Brandt – „What!“ (Tumbleweed Records)

Schon die über Sic Life Records erschienene 7inch der Band aus Münster hat es mir seinerzeit angetan, nun legt das Quartett also endlich sein Debutalbum vor. Das Ding ist auf Vinyl erhältlich, eine CD liegt der Vinylversion ebenfalls bei. Mit eben dieser CD wurde ich also zwecks Besprechung beschert. Jetzt, nach etlichen Durchläufen in Dauerschleife bedaure ich es zutiefst, dass ich das Ding nicht auf Vinyl bekommen habe. Denn What! steckt voller zeitloser, genialer Musik, die mit sehr viel Gefühl dargeboten wird. So etwas macht sich in einer gut sortierten Plattensammlung natürlich immer sehr gut.

Nun, ob hinter dem Coverartwork eine tiefere Bedeutung oder gar Botschaft steckt? Auch nach längerer Betrachtung und im Einbezug der panslawischen Farben kommen mir beim Anblick der ineinander verwobenen Personen, die sich irgendwie abfummeln und ineinander zerfließen keinerlei Interpretationen in den Sinn. Jedenfalls gefällt das Zusammenspiel der Farben und auch die Gestaltung der Rückseite. Das Artwork entstammt übrigens der Feder von Sarah Böttcher, meine Internet-Recherche ergab keine weiteren Illustrationstreffer, also keine Künstler-Verlinkung an dieser Stelle.

Aber kommen wir endlich zum musikalischen Inhalt: insgesamt bekommt ihr 13 Songs in fast vierzig Minuten Spielzeit geboten, zwei Songs davon (Streets und Cloud) sind bereits auf oben erwähnter 7inch erschienen. Keine Ahnung, ob die nochmals neu eingespielt wurden, jedenfalls fügen sie sich sehr gut in die Songreihenfolge ein. Neben den Eigenkompositionen sind auch noch zwei Coverversionen enthalten. Zum einen ist das der Beat Happening-Song Indian Summer, der in der Version von Brandt deutlich fluffiger klingt als das Original, was unter anderem am warmen und etwas höheren Gesang und den toll gezockten Gitarren liegt. Zum anderen ist das gleiche Schema beim Song Motorcycle Boy von Courtney Love zu beobachten, dieser hat viel mehr Leben als das Original mit dieser lustlos vor sich hin nölenden Courtney Love. Und die Eigenkompositionen? Die sind ebenfalls unendlich schön. Die Gitarren slacken locker aus dem Ärmel, die Drums begleiten ebenso frisch und fluffig. Dann gesellt sich noch ein Bass dazu, der mit eigensinnigen Melodien die Sache noch spannender macht. Erwähnen sollte man abermals den Gesang, hier wird es auch mal mehrstimmig wie z.B. beim hymnenhaften Billy oder dem treibenden Kids. Brandt sind ein richtig gut funtionierendes und aufeinander eingespieltes Quartett, das kann man auf diesem vor Spielfreude strotzenden Album jedenfalls deutlich hören! Wenn ihr auf 90er-Gitarren-Indie-Rock á la, Superchunk, Guided By Voices, Pavement, Dinosaur Jr. oder The Notwist könnt, dann dürft ihr Brandt auf keinen Fall verpassen!

9/10

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