Bandsalat: Deutsche Laichen, Field Medic, Fury, Horse Jumper Of Love, Jamie Lenman, Prince Daddy & The Hyena, Proper, Tausend Löwen Unter Feinden

Deutsche Laichen – „Selftitled“ (Zeitstrafe) [Stream]
Ha, der Name! Geil! Mit For A Start beginnt die Scheibe schön gediegen, man könnte fast meinen, dass man gleich eine wundervolle Emo-Platte zu erwarten hat, aber weit gefehlt: Deutsche Laichen machen astreinen Asi-Schrammelpunk und klingen ziemlich nach Ende Achtziger/Anfang Neunziger. Dabei teilt die Göttinger Queer-Punkband im Verlauf der elf Songs textlich ordentlich aus und pöbelt, was das Zeug hält, sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache, wobei mir die deutschen Texte viel besser gefallen. Die Sängerin rotzt ihre wutschnaubenden und feministischen Texte direkt raus, sich ausgekotzt wird gegen nerviges Mackertum, Polizeigewalt und Sexismus! Äußerst wichtig, gerade in den heutigen Zeiten! Die Textphrasen brennen sich schön ins Gehirn rein, so dass hoffentlich auch bald jeder besoffene Doofpunk endlich kapiert, wie man sich Frauen gegenüber zu verhalten hat. Auch wenn auf den ersten Blick alles ziemlich schrammelig und rotzig klingt, weiß die Band genau, wie sie richtige Ohrwürmer zustande bekommt. Manche Songs erinnern mich daher an Bands wie Knochenfabrik, Hans-A-Plast oder frühe Slime. Ist Du bist so schön, wenn Du hasst eigentlich eine Anspielung auf Tanz der Moleküle von MIA? Wer weiß das schon! Was jedoch absolut sicher ist: das hier ist eine sehr wichtige und gute Deutschpunkplatte, die ihr nicht verpassen solltet!


Field Medic – „Fade Into The Dawn“ (Run For Cover Records) [Stream]
Hinter dem Name Field Medic steht Kevin Patrick, ein Folk-Musiker aus Los Angeles. So Singer-Songwriter-Zeugs ist ja nicht unbedingt meine Lieblings-Musikrichtung. Jetzt hat der Digipack mich aber nun mal erreicht, so dass ich an einem lauen Sommerabend auf dem Balkon das Ding doch mal in den Player klatschte. Nach ein paar Durchläufen wird klar, dass die Musik Field Medics der abfälligen Bezeichnung als Musik für’s Lagerfeuer nicht gerecht wird. Die mit spärlichen Cleangitarrenklängen ausgestatteten Acoustic-Songs klingen v.a. aufgrund Kevins zerbrechlich wirkenden und warmen Stimme sehr melancholisch und intim. Hört man dazu noch auf die autobiographischen Textzeilen, dann wird einem wieder mal bewusst, was Musiker eigentlich tagtäglich für ihre Leidenschaft alles in Kauf nehmen müssen. In was für Schwierigkeiten man als Musiker auf Tour geraten kann, erfährt man in den häufig selbstironischen Lyrics, die mit reichlich schwarzem Humor gespickt sind. Wäre natürlich cool, wenn dem Digipack ein Textblatt beiliegen würde, aber da Kevin verständlich und klar singt, kann man auch so alles gut verstehen. Zehn Songs werden in einer halben Stunde dargeboten. Hach, und jetzt hab ich’s: an manchen Stellen klingt Kevins Stimme mit viel Phantasie etwas nach Matt Pryor mit seinem Solozeug.


Fury – „Failed Entertainment“ (Run For Cover Records) [Stream]
Das 2016er Debutalbum der Band aus Kalifornien war mal wieder nach langer Zeit eine Hardcoreplatte, die ganz gewaltig bei mir einschlug. Nun hat die Band ihrem einst so oldschooligen und rohen Sound noch eins draufgesetzt! Bereits der Opener Angels Over Berlin haut euch aus den Latschen! Sehr groovige Gitarren brechen über Deinem Kopf zusammen, es folgen Gitarrenriffs, die in bester Orange County-HC-Manier loszwirbeln. Auf der einen Seite dieser Groove, der an Bands wie Snapcase erinnert, auf der anderen Seite diese melodischen Gitarren, die an Zeugs wie frühe Ignite, Uniform Choice, Speak 714 und zig andere Bands, in denen Joe D. Foster die Gitarre zockte, erinnert. Voll und ganz überzeugt auch der äußerst druckvolle Sound, laut aufgedreht rockt das Ding wie Hölle! Insgesamt gibt es elf oldschoolige Hardcoregranaten zu hören, der Spuk ist in nichtmal ganz einer halben Stunde vorbei! Kurze knackige Songs, eingängige Melodien, ein wutschnaubender Sänger, schöne Gangvocals, was will man mehr! Was ein wenig schade ist: dem mit einem kunstvollen Artwork ausgestatteten Digipack liegen leider keine Texte bei, lediglich der Text zum Spoken Word-Stück New Years Days ist abgedruckt. Muss man halt auf Bandcamp ausweichen um zu erfahren, dass in den Texten sehr persönliche Erlebnisse und Eindrücke verarbeitet werden. Wenn man sich für das Leben eines Künstlers entschieden hat, kommen auch unweigerlich wieder existenzielle Fragen auf. Warum setzt man sich überhaupt dem ganzen Affenzirkus mit anstrengenden Touren, Erwartungsdruck der Fans und riskanten Fahrten in abgeranzten Bussen aus? Das sind schon grundlegende Fragen, die einen als Musiker beschäftigen. Im Fall von Fury dürften zumindest die Erwartungen der Fans mehr als erfüllt sein, denn Failed Entertainment dürfte der Anwärter auf eines der stärksten Hardcorealben des Jahres 2019 sein!


Horse Jumper Of Love – „So Divine“ (Run For Cover Records) [Stream]
Mit warmen lo-fi Gitarrenklängen und einer zerbrechlichen Stimme eröffnen die mir bisher gänzlich unbekannten Horse Jumper Of Love ihr mittlerweile zweites Album. Das Trio aus Boston entwickelt im Verlauf des ruhig beginnenden Openers ganz langsam eine noisige Gitarrenwand, die mit hypnotisch vor sich hinziehenden Drums hinterlegt wird. Auch im zweiten Song Volcano beginnt alles ganz ruhig und einlullend, bis es brodelt und ein grungiger Vulkanausbruch über einen hereinbricht. Im Verlauf der elf Songs kann man dieses Soundschema noch öfters entdecken. Manchmal wundert man sich, wie es die Band immer wieder schafft, sich so schleichend und fast heimlich an die noisigen Parts heranzupirschen. An den noisigen Stellen, die immer so ein wenig schleppend und träge wirken, fühlt man sich in die Neunziger zurückversetzt, als mathiger Slowcore hoch im Trend lag und Zeugs wie Slint, Codeine, Swans oder Shellac faszinierten. Mein Digipack-Besprechungsexemplar hat ein schönes Artwork. Backcover, Innenteil und Textblatt sind mit kritzeligen Bildern ausgestattet, wahrscheinlich sogar von Kinderhand gemalt, wenn man den Hintergrund zum Konzept des Albums kennt. Die Texte setzen sich nämlich aus kleinen Erinnerungen zusammen, die Gitarrist und Sänger Dimitri Giannopoulos irgendwie im Gedächtnis geblieben sind. So Divine mag vielleicht auf den ersten Blick etwas verworren und sperrig wirken, bleibt man aber dran, hat man mal wieder eine spannende Band entdeckt! Als Anspieltipps eignen sich die Songs Ur Real Life oder Nature.


Jamie Lenman – „Shuffle“ (Big Scary Monsters) [Stream]
Schon Jamie Lenmans 2016er Album Devolver hat mich aufhorchen lassen, der Ex-Reuben-Frontmann zeigte hier bereits eine musikalisch breitgefächerte Vielfalt, die obendrein noch reichlich Ohrwurmqualitäten hat. Auf Shuffle erfährt man jetzt indirekt von den Einflüssen, die den Musiker zu seiner Kusnt inspiriert haben. Und diesen Einflüssen, seien es Lieblingsvideospiele, Filme, Bücher oder eben Musik, wird auf Shuffle ein Denkmal gesetzt. Hier sind z.B. Coverversionen in Form von Eigeninterpretationen zu hören, manchmal braucht es ein Weilchen, bis man auf den Originalsong kommt. Ganz geil finde ich z.B. Killer (im Original von Seal), die Popeye-Titelmelodie im Hardcore-Punk-Gewand, das jazzige Taxi Driver-Theme, den Beatles wird gleich zwei Mal ein Denkmal gesetzt, wobei die sludgige Version von Hey Jude echt mal abgefahren ist, Tomorrow Never Comes mit Noiserock-Indierock-Anstrich ist auch nicht ohne. Zwischendurch sind aber auch ein paar Tracks enthalten, die man sich bei weiteren Durchläufen auch sparen könnte, dazu zählen sicherlich die Spoken Word-Tracks. Übrigens hat jeder Song auf dem Albumcover ein eigenes Bildchen erhalten. Fazit: auch wenn man Coveralben generell skeptisch gegenübersteht: dieses Coveralbum ist anders, hört da unbedingt mal rein!


Prince Daddy & The Hyena – „Cosmic Thrill Seekers“ (Big Scary Monsters) [Stream]
Man sollte vielleicht ein paar Dinge wissen, bevor man das neue Album des Quartetts aus Albany, New York angeht. Das Album ist in drei Abschnitte (The Heart, The Brain, The Roar) geteilt und behandelt die Nebenwirkungen eines Acid Trips, die Sänger Kory Gregory am eigenen Leib erfahren hat. Der Irrsinn zwischen mentaler Gesundheit, Selbstzerstörung, Erholung und Rückfall klingt dementsprechend aufrüttelnd. Musik ist halt immer noch die beste Therapie! Kory hat das Album quasi im Alleingang innerhalb der letzten vier Jahre geschrieben, so dass letztendlich 14 Songs dabei herauskamen, die sich äußerst durchdacht, stimmig und spannungsgeladen anhören. Da werden Punk, Indie, Pop, Garage und orchestrale Glam-Rock-Passagen munter miteinander vermischt und über allem schwebt Korys leidende Stimme. Dass sich so etwas so genial anhören kann, hätte ich niemals geglaubt. Dass hier sehr viel Leidenschaft und Gefühl drin steckt, merkt man jedenfalls an allen Ecken und Kanten! Korys Schrei-Stimme hat ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Typen von Audio Karate, aber auch der Sänger von Kid Dynamite kommt ab und zu in den Sinn. Solltet ihr unbedingt mal antesten!


Proper – „I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better“ (Big Scary Monsters) [Stream]
Früher hießen Proper mal Great Wight, welche mir aber genauso wenig bekannt sind. Das Trio kommt aus New York, Leadsänger und Gitarrist Erik Garlington ist aber irgendwo in den Südstaaten aufgewachsen, wo People Of Colour immer noch gewissen Problemen ausgesetzt sind. Und diese Eindrücke und Gefühle bezüglich Familie, Rasse und sexueller Identität werden auf I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better textlich verarbeitet. Verpackt ist das ganze in eingängigem Emo-Pop-Punk, der mich an etlichen Stellen an die Band Say Anything erinnert. Schon beim zweiten Durchlauf gehen die Songs richtig gut ins Ohr. Mein persönlicher Favorit ist von Anfang an Bragging Rights gewesen. Hier liefern sich Sänger Erik und Willow Hawks von der Band The Sonder Bombs ein wunderbares Gesangsduell ab, das könnten die beiden ruhig öfters machen, da Eriks Stimme eher etwas nölig und nasal klingt, aber daran gewöhnt man sich schnell. Denn die Gitarren zwirbeln das ein und andere Zucker-Riff aus dem Ärmel, es ist eine wahre Wonne. Die Spielzeit von etwas über 45 Minuten und insgesamt 14 Songs wird jedenfalls kaum langweilig, man freut sich immer wieder an einzelnen Songpassagen und kommt sogar ins Schmunzeln, als irgendwo noch ein Abba-Hit (Dancing Queen) verbraten wird. Falls ihr also Say Anything hinterhertrauern solltet, dann könnte Proper für euch interessant sein, inhaltlich wie musikalisch.


Tausend Löwen Unter Feinden – „Zwischenwelt“ (Swell Creek Records) [Stream]
Meine ich das nur, oder haben Tausend Löwen Unter Feinden ihrem Sound, den man auf den bisherigen Veröffentlichungen zu hören bekam, eine ordentliche Stange Metal zugefügt? Unbedingt, behaupte ich! Die Hardcorepassagen sind deutlich weniger geworden, dafür fliegen euch massig mächtige Metalriffs um die Ohren. Beim Opener Stillstand z.B. walzt es bereits ordentlich im Midtempobereich los, dennoch schleicht sich eine zweite melodische Gitarre mit ein. Das gefällt schonmal bestens. Diese Vorgehensweise kann man im Verlauf des Albums immer wieder entdecken. Manche Parts erinnern etwas an die Jungs von Empowerment, was natürlich v.a. an den deutschen Texten liegt. Tausend Löwen unter Feinden verstehen es jedenfalls bestens, die Spannung zu halten und Druck zu machen, dabei bleiben die Songarrangements schön abwechslungsreich. Während man in den insgesamt 12 Songs in etwas knapp über einer halben Stunde ordentlich die Ohren durchgespült bekommt, hat man nebenbei noch genügend Zeit, das mit einem schönen aber düsteren und auf einem Gemälde von Carsten Luyckx basierende Albumartwork ausgestattete Digipack in Augenschein zu nehmen. Dieses greift das zentrale Thema des Albums auf, das nach Aussage der Band ein Konzeptalbum über die unvermeidbare Vergänglichkeit ist. Textlich gibt man sich gesellschaftskritisch, verzweifelt fast an den Zuständen, fühlt sich gefangen in einer Art Zwischenwelt, bleibt aber dabei trotzdem optimistisch und kämpferisch, bis man zum Ende erkennt, dass alles vergänglich ist. Und wenn dann beim letzten Song Freiheit diese emotionalen Gitarren ertönen, dann weiß man jetzt schon, dass man bei diesem Stück live sicher eine beachtliche Gänsehaut bekommen wird. Geiles Ding, müsst ihr mal antesten!


 

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Bandsalat: Aleska, Construct, Downward, Flèche, Marathonmann, Pamplemousse, Sunstroke, Zwist

Aleska – „Construire Ou Détruire“ (DIY) [Stream]
Der intensive Post-Hardcore der französischen Band Aleska hat mir schon auf den bisherigen Veröffentlichungen außerordentlich gut gefallen, nun ist also Album Nummer zwei erschienen. Und wie zu erwarten, liefert das All-Star-Quartett (die Jungs kennt man aus den Bands Shall Not Kill, Dead For A Minute und Esteban) auch auf Construire Ou Détruire allerfeinste Sahne ab. Insgesamt sind hier acht Songs mit einer Spielzeit von vierzig Minuten zu hören, soundtechnisch bewegen sich die Jungs im Post-Hardcore, Einflüsse aus Screamo, Post-Rock und Melodic Hardcore können auch vernommen werden. Die Songs sind spannend aufgebaut, das klingt alles total ausgetüftelt, stimmig und top produziert, ohne dass dabei die Intensität flöten gehen würde. Gesungen bzw. gescreamt wird übrigens in französischer Sprache. Wer Bands wie A Case Of Grenada, Shai Hulud, Envy oder We Never Learned To Live mag, sollte hier mal seine Lauscher aufsperren. Ein tolles und gelungenes Album!


Construct – „3 Song Promo“ (Plead Your Case Records) [Stream]
Hach, das hier erinnert mich so sehr an den Sound Ende der Achtziger bzw. Anfang der Neunziger! Construct kommen aus Phoenix, Arizona und machen schön schnörkellosen und nach vorne gehenden 90’s Hardcore mit moshenden und melodischen Gitarren, da denkt man sofort an Bands wie Strife, By The Grace Of God oder Verbal Assault. Passenderweise gibt es neben den zwei Eigenkompositionen eine Coverversion der Band Shield. Da wünscht man sich gern in den nächsten Moshpit! Mal wieder beim Bandcamp-Surfen entdeckt und sofort hängengeblieben!


Downward – „Selftitled“ (DIY) [Name Your Price Download]
Auf Downwards Debutalbum bin ich neulich bei Bandcamp gestoßen, dem Sound des Quartetts geschuldet war ich sofort angefixt. Die Band aus Tulsa, Oklahoma hat sich dem atmosphärischen Post-Hardcore verschrieben, Einflüsse aus Emo, Shoegaze, Dream-Pop, Post-Rock und Indie sind ebenfalls zu finden. An den neun Songs gefallen mir neben der ausgewogenen Mischung aus lauten, krachigen Passagen und leisen, verträumten und melancholischen Momenten v.a. die raue Produktion mit fuzzigen Basslines, noisigen Gitarren und diesem über den Wolken schwebenden Gesang. Wenn ihr mal wieder auf der Suche nach einem Album seid, das euch auf eine intensive Klangreise mitnimmt, dann solltet ihr das hier mal gründlich auschecken. Und beim Recherchieren über den Bandbackground der Jungs bin ich doch auch gleich noch auf das New Morality Zine und dadurch auf die Band Sunstroke aufmerksam geworden, zu der ihr weiter unten was zu lesen bekommt.


Flèche – „Do Not Return Fire“ (Krod Records) [Stream]
Die Band Flèche stammt aus Paris, Do Not Return Fire ist der zweite Longplayer der vier Franzosen. Musikalisch bewegen sich die Jungs irgendwo zwischen Emo und Indierock, ein bisschen mathig wird es auch hin und wieder. Stellt euch vor, die Get Up Kids musizieren mit Favez, dazu gesellen sich frühe Minus The Bear, The Receiving End Of Sirens und The Sound Of Animals Fighting. Von den Gitarren her ist es schön variantenreich, der Bass hält gut dagegen, der Gesang kommt hymnisch und mit französischem Akzent, zudem gehen die Refrains ziemlich schnell ins Ohr. Insgesamt sind auf dieser soliden Emorock-Platte zwölf Songs zu hören, die v.a. Leuten gefallen wird, die schon in den Neunzigern auf der Jagd nach solchen Kapellen waren.


Marathonmann – „Die Angst sitzt neben Dir“ (Redfield Records) [Video]
Die Münchener haben in der Zeit ihres Bestehens eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut, mit dem mittlerweile vierten Album wird diese Fangemeinde sicher nochmals wachsen. Mich kriegen die Jungs aber auch mit diesem Album nicht zu fassen, auch wenn sie nachhörbar all ihre Leidenschaft in die Band stecken und mit Herzblut bei der Sache sind. Vom Instrumentalen her bin ich ja gar nicht so abgeneigt, es ist der Gesang, der mich etwas blockiert. Wenn man aber mal die persönlichen Vorlieben ausblendet und die Musik nüchtern betrachtet, dann kann man durchaus drauf kommen, was den Fans am Sound von Marathonmann so gefällt. Auf dem neuen Album werden persönliche Dinge angesprochen, so dass man sich beim Lesen der Texte oftmals selbst darin findet, mitsamt den begleitenden Ängsten und Sorgen. Die Musik selbst bewegt sich zwischen Alternative Rock und Pop-Punk, die Songarrangements klingen sehr durchdacht und vielschichtig. Es gibt durchaus auch mal etwas härtere Passagen, Marathonmann sind aber größtenteils melodisch unterwegs, die Gitarrenriffs kommen sauber um die Ecke. Ich persönlich würde mir ein paar mehr härtere Songs im Stil von Schachmatt wünschen. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass die Meute durch die Bank alle Songs abfeiern wird, was hauptsächlich an den hymnenhaften und mitgröhltauglichen Refrains liegt. Und wer weiß, live würd‘ ich wahrscheinlich ebenfalls mit erhobener Faust ein paar der Refrains mitgröhlen, auch wenn ich nicht direkt zur Zielgruppe gehöre.


Pamplemousse – „High Strung“ (A Tant Rêver du Roi) [Stream]
Die Band Pamplemousse ist auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean beheimatet. High Strung, das zweite Album des Trios, besteht aus zehn Smashern, die sich irgendwo zwischen Noise, Rock, Garage, Punk und rotzigem Indierock bewegen. Schön dreckig und rau suppen die Gitarren aus den Lautsprechern, die Rhythmusmaschine aus Bass und Schlagzeug hat auch viel Wumms mit an Bord, an manchen Stellen wird es sogar mal etwas ruhiger. Irgendwie fühlt man sich an so 90er Zeugs erinnert, das auf Labels wie Touch & Go oder AmRep veröffentlicht wurde. Die Jungs haben sicher ’ne Menge Shellac, Fugazi, Girls vs Boys oder Unsane-Platten im Schrank stehen. Als Anspieltipps eignen sich das mit einem Hammerriff ausgestattete High Strung oder das etwas ruhigere und daher an Fugazi erinnernde Porcelain.


Sunstroke – „Second Floor/Seven“ (Cointoss Records) [Stream]
Oh Mann, das hier hat mich vom ersten Ton an echt mal aus den Socken gehauen! Wie bereits oben erwähnt, bin ich auf Sunstroke durch meine Recherche zur Band Downward und der Online-Seite des New Morality Zines gestoßen. Sunstroke kommen aus Philadelphia, Pennsylvania und machen mitreißenden Oldschool-Emocore und dürften etliche Dischord-Platten aus der Revolution Summer-Phase im Plattenschrank stehen haben. Geile, mit viel Gefühl gespielte Gitarren treffen auf gegenspielende Basslines, treibendes Drumming und leidenschaftlichen Gesang. Da kommen natürlich sofort Bands wie Embrace, Dag Nasty, One Last Wish oder Rain in den Sinn, auch Bands wie Bread And Circuits oder Reason To Believe sind nicht weit. Zehn Songs beamen Dich direkt zurück in die Zeit zwischen 1985 bis 1989. Sehr geil!


Zwist – „Gesammelte Werke“ (DIY) [Name Your Price Download]
Obwohl das Berliner Duo Zwist personell ein wenig unterbesetzt ist, klingt das Ergebnis aus Gitarre, Schlagzeug und Spoken Words/Geschrei eigentlich sehr vollständig. Das Duo ist im punkigen 90’s Emo/Screamo/Post-Punk unterwegs und die fehlenden Instrumente werden durch Melancholie und unvorhersehbare Songstrukturen wettgemacht. Die Gitarre kann mal wild und verzerrt matschig drauflos kreisen, aber dann kommen auch immer wieder cleane Gitarrenparts zum Zug, die sich mäandernd ins Gehör drehen. Dazu gibt es tiefgründige deutsche Texte an der Schwelle zur Poesie. Als Anspieltipp würde ich das eher eingängigere Teilnehmerurkunde oder das vielseitige Sonderbonbon empfehlen.


 

Younger Us – „Tired Tried“ (Day By Day Records)

Mit ihrer Debut-EP Graustark legte die Band aus der Schwabenmetropole Stuttgart schon mal die Meßlatte für kommende Veröffentlichungen ziemlich hoch. War das Ding schon rein optisch eine DIY-Augenweide, konnten die darauf enthaltenen sechs Songs durch eine gesunde Mischung aus bombastischem Hardcore gepaart mit einem satten Schuss Melancholie überzeugen. Nun folgt also mit Tired Tried der erste Longplayer der Stuttgarter. Rein optisch haben sich die Jungs auch hier wieder was pfiffiges einfallen lassen. Die 12inch kommt in einer mit dem Bandnamen bedruckten PVC-Plattenhülle, dahinter lässt sich ein Albumcover entdecken, das mit einem Foto eines Müllhaufens bedruckt ist. Im Müllhaufen erspäht man so allerhand Verpackungsmüll, jede der abgebildeten Kunststoffverpackungen benötigt übrigens mehrere Jahrhunderte, bis sie zersetzt ist. Mit Schaudern denkt man dadurch natürlich an die Mikroplastik-Partikel, die durch solchen Müll in unseren natürlichen Kreislauf gelangen. Das Albumcovermotiv spiegelt auch die eigene Machtlosigkeit dieses Umweltproblems wider. Selbst wenn man bewusster einkauft und versucht, Müll zu vermeiden, gibt es immer noch genügend menschliche Individuen auf der Welt, denen all das komplett am Arsch vorbei geht. Traurig, Tired, Tried. Auf dem Albumbackcover gibt es dann passenderweise einen Straßenzug mit einer überquellenden Mülltonne, daneben ein kleiner Billig-Supermarkt, in dem es sicher haufenweise Plastikschrott zu kaufen gibt. Aus dem Plattenkarton kommt neben rotem Vinyl mit schwarzen Rauchschwaden ein knallrotes, stabiles Textblatt zum Vorschein.

Und sobald die Nadel auf’s Vinyl setzt, dauert es nicht lange, bis man sich nach einem düster klingenden Gitarren-Intro in einem dissonanten Gewittersturm befindet. Das Schlagzeug legt in der Geschwindigkeit eines D-Zugs los, die Gitarren rotieren ohne Ende und der Bass knarzt schön knackig. Zudem kommt das resigniert leidende Geschrei des Sängers dazu. Zwischendrin wird das Tempo ein bisschen gedrosselt, was der Rohheit des Sounds jedoch noch mehr zugute kommt. Erst mit dem zweiten Stück, The Laundry Song wird es neben dem brutalen und reinigendem Soundbrei etwas unterschwellig melodischer, trotzdem walzt die Rhythmusmaschine aus fuzzigem Bass und kraftvoll zerhackten Drums und messerscharfen Gitarren unaufhörlich. Hört nur mal den Anfang vom mächtigen Hiding! Schön im Midtempo angesiedelt, tauchen auch hier diese melancholischen Momente auf, vom cleanen Gitarrenriff bis hin zum verzweifelten Geschrei, das hier aber auch melodischere Töne annimmt. Für den rohen und mächtigen Sound zeichnet sich übrigens mal wieder die Tonmeisterei verantwortlich. Mit Jouska kommt dann erstmals ein Smasher, der eingängiger ist und live sicher für einige gestapelten Leiber vor dem Mikro sorgen wird, das die A-Seite abschließende Swarm Thoughts geht in eine ähnliche Richtung. Überhaupt entdeckt man mit jedem weiteren Durchlauf das Potential der Songs, die wirklich jedesmal noch ein klein bisschen wachsen. Auch die B-Seite wirft einige Highlights in den Raum, Artax und das katharsische I Have… stechen hier besonders hervor.

Und wie schon beim Vorgänger lesen sich die Texte sehr persönlich. Zwischen Resignation, düsteren persönlichen Gedanken, der Flucht davor durch Verdrängung, zuviel Arbeit gepaart mit haufenweise Nikotin und den unausweichlichen immer fortschreitenderen Untergang der Zivilisation schwingt trotzdem ein leicht hoffnungsvoller Unterton mit, den man aber wahrlich suchen muss. Insgesamt erwartet euch mit Tired Tried also ein abwechslungsreiches und intensives Machwerk, das irgendwo zwischen Post-Hardcore, Hardcore, Punk, Noise und Blackened Hardcore angesiedelt ist, dabei aber noch eine Menge an Melancholie mit sich rumschleppt.

8/10

Facebook / Bandcamp / Day By Day Records


 

Bandsalat: Aesthetics Across The Color Line, Trafaret, An Horse, Brausepöter, Clowns, Fortuna Ehrenfeld, Get Up Kids, Trigger Cut, Winter Dust

Aesthetics Across The Color Line & Trafaret – „Split“ (DIY) [Name Your Price Download]
Im Rahmen des Bandcamp-Specials mit russischen Bands wurde Aesthetics Across The Color Line ja schon gebührend abgefeiert, nun gibt es neuen Stoff der Emo-Band, diesmal in Form einer Split EP mit der ebenfalls aus Russland stammenden Band Trafaret. Beide Bands spielen frickeligen und verspielten Emo an der Schwelle zum Punk. Wer auf Bands wie Snowing, Algernon Cadwallader oder I Love Your Lifestyle steht, dem sollte das hier ebenfalls munden. Beide Bands liefern jeweils zwei Eigenkompositionen ab, zudem covern beide den Song Caitlyn der US-Emo-Band JANK, wobei mir die AATCL-Coverversion irgendwie mehr zusagt.


An Horse – „Modern Air“ (Grand Hotel van Cleef) [Stream]
Wußtet ihr, dass der Bandname An Horse durch einen Grammatikstreit zwischen Sängerin und Gitarristin Kate Cooper und ihrem Nachbar entstanden ist? Hab ich gerade beim Wikipedia-Eintrag über das australische Duo nachgelesen. Richtig würde es natürlich A Horse heißen, aber der Nachbar war so überzeugt von seiner „Version“, dass er sogar einen Pullover mit der Aufschrift An Horse für sie anfertigte. Solche Geschichten liebe ich ja! Nun, An Horse sind mir mit einzelnen Songperlen wie Camp Out oder Postcards schon noch im Gedächtnis, aber richtig verfolgt habe ich das bisherige Schaffen der Band nie. Zudem hat sich das Duo die letzten Jahre, genauer gesagt nach dem Ende der letzten Tour etwas rar gemacht, auch aufgrund ständiger Touraktivitäten und drohendem Burnout. Ganze sechs Jahre später hat das Duo also nun doch wieder an Songideen gearbeitet, so dass auf Modern Air insgesamt elf Songs zu hören sind. Weiterhin ist hier gitarrenlastiger, etwas sperriger Indierock zu hören, der ein paar Durchläufe braucht, bis man die Melodien mitsummen kann. Man hat sofort Bands wie Nada Surf, Idlewild, Lemuria oder Mates of State im Ohr. Als Anspieltipp empfehle ich mal das knödelige Live Well, das eingängige Get Out Somehow oder das einfühlsame Started A Fire.


Brausepöter – „Nerven geschädigt“ (Tumbleweed Records) [Video]
Man lernt doch nie aus! Bei Brausepöter handelt es sich um eine der ersten deutschen Punkbands, die Punk mit New Wave und deutschen Texten kombinierten und somit den Weg für die Neue Deutsche Welle ebneten. Brausepöters Debut-Veröffentlichung liegt tatsächlich 40 Jahre zurück! Auch wenn ich Mitte bis Ende der 80er eine starke Deutschpunkphase durchgemacht habe, ist mir die Band bisher nicht bekannt gewesen. Nun, damals gab es noch kein Internet, zudem hat sich die Band im Jahr 1982 aufgrund der Kommerzialisierung und der aufkeimenden NDW-Hysterie aufgelöst. Selbst ihr bekanntester Song Bundeswehr fand sich auf keinem der vielen im oberschwäbischen Freundeskreis kursierenden Mixtapes wieder und aufgrund dieser Unkenntnis ging auch die Reunion in Originalbesetzung im Jahr 2011 und die zwei vor dem aktuellen Album erschienen Releases spurlos an mir vorbei. Tja, das ist dann wohl richtiger Underground, haha. Brausepöter klingen im Jahr 2019 nicht mehr so roh wie 1980, den Sound der Band aus Rietberg/NRW kann man so grob in die Schublade Post-Punk, New Wave und Indie-Punk einordnen. Das Trio scheint es gern reduziert zu haben, das zeigt schon das unspektakuläre Albumartwork, das ich irgendwie nicht interpretieren kann. Erinnert irgendwie an das Spiel „Vier gewinnt“. Die persönlichen Texte kommen nachdenklich rüber, eine gewisse Melancholie zieht sich wie ein roter Faden durch knapp vierzig Minuten Spielzeit und 13 Songs. Die markantesten Soundmerkmale sind schrammelige Gitarren, eigensinnige Bassläufe und wehleidiger Gesang. Hier wird man mal an die Nerven, Das Neue Nichts oder die Fehlfarben erinnert, da hat man poppigeres Zeug wie Kettcar oder die Sterne im Ohr, selbst Ami-Bands wie die Dead Kennedys oder Sonic Youth kommen in den Sinn. Neben dem Titelstück Nerven geschädigt empfehle ich mal die Songs Seele, Ganzer Körper brennt und Dies ist nicht meine Welt, um sich ein ungefähres Bild zu machen.


Clowns – „Nature / Nurture“ (Fat Wreck Chords) [Stream]
Okay, spätestens jetzt dürften die Konzerte der Band aus Australien bald in größeren Läden stattfinden, die Clowns sind mit ihrem vierten Album bei Fat Wreck gelandet. Der Band sei es gegönnt, die haben sich das hier hart erarbeitet und jeder, der die Truppe schonmal live gesehen hat, kann das sicher unter Eid bestätigen. War Lucid Again ja schon ’ne große Nummer, wird Nature/Nurture noch mehr Anklang in der Szene erlangen. Denn das Ding mit seinen elf Songs ist echt knackig geworden. In 36 Minuten zerlegen die Australier mal eben kurz Deine Bude und pfeffern Dir ihren rotzigen, aber dennoch melodischen Hardcore-Punk um die Ohren, dazu gesellt sich eine dreckige Rock’N’Roll-Attitude, Leidenschaft, pure Energie und massig Spielfreude dürfen ebensowenig nicht fehlen. Wahnsinn, wie dicht und ausgefeilt das alles klingt, zudem hat man bereits jetzt schon die ausgeflippte Bühnenshow rund um Sänger und Dynamitstange Stevie Williams vor Augen. Songs wie Soul For Sale oder Freezing In The Sun werden mit Sicherheit zu neuen Gassenhauern werden, während die experimentelle Seite der Band für Verblüffung sorgen wird. Auf dem letzten Stück Nurture gibt’s sogar Sitar-Klänge zu hören, zudem sticht hier ein satter Alternative-Grunge-Sound aus den Lautsprechern. Und was mich persönlich freut: das tolle Albumcover wurde von Rodrigo Almanegra gezeichnet, dessen Werke hier im Rahmen anderer Releases bereits desöfteren in den höchsten Tönen gelobt wurden.


Fortuna Ehrenfeld – „Helm ab zum Gebet“ (Grand Hotel van Cleef) [Video]
Konnte mit Fortuna Ehrenfeld bisher eigentlich gar nicht so viel anfangen, ehrlich gesagt hab ich mich auch noch nie wirklich tief mit der Band beschäftigt. Obwohl, eine Band war das bisher ja wohl noch nie so richtig, die bisherigen Alben sind alle im Alleingang Martin Bechlers entstanden, erst mit diesem Album ist das Ding zum Trio gewachsen. Jedenfalls haben mich die zu Promozwecken zugesandten Videos auch nie wirklich von den Socken gehauen. Ich meine, der Typ tritt zwar auf jeglichen Geschmack scheißend obercool im Pyjama und mit Bärentatzenschuhen auf, aber eigentlich ist das heutzutage auch keinen Aufschrei mehr wert. Dementsprechend überrascht war ich, als ich von den ersten drei Songs vom mittlerweile dritten Album, die ich über Kopfhörer lauschte, total geflasht wurde. Wow, Heiliges Fernweh beginnt mit dieser wahnsinnig melancholischen Pianomelodie, die gesprochenen und fast gegrummelten Vocals schlagen mit ihrer ausgefeilten Poesie in die gleiche Kerbe. Und jetzt tanz mit mir Du Sau! Das alles mit einem schönen Beat hinterlegt, auf in die Indie-Disco! Ach, hab ich da gerade rollende Augen bei irgendjemand von euch entdeckt? Wie wär’s dann damit: Hör endlich auf zu jammern. Das ist der Songtitel des zweiten Stücks, der sich mit einem minimalistischen Beat und moogigen Klängen langsam in Dein Herz stampft, bis eine tolle Gitarrenmelodie für Abwechslung sorgt. Beim dritten Song, der gleichzeitig das Titelstück ist, stehen wieder diese poetischen Gedankengänge im Vordergrund, dazu gibt es ein Gesangsduett zwischen Sänger/Gitarrist Martin Bechler und Keyboarderin Jenny Thiele. Insgesamt 13 Songs nehmen Dich also mit auf eine poetische Reise, die ganz ohne Kitsch auskommt und selten laut wird, Ausnahme stellt hier der Song Das ist Punk, das raffst Du nie. Und das klingt wie eine Mischung aus den NDW-lern von Trio und den Deutschpunks von Pisse. Insgesamt gefallen mir die mit dezenter Elektronik ausgestatteten Songs aber weitaus besser, als die reinen Balladen. Ach ja, hab ich’s schon erwähnt? Die ersten drei Songs sind meine absoluten Favoriten!


Get Up Kids, The – „Problems“ (Big Scary Monsters) [Stream]
Schon die 2018er EP Kicker zeigte, dass man alte Helden niemals abschreiben sollte. Nach der eher schwachen Comeback-EP Simple Science schien die Band wieder zu alter Kraft gefunden zu haben, so dass man aufgrund der Ankündigung des neuen Longplayers namens Problems vorfreudig gespannt war, ob der Funke auch wieder auf Albumlänge überspringen würde. Die erste Single Satellite klang bereits vielversprechend und nach mehrmaligem Hörgenuss des mittlerweilen sechsten Studioalbums kann ich nur freudig sagen, dass auch die restlichen Songs in die gleiche Kerbe schlagen. Es gibt ja mehrere Faktoren, die ein gutes Album ausmachen: das ist zum einen die technische Begabung, die Instrumente zu beherrschen, zum anderen gehört aber auch ausgetüfteltes und in sich stimmiges Songwriting dazu. Das alleine genügt aber noch nicht, den Songs sollte auch noch das gewisse „Leben“ eingehaucht werden. Und das ist den Get Up Kids auf Problems ohne Probleme gelungen. Die stets präsente Melancholie ist in allen Bereichen spürbar, seien es die gefühlvoll gespielten Gitarrenriffs oder der liebevoll gegenspielende Bass und natürlich die durchdringende und viel Emotionen tragende Stimme von Matt Pryor. Was dem Album natürlich zugute kommt und viel Authentizität vermittelt, sind die persönlichen Inhalte direkt aus dem Leben, die hier dargestellt werden. Während sich die Texte der frühen Get Up Kids um die alltäglichen Probleme im Leben eines Twens drehten, beschäftigt sich die Band auf dem aktuellen Album ihrem Alter entsprechend mit den Gefühlen und Gedanken eines Forty-Somethings, den in diesem Lebensabschnitt auftretenden Sorgen und Ängste. Dass diese Dinge von anderer Natur sind, kann wahrscheinlich jeder von euch Senioren aus eigener Erfahrung bestätigen. Jedenfalls verpacken die Get Up Kids diese persönlichen Textinhalte in die so geschätzten hymnischen Refrains, dazu kommen diese wundervollen Gitarren und die großartigen Singalong-Melodien, die man mit jedem weiteren Durchlauf nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Hört doch nur mal das Gitarrenriff bei Now Or Never, die Gesangs- und Basslinie bei Lou Barlow oder das emotionale Common Ground an. Und zwölf Songs und knapp vierzig Minuten später ist man froh, dass das alles so unverbraucht, frisch und vor allem so vertraut klingt!


Trigger Cut – „Buster“ (Token Records) [Stream]
Aus der Asche der großartigen Buzz Rodeo sind Trigger Cut aus Stuttgart und München hervor gegangen. Im Prinzip formierte sich eine neue Band um Gitarrist und Sänger Ralph, mit von der Partie ist unter anderem der Drummer der Münchener Band Haikkonen. Soundtechnisch ist das Ganze nochmal ’nen kleinen Ticken knackiger geworden. Soll heißen, dass durch die Rhythmusmaschine aus extrem fuzzigem Bass und kraftvoll geknallten Drums gepaart mit dreckigen Gitarrenriffs und dem wütenden und am Rande des Nervenzusammenbruchs bewegenden Geschreis eines irren, manischen Psychopathen ordentlich Druck aufgebaut wird. Es dröhnt und pumpt gewaltig und mächtig an allen Ecken und Enden. Schlagzeug, Bass und Noise-Gitarre bilden das stabile Grundgerüst, hinzu kommen angeschrägte und etwas dissonante Gitarren, die schön noisig auf die Kacke hauen. Natürlich geht das nicht ganz ohne Rückkopplungsgeräusche und das ein oder andere schmissige Gitarrenriff über die Bühne. Die zehn Songs erinnern aufgrund des rohen und knackigen Sounds und der Intensität natürlich unweigerlich an 90er-Bands wie z.B. The Jesus Lizard, Drive Like Jehu, Shellac, frühe Lack oder aber auch an deutsche Noise-Bands wie Craving oder eben Buzz Rodeo. Wer auf diese Art Musik steht, kommt hier voll auf seine Kosten!


Winter Dust – „Sense By Erosion“ (time as a color u.a.) [Name Your Price Download]
Die italienische Band Winter Dust konnte letztes Jahr auch schon ihr zehnjähriges Bandjubiläum feiern. So begaben sich die sechs Herren aus Padova in ihrem Jubiläumsjahr für drei Tage ins Tonstudio, um die in den letzten drei Jahren entstandenen Songs aufzunehmen, so dass nach einer EP und zwei Alben mit Sense By Erosion Album Nummer drei das Licht der Welt erblickte. Das Ding ist in Zusammenarbeit der Labels Time As A Color, Dingleberry Records, Dreamingorilla Records, È Un Brutto Posto Dove Vivere, Voice Of The Unheard, la speranza records, Dischi Sotterranei und Backwater Transmission zum einen als Doppelvinyl und zum anderen als Digipack erschienen. Anhand des mir vorliegenden Digipacks und der Fotos der Vinylausgabe kann nur vermutet werden, dass die Doppelvinylversion im Gatefoldcover mit goldenem oder schwarzem Vinyl ziemlich schick und edel aussieht. Das mystisch angehauchte Artwork gefällt mir zumindest bereits auf Digipack-Größe enorm gut. Es gibt insgesamt acht Songs zu hören, bei einer Albumspielzeit von knapp 50 Minuten pendeln die Songlängen eher im oberen Bereich zwischen sechs und neuneinhalb Minuten. Und ja, ganz genau, Winter Dust machen epischen Post-Rock, dabei schwappen immer wieder auch Post-Hardcore, Screamo und Post-Metal-Einflüsse an die Oberfläche. Ich stell mir es übrigens echt mal voll kompliziert vor, zu sechst solche vielschichtigen Songarrangements abzusprechen, zumal auch noch vier der sechs Bandmitglieder mit Vornamen Marco heißen und die Jungs räumlich weit verstreut leben. Aber erstaunlicherweise klingt das Resultat sehr dicht und ausgklügelt, die Jungs sind bestens aufeinander eingespielt. Obwohl fünf der acht Songs mit Lyrics ausgestattet sind, ist die Band größtenteils instrumental unterwegs. Textlich beschäftigt man sich mit persönlichem Kram, die räumliche Trennung von geliebten Menschen spielt auch ein zentrales Thema. Unterstrichen wird das ganze von melancholischen, ruhigen Melodien, die sich überwiegend leise und sanft aufbauen, langsam zu Soundwänden anwachsen, bis es mit Tremolo-Gitarren im Rücken zu einem spannungsgeladenen Ausbruch kommt, inklusive gequältem Schreigesang. Dürfte ein gefundenes Fressen für Leute sein, die Bands wie z.B. Caspian, Explosions In The Sky oder Moving Moutains zu ihren Faves zählen.


 

Monplaisir – „The Agreement“ (Adagio830)

In dieses 12inch-Albumcover hab ich mich von der ersten Sekunde an direkt verliebt. Ich kann es gar nicht genau erklären, warum. Es ist das Zusammenspiel des auf vanillem Hintergrund aufgedruckten Bandschriftzugs und der im Lexikastil abgebildeten Zeichnungen eines Tukans in verschiedenen Perspektiven. Außerdem gefällt mir das schlichte Layout mit den klassisch designten Vinylsymbolen. Das Ding erscheint übrigens als Co-Release der Labels Adagio830 und Echo Canyon Records. Auch die Rückseite sieht toll aus, so im Stil der Platten aus den Sechzigern. Das Schriftdesign erinnert mich etwas an die Miami Vice-Schrift (eine kultige TV-Serie aus den 80ern, falls ein großes Fragezeichen über euch schweben sollte). Ich besaß sogar mal zwei T-Shirts mit dem Schriftzug der Serie, wahrscheinlich bringt auch das meine nostalgischen Synapsen zum Glühen. Als das Ding beim Auspacken des Bemusterungspakets aus dem Hause Adagio830 zum Vorschein kam, war ich zudem noch total neugierig, in was für ’ne musikalische Richtung die Band wohl gehen mochte, denn Monplaisir waren mir zu dem Zeitpunkt nicht bekannt, obwohl hier jemand der leider aufgelösten Emo-Band Sport mit dabei ist. Und wie es scheint, ist dies nach einer 2016er-Demo-12inch sogar das zweite offizielle Release der Band aus Lyon. Nun, die Schallplatte selbst ist ebenfalls mit klassischen Labels versehen, zudem ist ein kleines kopiertes DIN-A5 Textheftchen mit dabei, das darin abgedruckte Vorwort zur Entstehung des Albums unterstreicht letztendlich das Gefühl, das sich während des Hörens der Platte nach und nach herauskristallisiert. Der erste Eindruck: optisch und einstellungsmäßig also schon mal alles stimmig!

Und die Musik geht wie schon angedeutet in die gleiche Richtung: als die Nadel erstmals auf das Vinyl trifft und diese warmen Gitarren-Tunes aus den Lautsprechern ertönen, freut man sich auf eine intime Reise in ein verwunschenes Indie-Emo-Tal, in dem die Gitarren sanft wie Schmetterlingsflügelschläge klingen, das Schlagzeug entspannt vor sich hintaktet, der Bass verträumte Lines am Start hat und der Sänger diese Harmonie nur selten stören will. Und wenn er das dann doch mal macht, dann passt es absolut! Hört mal das geniale Tête d’Or (Le parc), dann wisst ihr, was ich meine. Was für ein geiles, melancholisches Gitarrenriff! Eigentlich war das ja jetzt nur ein frei gewähltes Beispiel, im Grunde genommen ist jeder Song des Albums dazu geeignet, die Leidenschaft, die gefühlvolle Spielfreude und das Herzblut der Bandmitglieder prunkvoll abzubilden. Queen Size Sea z.B. beginnt krachig, fast schon Dinosaur Jr-mäßig. Im Verlauf des Songs entwickelt sich das Ding noisig und läuft melancholisch und ruhig aus. Klar, dass bei dieser Art emotionaler Musik nachdenkliche und persönliche Themen in den Texten verarbeitet werden. Und das Nachlesen macht aufgrund des schnuffigen Textheftchens umso mehr gute Laune. Die schwarz-weißen Fotos erinnern mich genauso wie der Sound an diese Platten, die man so in den Neunzigern gern gehört hat und die mittlerweile richtige Meilensteine in der eigenen musikalischen Biografie geworden sind. Das klingt dann in etwa so, wie das Durchlesen vegilbter Postkarten aus längst vergangenen Zeiten, die vor langer Zeit verschollene und einst so geliebte Personen auf den Weg geschickt haben.

Und immer wieder kommt so ein genial emotionales Gitarrenriff um die Ecke, das einem Gänsehautschauer über den ganzen Körper jagt. Davon hat es zwar auf der A-Seite mehr, dennoch sollte man die B-Seite nicht verschmähen, wenn man zu faul zum Umdrehen ist. Pliocene ist hier zwar das wohl eingängigste Stück auf der B-Seite, aber wer es gerne episch und instrumental hat, dürfte mit dem knapp 19-minütigen Hey John (eine Ode an John Coltrane?) seine wahre Freude haben. Laut linernotes hat die Band das Ding kürzen müssen, sonst wären wir in den Genuss eines Doppelalbums gekommen. Alles in allem also ein äußerst gelungenes Album, das man keinesfalls verpassen sollte. Kleiner Anreiz für die Unentschlossenen: Sonic Youth trifft auf Slint, Appleseed Cast fusionieren mit reduzierten Rodan, dazu gesellt sich eine Portion Sport/Algernon Cadwallader. Wenn ihr euch also eine schön ausgeklügelte Variante dieser Bands zusammen mit ganz viel Leidenschaft und Herzblut vorstellen könnt, dann kommt ihr hier nicht drum herum! Und für die zuerst Skeptischen: Dranbleiben! Es lohnt sich!

9/10

Facebook / Bandcamp / Adagio830


 

Grow Grow – „Am kalten Markt“ (DIY)

Auf Grow Grow bin ich durch das 2017er-Album Buffet D’Or aufmerksam geworden. Damals per Zufall bei Bandcamp drübergestolpert und sofort hängen geblieben. Klar, dass darüber auch in einer Bandsalat-Runde berichtet werden musste, wenn auch nur knapp! Logischerweise freut man sich natürlich ein Loch in den Bauch, wenn sich eine Band mit neuem Release im Rücken positiv an diese Rezi erinnert und dann einfach von sich aus sympathisch fragt, ob man an einer Besprechung der neuen Scheibe Interesse hätte, dazu auch noch als Vinyl-Bemusterung. Aber hallo, klar doch! Und das Beste: dem Plattenpaket wurde auch noch die Buffet D’Or-12inch beigefügt, die hab ich bisher aus chronischem Geldmangel immer noch nicht mein eigen nennen dürfen, bis jetzt wurde das Album bei mir immer nur digital genossen. Und was soll ich sagen: auf Vinyl natürlich der reinste Leckerbissen! Nur noch als kleine Ergänzung zum damaligen Text: das Artwork sieht im 12inch-Format natürlich ziemlich schick aus, dazu gibt es ein Textblatt, ’nen Download-Code und weiß marmoriertes Vinyl. Luftsprung mit Pirouette! Macht also am besten gleich ’ne Doppelbestellung, falls ihr die Buffet D’Or noch nicht besitzen solltet! Lohnt sich absolut! Ups, mal wieder gespoilert…

Hmmm, dann mal zum aktuellen Release: Am kalten Markt kommt mit schneeweißem und schlichtem Gatefold-Cover, vorne ist lediglich der Bandname aufgesiebdruckt, hinten die Songtitel. Innen gibt es einen nebligen, verwunschenen Wald zu bewundern, wahrscheinlich im Moor geknipst. Vielleicht irgendwo in Stetten am kalten Markt. Das ist ein Örtchen auf der Schwäbischen Alb, das hauptsächlich aufgrund seiner Militärkaserne und des ungewöhnlich rauen Klimas bekannt ist. Vielleicht ist der Schnappschuss ja sogar während einer doofen Bundeswehr-Übung mühsam und klammheimlich mit steifgefrorenen Fingern von irgendeinem der Bandmitglieder geschossen worden? Könnte ja schon irgendwie sein, dass mit dem Albumtitel eine Art Wehrpflicht-Trauma verarbeitet wird. Das Bandfoto auf dem Textblatt offenbart jedenfalls, dass hier ein paar Jungs der Generation Wehrpflicht am Start sind. Keine Ahnung, ob da irgendein Zusammenhang besteht, es gibt ja auch noch einen kalten Markt in Ellwangen, das hab ich gerade im Internet recherchiert.

Aber irgendwie gefällt mir die Idee mit Stetten am kalten Markt und der fremdbestimmten Bedrohungslage, der man damals als Volljähriger nur durch Kriegsdienstverweigerung entkommen konnte. Ende der Achtziger war das nämlich gar nicht so einfach, da musste man echt mal einen überzeugenden Aufsatz schreiben, warum man sein Vaterland im Kriegsfall nicht bis zum bitteren Ende gegen den verhassten Feind – wer auch immer das sein mochte – zu verteidigen bereit war. Meine Verhandlung war bereits angesetzt, aber die Verweigerung war leider noch längst nicht durch. Durch diese unglückliche Konstellation bekam ich eine Einladung zu so einer doofen Wehrdienstvorbereitung, zu der ich mit ein paar anderen Idioten, die alle mit Leidenschaft zum Bund wollten, in ein Kaff musste, das tief auf der Schwäbischen Alb lag. Stetten am kalten Markt! Allein die Busfahrt dorthin war die Hölle, ich war der einzige mit ungepflegten Haaren und abgewetzten Klamotten. Und als wir in dieser Kaserne ankamen, da dachte ich: Jetzt ist es gelaufen, jetzt haben sie dich echt mal am Arsch! Da war dieser Typ, der in seiner Uniform und durch sein Auftreten an diesen Psycho-Offizier von Full Metal Jacket erinnerte. Und ja, er hatte mich von dem Moment an, als er mich erblickte, auf dem Kieker. Jeder der Anwesenden musste sich kurz vorstellen, wobei man auch erfuhr, dass hier welche dabei waren, die sich als sogenannte Z-Sau für mehrere Jahre verpflichten wollten. Ich natürlich voll Anti… Logischerweise hatte der Feldwebel null Verständnis, dass ich aufgrund der ausstehenden Verweigerungszusage kein Interesse am Spießrutenlauf zeigte und auch noch bei jeder Frage nachhakte, ob die denn beantwortet werden müsse, wenn man doch eh verweigert. Dementsprechend schrie er mich mit knalltotem Gesicht, extrem nasser Aussprache und geschwollener Schlagader an. Obwohl die Fragen im Test das Grundschul-Wissen nicht überstiegen, antwortete ich natürlich so unterirdisch schlecht, dass sich der Feldwebel auf Kampfhund-Niveau einpegelte. Stetten am kalten Markt! Durch diese Aktion für immer eingebrannt!

Oh wie schön wäre es damals gewesen, die Kopfhörer aufzusetzen und dem Geschrei des Feldwebels zu entfliehen und einfach diesem knarzenden Bass zuzuhören, der zusammen mit den kraftvoll gespielten Drums, den hypnotischen Gitarren, die sich zur fetten Wand auftürmen und dem überschlagendem Gesang für ein besseres Lebensgefühl gesorgt hätte. Ganze acht Minuten hätten mich damals gerettet, denn so lange dauert das Titelstück. Und nein, acht Minuten werden hier niemals langweilig! Überhaupt, wenn man einen Song als Anspieltipp geben müsste, dann diesen hier. Warum? Weil hier die ganze Bandbreite des Trios sichtbar wird: brachial, melodisch, deftig, rau, melancholisch, alles spannend arrangiert und natürlich bombastisch abgemischt. Da hat die Tonmeisterei mal wieder hervorragende Arbeit geleistet. Zudem kommen hier auch noch Vibrafon und Piano zum Einsatz. Und was sich hier andeutet, wird man im Verlauf des Albums noch öfters entdecken. Bei allen sechs Songs wird man nämlich immer wieder von neuem überrascht! Die Songlängen pendeln beispielsweise zwischen drei und acht Minuten, dazu kann man sich an gegenspielenden Instrumenten und flirrenden Post-Rock-Gitarren erfreuen. Die Rhythmus-Maschine aus Bass und Schlagzeug groovt höllisch, und dann kommen noch die alles wegblasenden Stromgitarren hinzu. Schön auch das laut/leise-Zusammenspiel und die häufig auftretenden Noise-Ausbrüche, das verleiht dem ganzen einen nostalgischen 90’s-Glanz. Dazu passen die qualvoll herausgepressten zynischen deutschen Lyrics wie die Faust aufs Auge. Druckvoll wird Spannung aufgebaut, bis die noisig-groovige Wand durch eine Gitarrenhookline durchbrochen wird, die sich tief in die Gehörgänge eindreht. Grow Grow schaffen es auf pfiffige Weise, Post-Hardcore mit Noise und etwas Post-Punk zu vermischen und ein ziemlich einzigartiges Gebräu daraus zu machen, in das man sich mit Sicherheit bei den ersten Hördurchläufen verlieben wird. Hier bekommt ihr vertonte Leidenschaft und Herzblut geboten! Manche Passagen erinnern an Bands wie z.B. At The Drive-In, The Jesus Lizard, Craving, Buzz Rodeo, Drive Like Jehu, andere Parts lassen Parallelen zu Fugazi, Shellac oder Ten Volt Shock entdecken. Dem Trio aus Berlin ist jedenfalls mit Am kalten Markt ein erneuter großer Wurf gelungen, sichert euch das Ding lieber mal schnell auf Vinyl, denn diesen Sound muss man einfach über eine Anlage mit sattem Bass genießen!

9/10

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