Bandsalat: Anorak., Coppersky, Halcyon Days, Hexis, Human Abfall, Humans The Size Of Microphones, Leoniden, Twin Red

anorak_enthusiatsandcollectors_cover_digitalanorak. – „Enthusiasts And Collectors“ (Uncle M) [Video]
Schon die neulich vorgestellte Kalter Frieden-EP machte Neugier, welch spannende Sachen man noch von der Post-Hardcore-Band aus Köln hören wird und ein paar Wochen später ist es auch schon so weit. Auf Uncle M erscheint das Debutalbum des Quintetts in 500er-Auflage als handgefertigte 12inch im Sleeve, auf dem auf der Frontseite jeweils ein Polaroid-Foto eingeklinkt ist, jedes der 500 Stücke ist also ein Unikat. Den Fotos im Uncle M-Shop nach zu urteilen sieht das Ding schön Oldschool-Emo-mäßig aus, das Teil würd ich mir gern auf dem Plattenteller versenken. Nun, geboten werden insgesamt elf Titel, darunter auch der Song The Mood, den man schon von der Kalter Frieden EP her kennt. Mit etwas über 45 Minuten Spielzeit geht man als Band das Risiko ein, dass ein Album zu einer zähen Angelegenheit werden könnte. Nicht so bei anorak., denn die ausgefeilten Songarrangements lassen keine Spur von Langeweile aufkommen, zudem bauen die Jungs zum intensiven Posthardcore auch noch intensive Emopassagen, Screamo, Modern Hardcore und Post-Rock-Elemente ein, so dass das Ganze zu einem höchst interessanten Soundgebräu wird. Die Gegensätze laut/leise und ruhig/treibend sind bei diesem Album hervorragend herausgearbeitet, zudem merkt man der ganzen Sache an,  dass hier viel Herzblut drin steckt. Musikalisch gefallen die melodischen Gitarrenparts, die sich mal zu meterhohen Soundwänden auftürmen und anschließend wieder bedächtig in sich kehren genauso, wie der gegenspielende Bass und das Druck machende Schlagzeugspiel, zudem fügt sich die Stimme des Sängers in den Gesamtsound hervorragend ein, mal wird heiser geschrien und dann wieder kraftvoll gesungen. Auch die Texte sind nähere Betrachtung wert, sie behandeln gesellschaftliche sowie persönliche Bereiche. Interessante und spannende Angelegenheit.


DIGITAL ARTWORKCoppersky – „If We`re Losing Everything“ (Uncle M) [Video]
Die aus Utrecht/Niederlande stammende Band Coppersky ist fast ein Familienbetrieb, da sie sich zu 3/5 aus Brüdern zusammensetzt und daher rein oberflächlich betrachtet an Bands wie die Kelly Family oder Kings Of Leon erinnert. Vom Sound her geht es aber eher in die Richtung der letztgenannten, The Gaslight Anthem und The Hold Steady wären auch Referenzen. Wer auf so ’nen Heartland-Rock-Kram mit Bruce Springsteen-Stimme gepaart mit ein paar Punk-und Emo-Einflüssen kann, sollte sich die Band mal genauer anhören.


Halcyon Days – „Selftitled EP“ (DIY) [Stream]
Im Presseinfo stehen nicht allzuviel brauchbare Infos, es wird zumindest gleich zu Beginn irgendwas von Metal/Hardcore gelabert, der sich von Bands wie Architects oder Counterparts inspiriert fühlt. Und ja, das kann man diesen vier Songs der aus Oslo/Norwegen stammenden Band durchaus attestieren, zudem erinnern mich die eingängigen Chor-Refrains an manchen Stellen stark an Bands wie Linkin Park oder Underoath. Post-Hardcore gepaart mit Melodic Hardcore und einigen Moshparts eben. Technisch gibt’s nix zu meckern, wer  aber auf der ständigen Suche nach Eigenständigkeit ist, wird hier eher nur altbewährtes finden. Reinhören tut jedenfalls nicht weh, wenn ihr auf die o.a. Bands könnt.


Hexis – „MMXIV A.D. XII KAL. DEC.“ (time as a color u.a.) [Stream]
Wie lang ist das her, dass ich ’ne Flexi auf meinen Plattenspieler geklatscht habe? Mindestens 20 Jahre, wenn nicht mehr. Früher lagen die Dinger ja gerne irgendwelchen Undergroundzines bei, die geniale Impulse Manslaughter-Flexi kommt mir dabei gerade in den Sinn. Der Knüller in meiner Schallplattensammlung: eine rote Flexi mit dem Song: Raider heißt jetzt Twix…haha. Damit hat die Kopenhagener Band Hexis natürlich nichts im geringsten am Hut. Aber was mir persönlich bei Flexi-Discs auffällt: der Sound ist deutlich kratziger und heller, als auf „richtigem“ Vinyl. Keine Ahnung, vielleicht liegt das auch an meinem billigem Schallplattenspieler, aber die drei Songs von Hexis klingen sehr hochtönig. Das könnte aber auch daran liegen, dass es sich dabei um eine Liveaufnahme handelt, die in Japan entstanden ist. Auf der A-Seite gibt’s den Song Odium, auf der B-Seite erwarten euch die Songs Timor und Abalam.  Für Fans der Band sicher interessant.


Human Abfall – „Form Und Zweck“ (Sounds of Subterrania) [Stream]
Mit ihrem Debut Tanztee von Unten konnten die Stuttgarter bei mir schon punkten, da dieser kalte Post-Punk irgendwie an die depressiven und trostlosen 80er erinnerte, als es keine Zukunft zu geben schien und politisch wie umwelttechnisch einiges im Argen lag. Projiziert auf unser aktuelles Weltgeschehen kommt der reduziert, beklemmend und trostlos wirkende und sehr eigenständig bisweilen sehr psychedelische Sound der Stuttgarter natürlich gerade recht. Der atonale Gesang und die doppelbödigen und scharfzüngigen Texte von Sänger Flavio Bacon setzen dem ganzen noch die Krone auf. Kaputter Dada-Post-Punk mit Surf/Dub/Soul/Jazz und Hip Hop-Einflüssen, erinnert ein wenig an Bands wie EA80, Einstürzende Neubauten und The Young Gods.


Humans The Size Of Microphones –  „Human Crop Circles“ (SuperFi Records) [Name Your Price Download]
Wow, die Gitarren sägen schonmal ordentlich los, auch das Schlagzeug macht massiv Dampf, das erinnert an alte Ebullition/Gravity-Emocore-Bands. Zwischen Skramz und Screamo passen aber immer wieder dick melodische emotive Hardcore-Gitarren, die schön Wall Of Sound-mäßig und fett abgemischt aus den Lautsprechern kriechen und Dich an die Wand drücken. Und jetzt das Traurige: soweit ich das verstanden habe, existiert diese UK-Band längst nicht mehr , die Jungs waren wohl in den Nullerjahren bekannt für ihre ausufernden Live-Shows. Auf der LP befinden sich die 5-Song-Demo und 5 bisher unveröffentlichte Songs, absolut zeitlos. Schönes Zeitdokument, da solltet ihr mal reinlauschen.


leoniden_single_coverLeoniden – „Two Peace Signs“ (Two Peace Signs Records) [Video]
Diese selbstreleaste EP der norddeutschen Band Leoniden ist mit vier Stücken ausgestattet, die absolut eigenständig daherkommen, ein bisschen kann man den Sound von Leoniden mit funky Indierock umschreiben, der zeitweilig sogar recht radiotauglich klingt (ich hör zwar selbst kein Radio und kann daher nicht beurteilen, was da so läuft, aber es wäre wünschenswert, wenn so eine Mucke unter das Volk gebracht werden würde). Nun, gleich der Opener 1990, zu dem es übrigens ein nettes Video gibt, geht sofort ins Ohr und verzückt mit einem bombastischen Refrain und sexy Guitar/Bass-Tunes, um es mal auf neudeutsch zu sagen. Solltet ihr mal für zwischendurch als Kontrast zu dem ganzen Screamo-Geschredder vormerken.


Twin Red – „Please Interrupt“ (Evil Greed/Uncle M) [Stream]
Warum sich die Hannoveraner Band Client. in Twin Red umbenannt hat, lässt sich im Presseinfo leider nicht rauslesen, für Internet-Recherche bin ich gerade auch zu faul. Ein Stilrichtungswechsel kann unmöglich dahinterstecken, denn die Weiterentwicklung zwischen dem letzten unter dem Namen Client. veröffentlichten Album Joy Is The Only Treat und der neuen Scheibe ist kaum merkbar, die Jungs stecken immer noch tief drin im 90’s Emosound. Manche der zehn Songs klingen zwar an einigen Stellen gezähmter als früher, da schleicht sich schonmal ein catchy College-Rock-Riff ein. Bands wie Basement, Jimmy Eat World, Sense Field oder Titel Fight kommen genau so in den Sinn wie Neo-Grunge-Zeugs á la Superheaven, Turnover oder Citizen. Die Melancholie steht jedenfalls nicht nur textlich im Vordergrund, auch musikalisch  reicht das Spektrum von geil klingenden Gitarren bis zu verträumtem Gesang und  ins Ohr gehenden Refrains, trotzdem hat der Sound noch genügend Biss und Drive. Twin Red bewegen sich mit diesem Album jedenfalls auf internationalem Niveau und brauchen sich hinter irgendwelchen gehypten US-Bands nicht zu verstecken. Der Sommer kann kommen.


Bandsalat: Anorak, Chiefland, The Guests, Planet Watson, Rope, Ubiquity, White Wine, Yndi Halda

Anorak – „Kalter Frieden EP“ (Uncle M) [Video]
Dieses Quintett aus Köln existiert wohl bereits seit 2010 und doch handelt es sich bei diesen zwei Songs um die Debut-EP der Jungs. Nun, manchmal dauert es halt ein wenig länger und im Falle der zwei Songs lässt sich sagen, dass diese sehr durchdacht arrangiert und ausgefeilt klingen. Irgendwo zwischen Post-Hardcore, Screamo, Emo und etwas Post-Rock ist eine Mischung entstanden, die zu begeistern weiß. Verspielte Gitarren-Parts mit schönen Basspassagen werden von atmosphärischen Stimmungen begleitet, bevor die Gitarren dann doch anziehen und fetter werden. Zudem beherrscht der Sänger diese resignierende Melancholie, die emotionsgeladen zwischen predigenden Spoken Words und Geschrei pendelt. Abgefahren auch die nach Nintendo-Spiel klingende Gitarre bei Cold Winter. Und auch textlich hat die Band was zu sagen, Cold Winter z.B. setzt sich mit den tagespolitischen und gesellschaftlichen Themen der Flüchtlingsdebatte auseinander. Fans von Pianos Become The Teeth und La Dispute sollten mal ein Ohr riskieren.


Chiefland – „To Part Means To Die A Little“ (DIY) [Name Your Price Download]
Für die selbstreleaste Debut-EP  haben sich die Jungs aus Göttingen was einfallen lassen, weshalb das Ding letztendlich auch schön anzusehen ist, obwohl es „nur“ eine CD ist. Als Hülle dient ein Hochglanz-Pappschuber, der mit Blumenmustern verziert ist, die man eher von Ikea-Tapeten oder Oma-Bettwäsche her kennt. Mir gefällt sowas ja. Die CD selbst kommt in Vinyloptik, zudem liegt ein äußerst hübsch gestaltetes und Ziehharmonika-mäßig gefaltetes Textblatt bei. Da liest man gerne drin, während man den vier Songs lauscht. Bei Melodic Hardcore geht es mir in letzter Zeit immer häufiger so, dass ich manche Bands aus dem Genre schwer unterscheiden kann, weil sie fast identisch klingen. Bei Chiefland kommen jedoch Elemente vor, die sich etwas aus der Masse abheben. Z.B sind da die Vocals, die an manchen Stellen etwas derber und nicht so extrem leidend klingen, manchmal wird auch nur gesprochen. Zum anderen fahren die vier Jungs öfters mal zurück und lockern dieses Melodic Hardcore-Ding mit  fast schon postrockigen und sehr melancholischen Parts auf. V.a. die Bass/Gitarrenfraktion hat den ein oder anderen Trumpf im Ärmel, hört euch z.B. mal den Anfang von Wolfmouth  an, das klingt doch verdammt cool. Die satte Produktion ist natürlich ebenfalls von Vorteil, aber unterm Strich gefällt mir das, was Chiefland da machen v.a. wegen den melodischen Parts.


The Guests – „Red Scare ’15 Tape“ (Sabotage Records) [Stream]
Wenn man das Tape von außen erst mal dreht und wendet, dann fällt auf, dass alles ziemlich minimalistisch gehalten ist. Die schwarze Hülle wird auf der Frontseite von ’nem kitschigen, aber dennoch hübschen Blumen/Apfelblüten-Motiv geschmückt, Bandname und EP-Titel stehen auf dem Tape-Rücken, die vier Songtitel sind auf dem Falz aufgeschrieben. Nun, innen sind keine Texte vorhanden, jedoch findet man einen DL-Code, von dem ich leider Gebrauch machen muss, da meine Kinder den Tonkopf meines Tapedecks geschrottet haben, indem sie mit ’nem harten Gegenstand dran rumgekratzt haben. Um die Qualität des Tapes anzuchecken, hab ich dem Ding heimlich und außer Sichtweite der Kinder wenigstens einen Durchlauf auf meinem hundert Jahre alten Walkman gegönnt. Erstaunlich, das Gerät hat seinerzeit einiges aushalten müssen, und doch spielt es Musik zuverlässiger ab, als die Playback-Maschine von Justin Biber. Aus diesem Grund muss ich das Ding so lang wie möglich vor meinen Kindern versteckt halten. Jedenfalls laufen mir die vier Songs extrem gut rein. Das, was die Band aus Philadelphia da macht, kann man grob in die Wave-Ecke stecken, dabei ist auch ein gewisser Post-Punk-Drive nicht von der Hand zu weisen. Mir gefällt v.a. der wavige Bass im Zusammenspiel mit den The Cure-angehauchten Gitarren. An manchen Stellen nervt das Keyboard und das etwas monoton gespielte Schlagzeug, aber das machen die melancholisch gespielten Gitarren und die oftmals an den Strokes-Sänger erinnernden Vocals  wieder wett. Zudem ist das alles schön melodisch und eingängig.


Planet Watson – „Do What You Want“ (DIY) [Stream]
Schon das Cover dieses selbstreleasten zweiten Albums der Stuttgarter/Ludwigsburger Skatepunks spricht Bände und zeigt ungefähr die Richtung an, in die es musikalisch geht. Drückt man die Playtaste, brettert der melodische Sound sofort zappelig in die Ohren, dabei keift sich ’ne überschlagende Rumpelstilzchen-Stimme in Ekstase. Und wie man im Verlauf des Albums erfährt, kommen zu dieser Stimme noch etliche anderen Stimmen dazu, denn die Jungs lassen sich wohl gerne von Sängern befreundeter Bands unterstützen, was eindrucksvoll zeigt, dass die Szene doch einen gewissen Zusammenhalt hat. Geil, das Zeug von Planet Watson klingt schön 90er-lastig, da schweben flauschige Wölkchen namens Satanic Surfers, Intensity, Passage 4, Crivits, Good Riddance, schnellere Shades Apart oder aber auch melodischere Heckle vor’m mit grauem Star getrübten Auge rum. Aber auch Bands wie Death By Stereo, H2O, As Friends Rust und Strike Anywhere scheinen große Einflüsse zu sein. Hey, 13 Songs, davon nur ein einziger, der kurz über zwei Minuten kommt, alle anderen liegen darunter. Und auch wenn man aus dem Presseinfo nicht allzuviel herauslesen kann, weil dieses hauptsächlich aus einer Liste mit bekannteren Bands besteht, mit welchen die Jungs schon gespielt haben, dann wird hierdurch deutlich, dass die Jungs von Planet Watson live sicher die Sau rauslassen.  Und übrigens, Planet Watson dürften nicht nur Leuten gefallen, die den Unterschied zwischen Waterboarding und Skateboarding kennen. Also ihr Punx, checkt das mal an…


Rope – „Manteision Bodolaeth“ (Truthseeker Music/Alive) [Stream]
Betrachtet man das Albumcover der Band aus South Wales, dann denkt man eher an eine Ibiza-Disco-Hits Best Of. Weit gefehlt, denn befördert man das Ding in den CD-Schacht, dann wird man gleich mit einem Filmsample aus einem der ersten und bedeutendsten deutschen Tonfilmproduktionen konfrontiert. Geniales Filmzitat eigentlich: Was weißt denn du? Was redest denn du? Wer bist du denn überhaupt? Wer seid ihr denn, alle miteinander? Verbrecher!  Ganz genau. Und es geht auch noch weiter. Wenn eine englische Band so nerdige Filmzitate verwendet, dann schlägt der Sound sicher in eine ähnliche Richtung. Spätestens nach den ersten Klängen wird klar, dass Rope nicht nur im Filmgeschmack Experten sind. Die sechs Songs kommen schön vertrackt und verschwurbelt daher, da kommen Bands wie Shellac oder Lungfish in den Sinn, welche sogar im Bandinfo erwähnt werden. Im Info werden zudem noch Basement und die Self Defense Family genannt, das spiegelt sich aber eher im dreckigen Gitarrensound wieder, göttliche Basement-Melodien sind eher Fehlanzeige. Obwohl, Earth Brian Lung  hat so einen gewissen Basement-Drive, aber wo man mit Basement-Songs auf Anhieb warm wird, braucht es bei Rope schon ein paar Durchläufe, bevor man die Songs im Ohr hat.


Ubiquity – „Quiet in Hopelessness“ (Dingleberry Records u.a.) [Stream]
Beim italienischen Spoken Word-Intro wünscht man sich direkt, ein paar Fetzen davon zu verstehen, die kryptische Übersetzung per google translate bringt dann doch ein wenig Licht ins Dunkel. Zwischen Wut, Verzweiflung und Resignation pendeln sich auch die nachfolgenden sechs Stücke ein, das ganze wird mit einem chaotischen und emotionalen Mix aus Screamo, Emotive Hardcore, Emoviolence, Post-Hardcore und etwas Neo-Crust untermalt. Der Albumtitel könnte die Musik der Jungs nicht treffender beschreiben. Die unterschwelligen Melodien, das verzweifelte Geschrei, dann wird der Sound wieder etwas zurückgefahren. Läuft gut rein. Die Band aus Sardinien erinnert mich ein wenig an eine Mischung aus Øjne, Funeral Diner, Raein und Danse Macabre.


White Wine Cover 2500White Wine – „Who Cares What The Laser Says“ (This Charming Man) [Song-Stream]
Das Cover der Digipack-CD bestätigt meine Vermutung über den Sound der international zusammengwürfelten Band. Das Trio, das sich aus Joe Haege (31 Knots/Tu Fawning/Menomena), Fritz Brückner und Christian Kühr (Zentralheizung Of Death) zusammen setzt, klingt sehr, „sehr“ experimentell. Da wird Industrial mit Indie gemixt, zudem kommen 31Knots-mäßige Ideen zum Einsatz, die ja auch nicht jedermanns Sache sind. Auch wenn oftmals melodische Momente zum entspannen einladen, verwirren im folgenden Verlauf die experimentellen Einsprengsel so einiges.


Yndi Halda – „Under Summer“ (Big Scary Monsters/Alive) [Song-Stream]
Da ich Yndi Halda bisher noch nicht kannte, kam mir der Pressewisch diesmal sehr gelegen, denn diesem entnahm ich, dass es sich bei Under Summer um das mittlerweile zweite Studioalbum der Briten handelt und zwischen dem Debutalbum Enjoy Eternal Bliss und Under Summer auch schon wieder acht Jahre liegen. Vermutlich bin ich nie auf die Band aufmerksam geworden, da ich mich nicht so sehr für instrumentalen Post-Rock interessiere. Nun, zumindest wird auf diesen vier Songs gesungen, so dass die insgesamt 58 Minuten für mich eher erträglich sind. Von der Dichte des Sounds fasziniert, verzücken immer wieder toll gespielte Gitarren und ein Schlagzeuger, der auch mal die Becken ordentlich crashen lässt, da stören auch die häufig eingesetzten Streicher nicht. Wenn ihr auf Mogwai, Explosions In The Sky und GY!BE könnt, dann solltet ihr hier mal in einer ruhigen Minute reinhören.