Iron Chic – „You Can’t Stay Here“ (SideOneDummy Records)

Als ich vor ein paar Tagen in meinem Maileingang las, daß Iron Chic am 13. Oktober (Side One Dummy/Cargo Records) eine neues Album Namens „You Can’t Stay Here“ veröffentlichen, war ich höchst erfreut. Ihr „Album The Constant One“ von 2013, hab ich noch gut in den Ohren und war damals schon sehr begeistert, da sie mich an Hot Water Music, Samiam und Leatherface erinnerten.

Aus der Bandinfo geht hervor, daß die Texte vom zu frühen Tod ihres Gitarristen Rob McAllister, der im Januar 2016 von uns gegangen ist, wesentlich geprägt sind. Trotz aller Trauer schaffen es Iron Chic ein beeindruckendes Album abzuliefern. Die wunderschönen Melodien, wie auch schon auf den Vorgängeralben, werden konsequent fortgeführt. Hymnische Chöre wechseln sich mit melancholischen, aber kraftvollen Gitarren ab.

Die Scheibe beginnt mit dem Song „A Headache With Pictures“. Aus einem ansteigenden Rauschen wird in tolle Melodien geblendet die wiederum in tolle Riffes weiterführen. Dies rockt ganz gut und bei den meist im Midtempo gehaltenen Songs macht sich der Wille breit, mit dem Kopf im Rhythmus mitzuwackelen. Mit diesem Rezept bahnen sich Iron Chic ihren Weg durch die 11 Songs, die einen wie eine Welle mitreißen, und man am Schluß gleich wieder von vorne beginnen möchte.

9/10

FacebookSideOneDummy Records / Bandcamp / YouTube 1

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Myteri – „Ruiner“ (Alerta Antifascista Records)

Könnt Ihr Euch noch daran erinnern wie es an Weihnachten als Kind war? Wenn man seine Geschenke auspackt und sich so freut, endlich das langersehnt Spielzeug in Händen zu halten? Je älter ich wurde, desto seltener hatte ich dieses Gefühl. Sobald man mal einen Job hat, kann man sich den ganzen Kram selber kaufen und diese Magie wird sehr selten. Schön ist es, wenn man dann eine Band wie Myteri entdeckt. In meiner Facebook Timeline tauchte ein Link auf die Seite http://www.idioteq.com zum Album Ruinier von Myteri auf. Da stand was von “swedish crusty d-beat hardcore punk”. Jedes Wort ein Volltreffer, dachte ich noch und hörte mir den Stream an. Wie schon oft erwähnt wußte ich nach wenigen Sekunden, daß mir dieses Album sehr gefällt.
Ein paar Tage später erhielt ich von Timo von ALERTA ANTIFASCISTA Records / DOOMROCK Mailorder einen Link zum Download – welch ein Zufall – von MyteriRuiner!!!

Da die Band für mich komplett neu war und im Web lediglich eine Facebook Seite, eine Bandcamp Seite, die auf einen Youtube Channel mit 10(!) Abonnenten (Stand 21.09.2107) verweist, war ich über die Bandinfo doch recht froh:
Myteri kommen aus Gothenburg (wie auch Skitsystem), Schweden. Sie spielen fetten Crust-Punk und Ruiner ist ihr zweites Album. Auf der Bandcamp Seite schreiben sie selbst, daß sie eine D.I.Y. Band aus Gothenburg/Falkoping/Kristinehamn sind, die melodischen Crust spielen.
Die Texte der 12 Songs sind ausnahmslos auf schwedisch, in der Bandinfo steht noch daß sie apokalyptische Landschaften, Kriege, Plagen, Elend und Hungersnöte heraufbeschwören. Aber – es scheint immer etwas Hoffnung durch. Also ungefähr so wie in einem Mad Max Film.

Das Intro beginnt wie die Ruhe vor dem Sturm, ruhige, zarte, unverzerrte Gitarren, die dann recht schnell verzerrt werden, dann das Tempo erhöhen, und mit voller Breitseite über einen hereinbrechen. Dieses scheinbare Chaos wird durch die tollen Melodien getragen, die bei mir in den Gehörgängen hängen bleiben. Mir scheint es so, als ob die Band eine unbändige Spielfreude an den Tag legt, die einen mitreißt. Am ehesten würde ich – wenn man mich um einen Vergleich fragen würde – das letzte Album von Martydöd – List, nennen. Die meist sehr schnellen Songs wechseln sich mal mit langsameren Parts ab und bleiben stets so unvorhersehbar, daß keine Langeweile aufkommt. Deswegen läuft das Album bei mir auch rauf und runter. Neulich war ich mit dem Rad unterwegs und ein Regenschauer hat mich so richtig erwischt, egal, hab Myteri gehört und mich deswegen richtig gefreut. Meine Jacke, Hose und die Schuhe wurden komplett durchnäßt, trotzdem hatte ich ein lächeln im Gesicht. Das Outro fängt ähnlich wie das Intro an, bleibt aber ruhig und die Melodie hat definitiv Ohrwurmcharakter, wow.

Für mich stehen Myteri nun im D-Beat/Crust-Olymp direkt neben Größen wie Tragedy, Skitsystem, Martyrdöd, Ictus, Wolfbrigade, Disfear und Fredag Den 13:e.

Das Album (LP) Ruiner von Myteri ist am 20.09.2017 bei Alerta Antifascista Records erschienen und ist bei http://www.doomrock.com erhältlich, neben einem ganzen Sack voll toller Bands wie Fall Of Efrafa, Downfall Of Gaia, etc.

10/10

Live sind Myteri bestimmt der Hammer:
15.11.2017 (SE) STOCKHOLM Antisocial Festival #2
23.11.2017 (DE) BREMEN Friese
24.11.2017 (DE) GIESSEN Merciless Metal Massacre
25.11.2017 (DE) ESSLINGEN Noise Massacre Antifascist Music Festival
26.11.2017 (DE) HANNOVER Stumpf
27.11.2017 (DE) KIEL Alte Meierei
28.11.2017 (DE) Copenhagen Dödsmaskinen
Weitere Termine folgen.

Facebook / Youtube / Bandcamp Alerta Antifascista Records / www.doomrock.com

Grinding Fortune – „Itch Relief“ (Negative Vibe Records)

Grinding Fortune – „Itch Relief“ (Negative Vibe Records)

Mal wieder so eine (mir) unbekannte Band die beim erstmaligen anhören hängen bleibt. Aus dem Bandinfo werde ich etwas schlauer: 2010 gegründet, sie kommen aus Oslo (Norwegen). Aha, dafür klingen sie recht untypisch. Mich haben sie an Converge oder Coalesce erinnert. Abgesehen davon sind mir noch J.R. Ewing eingefallen, die auch aus Oslo kamen, das mußte ich aber erst noch googeln, da ich nicht mehr sicher war. Es gibt momentan nur eine Facebook Seite und ein paar Infos auf der Bandcamp/Label Webseite. Weiterlesen

Victims – „Sirens“ (Tankcrimes)

Victims - SirensIn meine Facebooktimeline wurde von irgendeiner Seite, die ich abonniert hatte die Info gespült, daß die „Victims“ anläßlich ihres neuen Albums einen Song vorab veröffentlichen. Der Song hieß „Errors“ und war durchweg gut, nichts neues, aber die Lust auf mehr wurde geweckt. Etwas später posteten die Leute von D-Beat Beater noch einen Song, „Walls“, der eher so ¯\_(ツ)_/¯ war. Im Text dazu stand daß das neue Album „Sirens“ heißen soll und am 15. April via Tankcrimes erscheinen soll. Innerlich dachte ich, daß die Victims ja echt sehr fleißig sind, denn mir kam es so vor, als sei das Vorgängeralbum „A Dissident“ vor maximal zwei Jahren erschienen. Im Text stand aber daß das schon vier (!) Jahre her ist. Da war ich etwas schockiert. Vier Jahre? Vier! Wow, wie die Zeit vergeht! Was in dieser Zeit alles passiert ist!
Als Fan wollte ich das Album unbedingt haben. Auf der Webseite von Tankcrimes wurde die CD zum Preorder Preis angeboten. Einziger Wehrmutstropfen waren die 5 $ Versandkosten nach Europa, da Tankcrimes in Oakland, Kalifornien, USA ansässig sind. Vielleicht hätte ich auch warten sollen und die CD in Europa bestellen, damit die nicht um die halbe Welt gekarrt werden muß. Ich gebe zu ich war etwas geblendet, denn das Album gab es noch als Download dazu. Ein paar mal geklickt und schon war alles mittels PayPal abgeschlossen. Der Hammer war, daß der Download sofort verfügbar war und nicht erst am 15. April!!! Vielleicht bin ich auch etwas naiv, aber ein Release Datum gilt wohl nur für physische Tonträger. Mittlerweile konnte ich „Sirens“ ausführlich anhören und direkt mit dem Vorgänger „A Dissident“ vergleichen. Weiterlesen

Fredag Den 13:e – „Domedagar“ (Everyday Hate Records)

Manchmal bin ich bestimmten Reviews wahnsinnig dankbar. So geschehen Ende November 2015. In meine Timeline auf Facebook wurde vom wohl dienstältesten Fanzine – “Plastic Bomb” – ein Review von Fredag Den 13:e – Domedagar, gespült. Da dort die von mir sehr geschätzten Disfear, Wolfbrigade und Victims erwähnt wurden, machte mich das neugierig. Mir ging es etwas wie Leonardo Di Caprio in “Django Unchained” “Gentlemen, erst galt Ihnen meine Neugierde, jetzt meine Aufmerksamkeit.” Meine VOLLE Aufmerksamkeit hatten Fredag Den 13:e nachdem ich auf der Everyday Hate Records Bandcampseite ins Album reinhören konnte. Wie bei tollen Bands üblich war mir schon nach ein paar Sekunden klar, daß das ein sehr gutes Album ist. Bandcamp sei Dank konnte ich das Album ganz anhören und mir stellte sich eine Frage: Wie komme ich jetzt an das Album ran? Da ich rein digitale Veröffentlichungen nur dann kaufe, wenn es gar keine andere Option gibt, entschloss ich mich für den Download zuzüglich der CD direkt beim Label zu bestellen. Dank Paypal geht das ja in wenigen Augenblicken und die Mp3s waren auf meinem Rechner und meinem Handy und in meinen Gehörgängen, was ein breites Grinsen in mein Gesicht zauberte während ich damit auf dem Fahrrad durch die Gegend düste. Die CD trudelte ein paar Wochen später aus Warschau ein, doch dazu später mehr. Weiterlesen

Ondt Blod – “Finnmark” (Loyal Blood Records)

Ondt Blod - FinnmarkEs muß so Anfang/Mitte der 90er gewesen sein als ich zum ersten Mal Refused, Final Exit, Turbonegro (Ende der 90er) gehört habe. Dadurch kamen auch die ganzen Burning Heart Bands ans Tageslicht, selbst dabei waren ein paar verdammt gute Bands, z.B. 59 Times The Pain, Bomshell Rocks, The (International) Noise Conspiracy, etc. Dann kam die ganze Schwedenrock Welle und mir war klar, daß Skandinavien das Paradies für jegliche Art von Rockmusik sein muß. Ich meine es ist schon auffällig, wenn Bands wie Disfear, Wolfbrigade, Victims, etc. aus einem Land kommen, oder? Ich hab damals vermutet, daß die Menschen in Skandinavien in der langen und dunklen Winterzeit irgendwas tun müssen um die Zeit irgendwie rumzukriegen. Ein Freund meinte das würde an den sehr guten Förderprogrammen für Jugendliche liegen. Da gibt es Zuschüsse für Proberäume, Unterstützung für jugendliche an Schulen. Ich hab nicht geprüft ob das stimmt. Hoffe aber daß es so ist und ich würde mir wünschen daß es solche Förderprogramme in jedem Land geben würde. Weiterlesen

Backflip – „The Brainstorm Vol. 1“ (Hellxis Records)

Backflip - The Brainstorm Vol. 1 Bis jetzt war ich nur einmal in  Portugal. Durch glückliche Umstände konnte die ganze Familie halbwegs günstig hinfliegen und für umme übernachten. Da es ein Familienurlaub war und meine Kids damals noch kleiner waren, war das alles eher gemütlich anstelle etwas “Action”. Das war ganz im Süden, einer Gegend die Algarve heißt. Insgesamt war es ein toller Urlaub. Am Abreisetag hatte ich allerdings das Gefühl, daß irgendwann zurückzukehren muß. Im Lonely Planet Reiseführer standen genügend Sachen drin, die allerdings auch mehr als zwei Wochen Zeit in Anspruch genommen hätten. Mal von den tollen Stränden mit Steilküste abgesehen, dem genialen Klima, der sehr interessanten Geschichte dieser alten Seefahrernation, gibt es da noch einiges mehr zu entdecken. Eines meiner Ziele ist, mal in einen entsprechenden Club zu gehen und eine einheimische Band anzuschauen. Diese Band könnte zum Beispiel folgende Band sein. Weiterlesen