City Of Caterpillar – „Driving Spain Up A Wall“ (Adagio 830)

Es war so um die Jahrtausendwende herum, als ich erstmals auf die Band City Of Caterpillar aufmerksam wurde. Damals bezog ich meine Plattentipps noch aus analogen Quellen, mit Vorliebe las ich US-Fanzines wie z.B. Law Of Inertia oder das Status-Zine und lernte dabei Juwelen wie Sharks Keep Moving, Threadbare, The National Acrobat, The Casket Lottery oder eben City Of Caterpillar kennen. Praktisch war damals natürlich, dass diesen Zines CD-Sampler beilagen, auf denen man die interviewten Bands auch noch hören konnte. Wer sich das nicht ausmalen kann: stellt euch einfach vor, dass ihr auf Bandcamp ’nen Sampler downloadet und den die nächsten paar Wochen rauf und runter hört, weil euer Datenvolumen aufgebraucht ist oder was auch immer. Was hab ich damals CD-Cover gebastelt, während ich den unzählig geilen Bands lauschte. Der unstillbare Hunger nach neuer und v.a. ansprechender Musik war danach bis zur nächsten Bestellung beim Mailorder zwar für’s erste befriedigt, von Übersättigung sprach damals aber noch niemand. Und eigentlich ist es angesichts der heutigen Entwicklung ja eher erstaunlich, dass eine Band mit einer Lebensdauer von gerade mal etwas knapp über zwei Jahren solch einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Zudem dürften nicht wenige der Bands aus dem aktuellen Screamo- bzw. Post-Hardcore-Bereich von der Band aus Richmond beeinflusst worden sein.

Dass City Of Caterpillar sich wieder zusammengefunden haben, hab ich neulich beim Stöbern in den OX-Reviews erfahren. Da wurde nämlich genau diese Platte hier besprochen, zudem bekam man in der Rezi die Info, dass die Band sogar im Jahr 2017 in Europa unterwegs war. Scheiße abermals, dass ich Lusche immer noch den Weg zum Fluff scheue, denn da konnte man sich ein Bild machen, ob diese Reunion mal nicht für’n Eimer war. Und so, wie es aussieht, ist sie das keinesfalls (wie man auf diesem Videomitschnitt hier vom Fluff Festival sehen kann).

Und dann ist da im Adagio-Bemusterungspaket diese dicke, schwere 12inch mit den vielen Buchstaben drauf. Nach dem Entschlüsseln des Worträtsel-mäßigen Artworks reibe ich mir erstmal ungläubig die Augen, denn das hier ist die Band, die ich immer mit der gefräßigen Raupe Nimmersatt in Verbindung brachte. Schwarzgelbe Raupe, roter Kopf, grünes Blatt. Frisst sich durch ein C, wandert unbeirrt weiter, bis sie beim R angelangt ist, dabei dürfte die ultradicke Plattenhülle der gefräßigen Raupe das geringste Hindernis sein. Klopft man auf den Karton, nachdem man das ebenfalls sehr schwere und in eine schwarze Hülle verpackte Vinyl samt Text-Poster aus dem Karton gefriemelt hat, purzelt doch glatt auch noch ’n Download-Code aus der Plattenhülle. Das Textposter ist wirklich groß, keine Ahnung wie die DIN-Bezeichnung lautet. Aber das Buchstabenmuster vom Cover zeichnet sich ab, wenn man das Textblatt gegen das Licht hält. Und man erfährt mal wieder, dass dieser satte Sound durch die magischen Hände von Jack Shirley entstanden ist. Ach so: auf der A-Seite bekommt ihr den epischen Song Driving Spain Up A Wall zu hören, der eigentlich noch aus der Schlussphase der Band stammt und damals nur live präsentiert wurde.

Auf Vinyl wirkt das neu aufgenommene Stück natürlich umso besser. Das ruhig gehaltene Intro erzeugt mystische Spannung, die wabernden und fast heulenden Gitarren im Anschluss haben was von ’ner Violine. Und dann, als man richtig eingelullt vom hypnotischen, rhythmischen Sound ist, setzt endlich nach fast der Hälfte des knapp elfminütigen Songs doch noch Gesang ein. Und das geschieht in alter Washington-DC-Manier. Verdammte Hacke, das hier müsst ihr euch auf Vinyl geben, das ist so intensiv, das bringt die Augen zum Glänzen! Kann man irgendwo zwischen Ambient und explosiver Apokalypse einordnen. Auf der B-Seite kommt dann noch ein im Jahr 2002 aufgenommender und bisher unveröffentlichter Song zum Zug, bei dem mich v.a die Bass-Parts ab der Hälfte des Songs in den Bann ziehen. Wow, hinter dieser Reunion dürften keine finanziellen Hintergedanken stecken, hier hört man die Spielfreude deutlich raus. Holt euch das Ding, falls ihr es noch nicht haben solltet.

9/10

Bandcamp / Adagio 830 / Bisaufsmesser


 

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Sore Eyelids & Факел – „Split 7inch“ (lifeisafunnything)

Huch, was haben wir denn da für ein wunderschönes 7inch-Scheibchen? Beim Cover bin ich unschlüssig, ob das eine entsprechend bearbeitete Fotografie oder eine Zeichnung ist, jedenfalls sieht man darauf einen in eine mystische Unterwasserwelt eintauchenden Menschen. Die Unterwasserwelt verwandelt sich auf dem Backcover in ein gischtartiges Wolkengebilde. Man hat beim Betrachten sofort dieses verträumte Shoegaze-Feeling im Kopf. Die im vorliegenden Besprechungsexemplar purpurne Vinylfarbe hat ebenfalls etwas traumhaftes an sich. Die Split gibt es aber wohl auch noch in schwarzer Farbe, die Auflage beträgt insgesamt 200 Stück. Jedenfalls sind beide Plattenlabels in Handarbeit schön bestempelt, neben einem Textblatt findet sich im Inneren auch noch ein Download-Kärtchen.

Die A-Seite gehört Sore Eyelids aus Göteborg. Das letzte Release der Schweden ist aber auch schon wieder ein Weilchen her, dennoch hat das 2014er Album For Now (u.a. auf Through Love Records erschienen) seit meiner Besprechung – damals noch auf Borderline Fuckup – immer wieder mal von Zeit zu Zeit ’ne Runde auf dem Plattenteller gedreht. Nun also Nachschub der Band, die übrigens Leute der Band Suis La Lune in ihren Reihen hat. Es sind zwar nur zwei Songs, aber die machen unheimlich Apettit auf mehr. Wie die Person auf dem Cover taucht man mit den ersten Klängen zu What if… in die Traumwelt des Trios ein und verliert sich ziemlich schnell in den melancholischen und einlullenden Melodien. What if… hat mich jedenfalls mit einer Spielzeit von knapp über zwei Minuten direkt am Wickel. Zwischen Indie, Shoegaze, Post-Rock und Emo entwickelt die Band ihre ganz eigene Magie. Die mit den ersten Klängen zum Song Stay Silent ihre volle Wirkung zeigt. Da flirren Bassläufe wie durch einen Wattebausch gejagt durch die Lüfte, während die Gitarren leiern, was das Zeug hält. Die selbstreflektierenden Lyrics lesen sich im Einklang mit der Musik wie eine therapeutische Sitzung. Bittersüß und von wahrhaftiger Schönheit!

Auf der B-Seite kommen Факел aus Sankt Petersburg/Rußland mit ihrem mittlerweile dritten Release auf lifeisafunnything um die Ecke. Und sie kommen rasant, intensiv und noch ’nen Ticken emotionaler als bisher um die Kurve geschlittert. Wow! Die beiden Songs lassen mich mit offenem Mund staunend vor dem Plattenspieler niederknien. Bitte, bitte, nehmt in Bälde neue Songs für ein ganzes Album auf! Das hier klingt so unverbraucht und frisch. Auch wenn die übliche Sprachbarriere zwischen uns steht, musikalisch trifft das Quintett jedenfalls direkt in mein Herz. Emotive Screamo vom Feinsten! Google translate überrascht mich übrigens mit den aus der russischen Sprache übersetzten Texten ausnahmsweise einigermaßen positiv, die Übersetzung liest sich eigentlich mal richtig poetisch und weckt Assoziationen mit der bildhaften Sprache der klassischen Romantik. Und ja, wie auch schon auf den vorangegangenen Veröffentlichungen ist auf beiden Songs diese Teufels-Violine zu hören, die vom unverkennbaren Stil der Band nicht mehr wegzudenken ist. Ich hab’s zwar schon im letzten Review zur Band geschrieben, aber ich finde es so passend und witzig, auch wenn’s ein wenig platt und ausgelutscht ist: auf zum Violin Dancing!

8,5/10

Sore Eyelids Bandcamp / Факел Bandcamp / Stream / lifeisafunnything


 

WuZeTian & Uwaga – „Pin de Siècle 7inch“ (1000Milesintomyheart & Taste The Sword Records)

Okay, wo soll ich anfangen? Bei dieser Split 7inch gibt es so viele Ansätze für ’ne Einleitung, dass ich mich nicht entscheiden kann, welche wohl die beste sein könnte. Daher schreib ich jetzt einfach mal nach vorn galoppierend drauf los, denn all das nachfolgende Geblubbere fühlt sich irgendwie gut an, zumindest für mich. Es gab mal ’ne Band namens Secretos Del Corazon, die mich ziemlich faszinierte. Um die Jahrtausendwende herum kontaktierte ich die Band – nachdem ich die geniale EP Des Fois Il Faut Que J’y Pense entdeckt und lieb gewonnen hatte. Warum? Ich hatte damals Freude daran, unbekannte Bands zu unterstützen, indem ich vollkommen DIY und auf non-profit-Basis Tape-Sampler zusammenstellte, die ich auf Konzerten zum Selbstkostenpreis vertickte, oft wurden die Dinger auch einfach nur an freundlich aussehende Menschen verschenkt. Man kannte sich, ohne sich eigentlich wirklich richtig zu kennen, trotzdem hatte man das Gefühl, miteinander verbunden zu sein. Kleiner Zeitsprung: Vor einiger Zeit gab es hier auf diesen Seiten eine Erinnerung an die Band Secretos Del Corazon im Rahmen der Rubrik „Mottenkiste“, wodurch der einst analoge Kontakt mit ehemaligen Mitgliedern der Band in digitalen, virtuellen Ebenen neu belebt wurde. Spätestens jetzt befürchte ich, dass dieser Text wohl unangemessen lange wird. Naja, scheiß drauf!

Jetzt kommt die kleine Überleitung in die Gegenwart: Marco, der früher bei Secretos Del Corazon mitgewirkt hat, betreibt mittlerweile das Label 1000milesintomyheart, zudem singt er bei der Band WuZeTian. Nachdem die Band releasetechnisch im Jahr 2012 erstmalig mit einer Demo in Erscheinung getreten ist und bis dato immer mal wieder Shows gespielt wurden, erscheint nun ein paar Jährchen später eine Split mit der französischen Band Uwaga, die für mich auch keine Unbekannten sind (siehe Review zur EP A Peine). Immer wieder schön, wenn man wie in der Einleitung beschrieben nach all den Jahren auf Leute trifft, die immer noch aktiv die Szene beleben und dabei klar ist, dass der Spaß immer noch der Hauptfaktor bei der Sache ist und viel Herzblut und DIY-Ethos entgegenschwappt. Das Scheibchen erscheint als Co-Release auf den bandeigenen Labels 1000milesintomyheart und Taste The Sword Records und ich muss zugeben, dass die Split 7inch äußerst hübsch geworden ist. Der stabile, goldfarbene Karton, der mit einer kupferstichmäßigen Zeichnung bedruckt ist, macht optisch schon mal ordentlich was her. Klappt man das Ding auf, so hat man – nachdem einige Zettelchen rausgepurzelt sind – freie Sicht auf die Lyrics (plus französisch/deutscher Übersetzung) beider Bands. Keine Ahnung, ob das bei meinem Exemplar ’ne Ausnahme ist, aber die beigefügten Aufkleber beider Bands und v.a. das selbst gezeichnete Cartoonbildchen sind schon so richtig persönlich gestaltete Gimmicks, die man nicht in jedem 7inch-Release findet. Und fischt man erst das Scheibchen aus der Hülle, dann bekommt man aufgrund der weißgoldenen Vinylfarbe ein ähnlich großes Auge, wie die Cartoonfigur. Geil! Und auch beim EP-Titel haben sich die Bands was gedacht, wie ich aus dem beiliegenden handgeschriebenen Briefchen entnehme. Fin De Siècle wird auch Dekadentismus genannt und bezeichnet die künstlerische Bewegung in der Zeit kurz vor dem ersten Weltkrieg, in der kultureller Verfall zum Objekt gemacht wurde. Die Bands ziehen mit dem Titel Parallelen zu unserer jetzigen Epoche.

Okay, die A-Seite gehört Uwaga aus Straßburg. Und die haben sich die Wandertipps des Alpenvereins sicher nur flüchtig durchgelesen. Überall steht doch geschrieben: langsam beginnen, Tempo immer gleichmäßig, Pausen einlegen usw. Die Franzosen marschieren aber mit schneidigem Schritt los und werden immer schneller, bis sie fast rasend die letzten Meter der Strecke hinter sich haben und den Gewaltmarsch mit festem Tritt beenden. Ob das an der ungewissen Zukunft liegt? Jedenfalls ist es von Vorteil, die Texte auch in der deutschen Übersetzung vor sich zu haben. Der Song Teenage Politics beginnt dann unterschwellig-melodisch und zündet ebenso gewaltig wie der Opener. Auch wenn hier leise Parts mit eingebaut sind, lebt der Song von seiner chaotischen, arhythmischen Dynamik. Und zum Ende hin kommen noch diese Gitarren zum Zug, die in der Lage sind, zentimeterdicke Steinbrocken zu zerschneiden. Screamo-Fans sollten die Band im Auge behalten.

Nun aber zu WuZeTian, deren Mitglieder übrigens aus diversen Kleinstädten Baden-Württembergs kommen. Ich erwähnte bereits, dass der 7inch ein handgeschriebener Brief beigefügt war. Nun, ein Glück, dass Marco den Brief überhaupt schreiben konnte, denn offenbar scheint auf der Band ein Fluch zu liegen (steckt etwa Wuzetian, die chinesische Kaiserin dahinter?). Diverse Mitglieder der Band quetschten oder verletzten sich jedenfalls diverse Extremitäten, mussten operiert werden. Danach konnten sie es nicht abwarten, wieder zu trommeln oder zu schrammeln, wodurch die Wunde erneut aufgeplatzt ist und eine neue OP notwendig war. Boah, sowas ist schon ätzend. Angesichts des angepissten Sounds von WuZeTian hätte man meinen können, dass diese krankheitsbedingten Hürden bereits gemeistert wurden und die zwei Songs nach dem Dahinsiechen auf dem Krankenbett entstanden sind. Coca Cola und Chemotherapie! Kennt jemand von euch noch die Band Stagnations End? Das hier erinnert mich total an diese geile Band! Wenn euch das Ding beim Durchstöbern von Distro-Kisten in die Hände fallen sollte, dann nehmt es mit. Oder noch einfacher: bestellt das Scheibchen gleich direkt beim Label, so liebevoll gemachte Releases findet man nicht alle Tage.

8/10

Bandcamp / 1000milesintomyheart


 

Bandsalat: Eeva, Forgetaboutit, Foxtrot, Letters To Catalonia, Löwen am Nordpol, Mvrmansk, Only The Bones, Time’s Tide

Eeva – „Шоссейный синдром“ (DIY) [Name Your Price Download]
Die Band Eeva kommt aus Moskau und wurde im Jahr 2009 gegründet. Anfangs noch mehr im emotive Screamo-Fahrwasser unterwegs, kamen im Lauf der Jahre auch einige Post-Hardcore-Einflüsse dazu. Auf dem neuen Album Шоссейный синдром (übersetzt in etwa: Straßenrennensyndrom) überwiegen diese deutlich und zudem gibt es eine wesentliche Neuerung, die der Band ziemlich gut zu Gesicht steht: ein Sängerwechsel. Der bisherige Sänger und Gitarrist Stepan hat das Mikro an Gitarrist Nikita abgegeben. Und Nikitas viel klarere und wärmere Stimme passt zu dem emotionsgeladenen Sound der Moskauer eindeutig besser. Die Gitarren zünden ein intensives Feuerwerk, der Bass und die Drums heizen zusätzlich ordentlich ein und auch wenn man die deutlich gesungenen Worte aufgrund der Unkenntnis der russischen Sprache nicht versteht, ahnt man, dass hier viel Schmerz und Wut drinsteckt. Diese Platte ruft in mir die Erinnerung an die Post-Hardcore-Hochzeit Mitte der Neunziger bis kurz um die Jahrtausendwende herum wach. Nachdem ich das Album bei Bandcamp entdeckte und gierig vom Name Your Price Download Gebrauch machte, versuchte ich, etwas mehr im Netz über die Band zu erfahren. Ist man der russischen Sprache aber nicht mächtig, kommt man nicht weit. Fans von Bands wie Fugazi, Parades End, Deadverse, Three Penny Opera oder None Left Standing sollten das hier definitiv anchecken. Ich wär jedenfalls scharf drauf, dieses Hammeralbum auf Vinyl zu haben.


Forgetaboutit – „The Resurrection of Everything“ (Big Day Records) [Stream]
90’s Style Melodic Punkrock, so wird die Band aus Norwegen angepriesen. In der Tat trifft diese Beschreibung exakt den Sound des im Jahr 2013 gegründeten Trios. Ich kenne die bisherigen Releases der Band leider nicht, aber auf The Resurrection of Everything kommt definitiv ein ordentlicher Schuss Hardcore dazu. Zugegeben, das Coverartwork sollte man schnell wieder vergessen, aber beim Anhören der fünf Songs sieht man sich in schwarz-weiß-Optik crowdsurfend und irre grinsend mit zerrissenem Lieblingsshirt über verschwitzte aber eng vertraute Leiber gleiten. All Deine Freunde sind im Pit, das hier fühlt sich echt an wie früher! Wühlt man in der Erinnerung, dann klopfen Bands wie die Satanic Surfers, Intensity, Pennywise, Millencollin, 88 Fingers Louie, Passage 4 oder Black Train Jack am Oberstübchen an. Bitte bitte, tauscht das Hip-Hop-Tape beim nächsten Skate-Contest gegen diese EP hier aus!


Foxtrot – „Settling For Survival“ (Jackknife Music) [Stream]
Eine schöne knackige und gelungene EP mit drei Songs gibt es von den Punkrockern Foxtrot aus Melbourne/Australien. Den Songs hört man jedenfalls die Spielfreude und den Spaß an der Sache an. Der Sound reißt vom ersten Ton an mit und animiert sofort zum mitwippen. Treibend, emotional und melodisch aber immer noch genügend Dreck dabei. V.a. die Gitarren zaubern mit ihren harmonischen Melodien immer wieder ein Grinsen in mein Gesicht. Dazu kommen noch etliche hymnenverdächtige Parts, die das ganze zu einem sehr kurzweiligen Erlebnis machen, auch wenn man songlängenmäßig im Punkrock kürzer gewohnt ist. Dürfte Fans von Bands wie z.B. den Get Up Kids, Modern Baseball oder Basement ebenso gefallen wie Leuten, die es mit Zeugs von Clowns, Hell & Back oder Audio Karate etwas knackiger lieben.


Letters To Catalonia – „Fragmentary“ (Skeletal Lightning) [Name Your Price Download]
Häppchenweise schmeißt die Band aus San Diego ihren emotionalen Auswurf vor die verformten und verkrüppelten Füße ihrer Fans, so dass diese ihren Freunden voller Frohsinn und Vorfreude die bevorstehenden und fantastischen Veröffentlichungen dieser frustriert wirkenden Formation völlig fasziniert und frei faselnd abfeiern. Hä? Ja, mir sind die Sicherungen durchgebrannt! Die drei Songs erscheinen wohl als Tape, ich hab sie mir als Name Your Price Download gezippt und hör das Ding seither mehrmals am Tag…natürlich in ausreichender Lautstärke. Dabei bin ich hibbelig und unruhig, weil die Band auf ihrer Bandcampseite verlauten lässt, dass neben den hier zu hörenden Songs noch weitere musikalische Perlen darauf warten, zusammen mit diesen wunderbaren Songs auf Vinyl veröffentlicht zu werden.


Löwen am Nordpol – „Vom Stochern in der Asche“ (Bosworth Recorded Music) [Stream]
Wenn man aus Berlin kommt und vom Stadt-Wappentier Bär die Schnauze voll hat und auch sonst bei Internet-Suchmaschinenergebnissen nicht von etlichen Knut-der-Eisbär-Ergebnissen überrollt werden möchte, dann nennt man seine Band am Besten nicht „Eisbären am Nordpol“. Löwen am Nordpol geht da schon eher, auch wenn das irgendwie albern klingt. Erderwärmung hin oder her. Nun, dass sich die Band selbst als lauteste Pop-Band Deutschlands betitelt, passt eigentlich ganz gut. Während die Gitarren schön bretzeln, bleibt der Sound insgesamt recht poppig, gerade beim Gesang und bei den Drums. Manchmal ist mir persönlich das Schlagzeug etwas zu glattgebügelt, gerade bei Songs wie z.B. Glaub Dir nicht oder Dich! Dich! Dich! Dich! klingt das etwas zu eintönig stampfend, da würde man sich ab und an etwas mehr Schmackes wünschen. Die zwölf Songs sind definitiv mehr Indie und Pop als Punk, da werden Erinnerungen an Bands wie Virginia Jetzt oder Die Fotos wach, auch wenn bei manchen Texten etwas frech in Richtung rebellische Pop-Kultur geschielt wird. Sollte der Band irgendwann der internationale Durchbruch gelingen, dann haben sich die Jungs mit dem Song Bringt mir den Kopf von Donald Trump die Chance einer Tour in Übersee gründlich verbaut!


Mvrmansk – „Selftitled Tape“ (Koepfen Records) [Name Your Price Download]
Weil sich das Tape der Band aus Chemnitz neulich auf Tour ziemlich gut verkaufte, bekam ich anstelle eines physischen Tonträgers hiervon leider nur ’nen Download-Link. Schade eigentlich, denn die Releases aus dem Hause Koepfen Records überzeugen neben der musikalischen Qualität auch durch ihren von Herzen kommenden DIY-Charme. Wie dem auch sei, das Quartett dürfte so ziemlich am Anfang stehen, erste Facebook-Aktivitäten sind seit Anfang Juni zu verzeichnen. Aber das muss ja nix heißen, denn die fünf Songs machen schon ordentlich was her. Schleppend, eher im Midtempo zu verorten, bahnen sich die Gitarren ihren steinigen Weg durch die endzeitlich geprägte Soundlandschaft. Die in deutscher Sprache vorgetragenen und mit reichlich Metaphern bestückten Texte werden vorwiegend herausgeschrien. Trotz düsterem Touch hat der Sound irgendwie ’nen gewissen Emo-Charakter. Post-Hardcore, Screamo und etwas Metal sind auch noch stets präsent. Dass das Tape auf der Tour wie warme Semmeln wegging, spricht für die Live-Qualitäten von Murmansk. Wäre nett, wenn man demnächst bei der Eingabe des Bandnamens weniger Ergebnisse bezüglich des Atom-U-Boot-Friedhofs in der Nähe des russischen Städtchens Murmansk bekäme. Fazit: der Underground in Chemnitz dürfte liebenswerter sein als der Underground in Murmansk. Und eigentlich schreibt sich die Band ja auch Mvrmansk, aber selbst da sind die Ergebnisse nicht anders. Rülps!


Only The Bones – „Death And His Brother Sleep“ (Pork Chop Express Records) [Stream]
Dieses Trio aus Chicago setzt sich aus Leuten der Bands Swan King, Snow Burial und This Computer Kills zusammen. Nach einem fuzzigen Intro mit reichlich Rückkopplungsgeräuschen arbeitet sich langsam ein knarziger Bass aus der Krachorgie heraus und plötzlich findet man sich in einem intensiven Mischmasch aus Emocore, Noise und Post-Punk wieder, als wären wir in Washington DC mitten in den Neunzigern. Die Vorbilder dürften mit Fugazi (das Emotionale), Drive Like Jehu (das Hibbelige) und At The Drive-In (das Experimentelle) jedenfalls schnell gefunden sein. Insgesamt sieben Songs sind auf der Debutscheibe der Band zu hören, für’s nächste Mixtape ist der Song Hourglass vorgemerkt.


Time’s Tide – „God, I’m Alone Here“ (DIY) [Name Your Price Download]
Auf Time’s Tide aus Edmonton/Kanada wurde ich erstmals durch die Past Lives-EP aufmerksam, die ich einst bei meinen Bandcamp-Streifzügen entdeckte und die auch direkt wärmstens empfohlen wurde, damals noch auf Borderline Fuckup. Nun haben die Jungs also ihr Debutalbum am Start und lassen erneut den bisswütigen Köter von der Leine, mit welchem ich den Sound der Band damals verglich. Der Sänger klingt wirklich wie ein angepisster Zach De La Rocha zu Inside Out-Zeiten. Am Besten gefällt mir die Band immer noch, wenn diese melodischen Midtempo-Parts auftauchen, die spannungserzeugend das anschließende Geprügel und Gekeife einleiten. Nach drei schnellen Oldschool-Songs taucht dieses groovy Phänomen erstmals beim Song Shields auf. Ab dem sechsten Track – gleichzeitig das Titelstück des Albums – bis zum letzten Song, dem genialen und fast balladesken Numbered. Numbered. Weighed. Divided., zu welchem man hervorragend moshen kann, bleibt dieser Zustand erhalten. Wenn ihr auf Bands wie z.B. Have Heart, Killing The Dream oder Count Me Out steht, dann solltet ihr die Band mal anchecken.


 

Fjørt – „Couleur“ (Grand Hotel Van Cleef)

Schon beachtlich, wie rasant Fjørt in einer Zeitspanne von nur fünf Jahren seit ihrer Gründung von der kleinen DIY-Screamo-Szene-Band zum Everybody’s Darling herangewachsen sind. Jedenfalls wirbelte die Meldung über ein neues Release im September diesen Jahres nicht nur bei eingefleischten Fans reichlich Staub auf, auch im mysteriös anmutenden Video zur Couleur-Hotel-Session dürfte das ein oder andere Staubkorn durch die verlassenen Flure des leer stehenden Hotels geblasen worden sein. Die Jungs legen releasetechnisch ein Wahnsinnstempo vor, immerhin ist Couleur seit Bandgründung im Jahr 2012 bereits das vierte Album. Und wie auch schon auf den bisherigen Releases zeigen die Jungs auch hier, dass das hier alles andere als Fließbandarbeit ist. Insgesamt elf Songs sind auf Couleur zu hören. Und bereits bei den ersten Durchläufen ist man vom dichten, klaren und bizarren Sound des Trios fasziniert. Alles andere hat bei den kommenden Hörrunden noch genügend Zeit, entdeckt zu werden, ohne dass auch nur die geringste Form von Langeweile aufkommt. Denn zu entdecken gibt es unglaublich viel. Und das nicht nur musikalisch, denn auch bei den Texten wird kein Blatt vor den Mund genommen. Wer die Jungs in den letzten Jahren live gesehen hat, kann bestätigen, dass zwischen den Songs auch deutliche Ansagen zum politischen Weltgeschehen und zum Miteinander in der Gesellschaft gemacht wurden. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, dass sich diese Themen auch in den Texten wiederfinden. Couleur dürfte das bis dato politischste Album Fjørts sein.

Als erstes fällt positiv auf, dass die Band musikalisch keineswegs gewillt ist, zahmer zu werden. Fjørt spinnen den Faden weiter, klingen aber trotzdem an manchen Stellen experimentierfreudiger als noch auf Kontakt. Sperrige Dissonanz und melancholische Melodie stehen meist dicht beieinander. Nach dem groovigen Auftakt mit Südwärts bekommt man erstmals Stielaugen, als im Mittelteil so schöne Gummi-Gitarren auftauchen. Danach geht es groovig weiter, bis beim Song Eden dieser tolle Basslauf und diese flirrenden delayartigen Gitarren durch den Raum schwirren und man die Band aus der Erinnerung heraus in weiches blaues Licht getaucht aus dem Nebel aufblitzen sieht. Geiler Song! Bei Mitnichten wird erstmals auf’s Gaspedal gedrückt, so dass das anschließende Raison nicht nur musikalisch sondern auch textlich seine gespenstische Stimmung voll ausleben kann. Bei den Songs Windschief und Fingerbreit wird es wieder zugänglicher, beide Songs erinnern mich irgendwie an das Zeugs vom Fjørt-Vorläufer Longing For Tomorrow. Und auch die restlichen Stücke vergehen wie im Flug, bis man sich nach dem einlullenden Karat abrupt in der Stille wiederfindet, die man sofort mit einem weiteren Durchlauf füllen möchte.

Die Vinyl-Version dürfte sicher umwerfend schön sein. Das schließe ich jetzt einfach mal daraus, weil mir die Gestaltung der zugesandten Digipack-CD insgesamt sehr gut gefällt und Grand Hotel Van Cleef-Vinyl-Deluxe-Editions immer direkt ins Herz treffen. Das Textheftchen ist angenehm lesbar, dabei hat man während des Hörens genügend Zeit, die Fotos aus vergangenen Tagen zu bewundern. Die Fotos stammen nämlich mal wieder aus dem Familien-Fotoalbum von Sänger Chris, es handelt sich um seinen Opa und dessen Bruder. Und wie das bei inszenierten Kinderfotos so ist, hat man immer wieder mal den Eindruck, dass die Kinder sich in der damaligen Situation gar nicht so wohl gefühlt haben. Kennt ihr z.B. das Bild, bei dem zwei Kinder zusammen mit einem in einem Osterhasenkostüm verkleideten Mensch geknipst wurden? Das bringt diese Stimmung ganz gut zum Ausdruck. Couleur ist jedenfalls eines dieser grandiosen Alben, bei denen man merkt, dass die Bandmitglieder mit Herz, Haut und Haaren alles geben, was sie zu geben haben!

9,5/10

Facebook / Bandcamp / Video / Grand Hotel Van Cleef


 

Arrowhead – „Maunder“ (lifeisafunnything)

Ist euch schonmal der Begriff „Diderot-Effekt“ unter die Ohren gekommen? Nun, unter einem Diderot-Effekt versteht man folgende Situation: der Kauf eines bestimmten Gegenstandes zieht einen weiteren Kauf nach sich. Kennt ihr alle. Man kauft sich eine braune Hose und plötzlich passt die lila Jacke nicht mehr farblich dazu, weshalb man dazu gezwungen ist, eine neue zu kaufen. Oder ein anderes Beispiel: man kauft sich diese hübsch aussehende 12inch von Arrowhead, deren Vinylfarbe so unheimlich schön Warnwesten-orange leuchtet, obwohl man aber gar keinen Plattenspieler besitzt. Auch wenn der 12inch ein Download-Code beiliegt, kommt ihr um den Kauf eines Plattenspielers nicht herum. Denn diese drei neuen Songs der Band aus Boston/Massachusetts entfalten erst mit dem Aufsetzen der Nadel so richtig ihre ganz besondere Magie.

Wenn der Schreiber dieser Zeilen irgendwas von „diese Pfeilspitze trifft förmlich mitten ins Herz“ oder „ein Traum in schwarz-weiß“ faselt, dann solltet ihr das verdammt nochmal sehr ernst nehmen…aber von vorn: als ich einst beim Bandcamp-Surfen auf die Bostoner Band und ihr Album A Collection Of What You’ve Lost aufmerksam wurde, konnte ich noch nicht ahnen, dass eines meiner Lieblings-Labels einige Zeit später eine Split-12inch der Jungs veröffentlichen würde. Besagtes Split-Release mit der Band Forever Losing Sleep hinterließ mit nur einem einzigen – aber hochintensiven Song – den dringenden Wunsch nach mehr. Dieser Wunsch wird mit Maunder mehr als erfüllt. Und ähnlich wie beim Diderot-Effekt hänge ich nun in so einer Art Schlaufe, der Heißhunger auf neue Songs ist jedenfalls erneut geweckt.

Drei Songs, 19 Minuten Spielzeit. Klassisches Artwork, drei düstere schwarz-weiß-Fotografien. Darunter sind diese sehr persönlichen Texte abgedruckt. Jedes Wort scheint auf der Waage des Lebens. Auffallend ist, dass die Songs analog zu den Fotos im Verlauf der Spielzeit immer düsterer werden. Die Songarragements strotzen vor Vielseitigkeit, so dass die Zeit wie im Nu vergeht, obwohl größtenteils im Midtempo musiziert wird. Nun, Hearth beginnt fast fröhlich mit diesen unverzerrten Gitarren und dem treibenden Schlagzeugspiel, bis man sich im Verlauf des Songs in einem Strudel voller Melancholie und Verzweiflung wiederfindet. Auch das nachfolgende Magnifying Glass hat seine Momente der Auswegslosigkeit und bewegt sich leise schlingernd in Richtung Abgrund. Anfangs noch optimistisch und sphärisch, baut der Song eine gewisse Spannung auf und wechselt fast schleichend und unbemerkt die Position, wie eine Sanddüne, Sandkorn um Sandkorn. Bis zum eingangs erwähnten Abgrund, der mit dem Wechsel auf die B-Seite und dem Beginn des achtminütigen Songs Fault Lines auswegslos seinen weiteren Verlauf nimmt. Hier dringen seelische Schmerzen aus dem dunklen Dickicht ans graue Tageslicht, hier ertönen Klangfelder, die wie traurige Erzählungen scheinen. Von der Stimmung her erinnert mich das an so Bands wie ganz frühe Eyehategod oder Graveyard Rodeo, so düster ist das. Aber natürlich ist Arrowhead vom Sludge meilenweit entfernt. Auf Maunder bekommt man es eher mit intensivem Post-Hardcore, Ambient, Post-Rock und Emocore zu tun. Und das vom allerfeinsten und abseits von jeglichen angesagten Trends! Das hier dürfte Fans von We Never Learned To Live, Envy, La Dispute oder The Saddest Landscape hellauf begeistern. Haltet euch also ran, die EP dürfte mit einer Auflage von 200 Stück schnell vergriffen sein!

9/10

Facebook / Bandcamp / lifeisafunnything


 

70cm³ Of Your Chest – At First Chaos Came To Be (koepfen records u.a.)

Wenn man erstmal diese äußerst ansprechende 12inch in den Händen hält, dann ist es eigentlich schon längst um einen geschehen. Obwohl die Plattenhülle recht einfach gestaltet ist, ist das Ding ein richtiger Hingucker. Die schwarz-weiß-Optik mit ausgestanzter Mitte gibt einen idyllischen Blick auf das vom Textblatt lachende Berg-Panorama frei. Fischt man dann die Scheibe aus der Hülle, kommt berggesteinsgraues Vinyl zum Vorschein. Die Band kommt ursprünglich aus Vilnius, der Hauptstadt Litauens, ist wohl aber mittlerweile nach Berlin übergesiedelt. Die im Jahr 2014 gegründete Band hat bisher eine Split mit der litauischen Band Red Water im Gepäck. Ihr fragt euch sicher, was es wohl mit dem Bandnamen auf sich hat. Nun, ich wage eine Interpretation: 70cm³ beträgt das Schlagvolumen des Herzens bzw. das Blutvolumen, das bei einem Herzschlag von der linken Herzkammer ausgeworfen wird.

Hinter den sechs Songs steckt eine Art Konzept, dabei schwirren düstere Gedanken um das, was zwischen Himmel und Erde so vor sich geht. Befasst man sich mit den Texten, dann entdeckt man auch hier den Kontrast zwischen Abgrund und Hoffnung. Auf der einen Seite schwebt ein Fünkchen Hoffnung, während auf der anderen Seite die schiere Verzweiflung tiefe Löcher ins Gemüt gräbt. Betrachtet man unter diesen Umständen das von Bassistin Justina entworfene Albumartwork, dann schließt sich der dreidimensionale Kreis.

Das Album beginnt mit einem sich schleichend und steigernd aufbauenden instrumentalen Intro, das zum Ende hin vor dissonanter Melancholie zu zerbersten droht und man sich plötzlich in der Untergangsstimmung des im Midtempo walzenden und malmenden The Birth Of The Cosmos wiederfindet. Trotz all der Finsternis baut das Trio immer wieder unterschwellige Melodien oder unverzerrte Bass/Gitarre-Parts ein, die mit derbem Verzweiflungsgeschrei hinterlegt sind. Womit wir auch musikalisch beim kontrastreichen Konzept angekommen wären. The Lower Air beginnt dann mit diesen gespenstischen Metal-Gitarren, die mich etwas an ganz frühe Paradise Lost erinnern. Und auch hier finden sich diese unverzerrten Parts wieder, die eine ganz eigene Stimmung transportieren und die anschließenden verzerrten Töne umso wuchtiger erscheinen lassen. Auf der B-Seite wird es dann mit The Gloom Of The Netherworld noch einen Ticken melodischer, hier kommen auch die mehrstimmigen Bandchöre ganz gut rüber. Und mit The Primordial Mix Of Elements kommt die Band auch mal aus der Midtempo-Schiene raus und zeigt, dass ihr auch ein schnelleres Tempo gut zu Gesicht steht. So, wie das Album mit einem instrumentalen Intro begonnen hat, so schließt es auch mit einem ebenso instrumentalen aber insgesamt hoffnungsvollen und eher ruhig gehaltenen Outro.

Wer also auf gut gemachten Post-Hardcore mit Screamo und Post-Rock-Elementen steht, der sollte dieses schön gemachte DIY-Release unbedingt anchecken. Neben Koepfen Records und zilpzalp records sind auch noch die Labels Prejudice Me Records und MMVA am Release beteiligt.

8/10

Facebook / Bandcamp / Koepfen Records