Nirvana – Das Sonderheft – Rock Classics

Schon länger gibt’s die Reihe Rock Classics des SLAM-Zines, aber irgendwie hab ich trotz der ganzen Promo-Mail-Attacken zu irgendwelchen Bands wie z.B. Metallica, Queen, Guns’N’Roses oder ACDC erst jetzt mal angebissen, einfach weil mich die bisherigen Bands nicht so antörnten. Eine nette Mailkonversation später lag auch schon schwupsdiwups ein Hochglanz-Magazin mit Wendeposter im Briefkasten. Toll! Thema der aktuellen Ausgabe ist Nirvana, eine Band, die eigentlich anno 2021 so ziemlich durchleuchtet sein müsste, dennoch wurde ich neugierig.

Warum mich diese Ausgabe interessierte? Irgendwann in den frühen Neunzigern entschloss ich mich dazu, ein Berufschul-Referat über die Band zu machen. Charles Bukowski wäre damals auch noch eine Option gewesen, weil Charles und Kurt eigentlich im selben Jahr (1994) innerhalb einer Zeitspanne von weniger als einem Monat verstorben waren und mich beide mit ihrer Kunst faszinierten. Klar, der Trubel um die Band aufgrund der Nevermind-Platte führte dazu, dass ich mir nach der Nevermind keine weiteren Tonträger der Band zulegte, In Utero kenn ich bis heute eigentlich gar nicht so richtig, dafür nenn ich die Bleach und die Blew mein eigen. Hab mal ein bisschen gediscoged mit dem Resultat „schwitzige Handflächen“.

Wie dem auch sei, der Trubel um die Band wurde nicht nur mir zuviel, wie wir alle wissen. Irgendwann kam dann mit dem Tod Kurt Cobains das bittere Ende. Naja, bevor ich euch mit ollen Kamellen langweile, komm ich lieber mal zu dieser Rock-Classics-Ausgabe. Ich bin ja so drauf, dass ich ein Magazin von vorn bis hinten lese, es sei denn, das Geschreibsel macht mich nicht an. Beim Anlesen des Prologs schmerzten mir wirklich die Augen, schwarzer Hintergrund und helle Schrift ist nicht optimal. Nach diesen drei Seiten wird es aber sehr viel besser und lesefreundlicher! Und inhaltlich richtig informativ. Es kommen zahlreiche enge Wegbegleiter zu Wort, darüber hinaus gibt’s nette Interviews mit Dave Grohl, Krist Novoselic und sogar mit Courtney Love, die hier sehr sensibel über Kurts Tod und den damit verbundenen Anfeindungen gegenüber ihrer Person spricht.

Darüber hinaus gibt’s tolle Fotos zu sehen, die Veröffentlichungen der Band werden auch bis ins letzte Detail unter die Lupe genommen. Ein Kapitel beschäftigt sich mit der Veröffentlichungsflut an Literatur zur Band und zur Person Kurt Cobain, logischerweise kommen auch Filme und Videos zur Sprache. Ist ganz praktisch, wenn man mit dem Gedanken spielt, irgendwas Vernünftiges über das Thema zu lesen oder anzuschauen. Selbst den Verschwörungstheorien über Kurts Tod wird Platz eingeräumt. Klar, dass die Band immer noch massig Merch-Kohle einfährt, deshalb werden auch ein paar ausgefallene Merch-Artikel vorgestellt. Ich für meinen Teil werde mir jetzt doch noch mal die In Utero genauer anhören und auf ein paar der vorgestellten Literaturtipps bin ich auch neugierig geworden. Mittlerweile dürften die Second Hand deutlich billiger sein.

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