Shakers – „I Need You To Know“ (Konglomerat Kollektiv) [Name Your Price Download]

Nach der sagenhaften La Petite Mort/Little Death-12inch, die dank der doofen Corona-Krise und den dadurch fehlenden Distro-Kisten leider immer noch nicht meiner bescheidenen Plattensammlung beiwohnen darf, haut das ziemlich neue DIY-Label Konglomerat Kollektiv die zweite Hammer-Veröffentlichung in Folge raus, in Zusammenarbeit der Labels I.Corrupt.Records, La Agonia de Vivir, Saltamarges, La Soja und Unlock Yourself Records! Und irgendwie hab ich gerade das Gefühl, dass hier ein neues DIY-Label mit ganz viel Liebe und Herzblut am heranwachsen ist! Shakers? Aber Hallo! Die vier Songs der Debut-7inch der Wiesbadener Band, die über mein geliebtes Herzlabel lifeisafunnything erschien, brauchten ürigens drei Jahre, bis sie auf Vinyl gepresst wurden. Ich als alter Spinnebeinzähler kann mich täuschen, aber irgendwie hab ich im Hinterkopf, dass die Band damals in der Besprechungsanfrage versprach, dass die nächste Veröffentlichung nicht allzulange auf sich warten lassen würde. Naja, drei Jahre ist das jetzt her, ist ja eigentlich schon noch so halbwegs just in time, vielleicht arbeiten die Jungs auf einen konstanten 3-er-Veröffentlichungsrhythmus hin.

Und wenn das Ergebnis diese elf Songs sind, dann hat sich das Warten absolut gelohnt! Wie kann man jemandem beschreiben, was auf diesem Album passieren wird? Nun, es hat viel mit Gefühl, intensiver Spielfreude und menschlichem Gespür für ausgeklügelte und stimmige Songstrukturen zu tun, das werdet ihr alle schon nach ein paar Minuten des Hörens merken. Dass die Wiesbadener sicher einige Touché Amoré, Loma Prieta, Comadre oder frühe Pianos Become The Teeth-Platten im Schrank stehen haben, lässt sich wohl kaum bestreiten. Dennoch wäre es unfair zu behaupten, dass hier nur kopiert wurde. Denn Shakers reichern ihren screamolastigen Sound mit etlichen Stilelementen aus Post-Hardcore, Punk, Shoegaze und etwas Post-Rock an, zudem strotzt der Sound vor Energie und Intensität.

Wuselige Drums, knarzende Bass-Lines und locker aus dem Ärmel geschüttelte Gitarren bilden die Grundlage, dazu kommen schmerzerfüllte und leidende Vocals, auch die Texte mit persönlicher Note wissen zu überzeugen. Es brodelt an allen Ecken und Enden, permanent wird Spannung erzeugt, die sich in einem lauten Knall entlädt. Wunderschön gelungen sind auch die immer wieder unerwarteten Wendungen, die das Ganze noch spannender machen. Und bei all der Melancholie und den vielen Rhythmuswechseln darf natürlich auch die Melodie und die Eingängigkeit nicht fehlen. Diese elf Songs haben mein Herz im Sturm erobert! Zeitlos gut!

9/10

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