also drei geile Songs geboten. Left To Starve kannte ich bisher nicht, die Band ist ziemlich düster unterwegs. Die drei Songs werden von kläffendem und tiefergelegten Growl-Gegrunze begleitet, so dass man gar nicht wahrnimmt, dass die Jungs kroatische Texte haben. Die englische Übersetzung zeigt, dass die Textinhalte ebenfalls dunkel und abgründig sind. Klingt sehr heavy und ist musikalisch irgendwo zwischen Grind, Crust, Sludge, Hardcore, Punk und Screamo einzuordnen. So, aber jetzt muß ich mal wieder die Surfer Rosa von den Pixies anhören, lange nicht mehr gehört.
Stream Eaglehaslanded / Stream Left To Starve


 

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