.leaves – „Was erzählen wir jetzt unseren Kindern?“ (DIY)

Auf .leaves stieß ich mal irgendwann vor längerer Zeit bei meinen ausgiebigen Bandcamp-Ausflügen, was natürlich auch einen kleinen Beitrag zu einer Bandsalat-Runde zur Folge hatte. Damals ging es um das Debutalbum der drei aus Jena stammenden Jungs, welches auf Subzine Records erschien. In der Zwischenzeit waren die drei Kumpels – die übrigens von Kindesbeinen an miteinander befreundet sind – ziemlich fleißig. Neben vereinzelten Shows wurde an neuen Songs gebastelt, die dann natürlich auch aufgenommen und veröffentlicht werden mussten. Die Aufnahmen der acht Stücke auf Was erzählen wir jetzt unseren Kindern? erfolgten im Hörsturz-Studio, abgemischt wurde wie auch schon beim Debut in der Tonmeisterei. Und wäre das nicht schon genug Arbeit, entschloss sich die Band, das Album komplett in Eigenregie zu veröffentlichen. Drei verschiedene Tonträgervarianten wurden gebastelt: so gibt es das Album auf CD in schicker roter Vinyloptik und als Tape im selbst zusammengeklebten Karton mit Schleife, beiden Varianten liegt jeweils ein Mini-Poster mit den Texten bei. Die Vinylausgabe kommt in drei verschiedenen Farben, mein Besprechungsexemplar ist braun marmoriert und passt von der Farbe her schön zur rustikalen Wohnzimmereinrichtung, die es auf dem Front- und Backcover in Sepiaoptik zu bewundern gibt. Lustig, so eine antike Uhr und ein Radio hatte meine Oma übrigens auch in ihrem Wohnzimmer stehen. Natürlich liegt auch dem Vinylexemplar ein Posterinlay bei, auf dem neben einer ebenfalls in Sepiaoptik abgedruckten Fotografie eines Rosengartens auch die Texte nachzulesen sind.

Wenn man bedenkt, dass da nur drei Leute musizieren, wundert man sich schon ein bisschen, was für ein intensives Brett die Jungs da auffahren. Zwischen emotive Screamo, Punk, Hardcore und Post-Hardcore passt auch immer noch eine Schippe Noise. Die Gitarren türmen sich zusammen mit dem knarzenden Bass und den kraftvollen und mit viel Crashbecken gespielten Drums zu einer massiven Wand, gegen die die beiden Sänger regelrecht anschreien müssen. Gerade weil sich die zwei Sänger die Seele aus dem Leib kreischen, tut es dann doch gut, das Textblatt in den Fingern zu halten und die in deutscher Sprache verfassten Lyrics mitzulesen. Die Vocals kommen teilweise echt mal extrem leidend, da brennt die Kehle und die Seele! Inhaltlich bleiben .leaves ihren politischen Themen treu, hier wird angeprangert, hinterfragt, abgerechnet, resigniert, aber auch kämpferisch gehofft. Genau wie bei der Musik wird auch hier ein düsteres Bild gezeichnet, der Albumtitel kommt nicht von ungefähr! Übrigens erfährt man im Textblatt auch, dass beim Song Sista Gången Jonathan Lemberg von der schwedischen Band Shirokuma mit von der Partie ist.

In der 25-minütigen Spielzeit des Albums wird es jedenfalls nicht so schnell langweilig. Man hat damit Arbeit, sich an die unvorhersehbaren Songstrukturen heranzutasten. Neben den brachialen Ausbrüchen gibt es aber auch genügend leisere Parts, die im Gegensatz zum verzerrten Soundbrei schön klar klingen. An manchen Stellen wirkt der Sound etwas holprig, zerfahren und arhythmisch, was aber wohl so gewollt ist, auf eingängige Mitsing-Refrains ist der Sound des Trios jedenfalls nicht ausgelegt. Auch wenn sich manche melodische Hookline findet, sind die Jungs vorwiegend auf Krawall gebürstet. Mit dem Album glücklich werden Leute, die es gern düsterer, kantiger und apokalyptisch haben. Wer Bands wie Mahlstrom oder Nervöus mag, kann auch hier bedenkenlos zugreifen. Zum Anchecken empfehle ich mal den Song Das letzte Hemd oder das Stück Fuchs & Hase.

8/10

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Bandsalat: American Football, Devil May Care, Martha, Modern Rifles, PKEW PKEW PKEW, Rowan Oak, Storyteller, Big Scary Monsters Labelsampler

American Football – „(LP3)“ (Big Scary Monsters) [Stream]
Bei manchen Band-Reunions wünschte man sich, es hätte sie nie gegeben. Nicht so bei American Football, die man nicht mit American Nightmare verwechseln sollte, obwohl deren Reunion-Scheibe auch nicht ganz ohne ist. Bevor ich abschweife, muss man sich das nur nochmals vor Augen führen: mit nur einem Album im Rücken würden es heutzutage nur wenige Bands schaffen, in einer 15-jährigen Abwesenheitszeit einen gewissen Kultstatus zu entwickeln, oder? Umso mutiger, dass sich die Band für ein Comeback entschieden hat, da braucht es schon die sichere Gewissheit, dass das neue Songmaterial nicht abstinkt und auch alles andere stimmig ist. Auch wenn es beim 2016er Album kritische Stimmen gab, American Football würden halt wie American Football klingen und die Platte käme genau richtig zum 90’s-Emo-Revival, ist mir auch dieses Album richtig ans Herz gewachsen. Und – Vorsicht Spoiler – bei (LP3) ist dies bereits bei den ersten zwei Durchläufen geschehen. American Football klingen auch hier wie American Football, was natürlich in erster Linie an Mike Kinsellas zerbrechlicher Stimme liegt. Zudem ist der Klang der Gitarren und des manchmal auftauchenden Glockenspiels so vertraut, wie die Melodie einer an Kindheitstage erinnernden Spieluhr, die man zufällig auf dem Dachboden gefunden hat und man ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen hat, nachdem man die Aufziehschnur gezogen hat. Und trotzdem hat man von Anfang an das Gefühl, dass bei den acht Songs von (LP3) viel mehr Überlegungen drin steckten, wie das Ganze schlussendlich klingen sollte. Insgesamt kommen neben verträumt durch die Luft schwirrenden Gitarren unter anderem Flöten, Glockenspiele, Trompeten, Xylophon und vieles mehr zum Einsatz. Ausflüge in Post-Rock, Dreampop und Shoegaze sind neue Elemente, die hervorragend zum bisherigen Sound von American Football passen. Und das Ergebnis kann sich hören lassen, denn neben den experimentierfreudigen Songarrangements ist es v.a. die zarte, melancholische Grundstimmung, die das Album so besonders macht. Ehrlich gesagt standen mir die wenig verbliebenen Haare zu Berge, als ich von der Zusammenarbeit mit Paramore-Sängerin Hayley Williams las und schon das schlimmste befürchtete, aber irgendwie funktioniert der Song hervorragend, da er sehr zugänglich und einprägsam ist und Madame Haylee ihr Frontsau-Image gegen eine gehörige Portion Gefühl eingetauscht hat. Es gibt übrigens noch zwei weitere Songs mit weiblichen Gastbeiträgen, die weitaus authentischer klingen, zum einen von Slowdive-Sängerin Rachel Goswell und zum anderen von Land Of Talk-Frontfrau Elizabeth. Und der Rest? Einfach nur traumhaft schön!


Devil May Care – „Echoes“ (Uncle M) [Stream]
Wiedermal so eine Band, deren bisheriges Schaffen mir gänzlich unbekannt ist, obwohl die vier Jungs aus Würzburg auch schon seit 2012 unterwegs sind. Nun, der Digipack sieht jedenfalls schön edel aus, das Albumcover-Motiv sowie das Layout sprechen sofort an. Ein Textheftchen ist auch noch mit eingesteckt, so dass man hier satt bedient ist. Das Album ist dem verstorbenen Vater von Gitarrist und Sänger Tim Heberlein gewidmet, dementsprechend beschäftigen sich die Texte mit dem Verlust eines geliebten Familienmitglieds und den damit verbundenen Gefühlen. Insgesamt finden sich auf Echoes zwölf Songs und eine Art Interlude, die Spielzeit von knapp vierzig Minuten verfliegt wie im Nu, denn Devil May Care machen emotionsgeladenen Post-Hardcore mit Punk- und Hardcore-Verweisen, der v.a. durch melodische Gitarren und durch cleanen Gesang hervorsticht, dabei kommen auch immer mal wieder Schreiparts oder Chöre mit ins Spiel. Auch wenn das nix Neues ist, kann sich das Ergebnis sehen lassen, denn die Songarrangements sind in sich stimmig, die Songs haben hohen Wiedererkennungswert (Hollow Promises oder Our Hope z.B.) und laden live sicher schön zum Mitsingen ein. Der Sound kommt klar abgemischt und fett aus der Anlage, zudem gefallen neben der melodischen Kante der Gitarrenriffs auch die immer wieder mal eingestreuten groovigen Parts. Beim Titelstück Echoes wird es dann nochmals emotional, der Song besteht nur aus Gitarre und Gesang und symbolisiert den persönlichen Abschied vom Vater. Nach dieser Verschnaufpause geht das Album dann in die letzte Runde, die restlichen drei Songs ziehen vom Tempo her nochmals ein bisschen an. Als Anspieltipps empfehle ich mal das Midtempo-Stück L.I.A.R., wer es schneller und dennoch melodisch mag, der dürfte mit Hollow Promises gut bedient werden. Die Vorbilder für diesen Sound sind übrigens mit neueren Boy Sets Fire, Silverstein, Thrice oder Rise Against schnell verortet, so dass Fans dieser Bands auch Gefallen an Devil May Care finden werden.


Martha – „Love Keeps Kicking“ (Big Scary Monsters) [Stream]
Das ist mal wieder so ein Sound, den ich mir eigentlich nur im Sommer bei runtergekurbeltem Fenster so richtig mit Haut und Haaren anhören kann. Haha, Spaß! Das geht natürlich auch bei winterlichen Temperaturen, voll aufgedrehter Heizung und halb runtergekurbeltem Fenster ganz gut! Martha machen nämlich melodischen Punkrock mit extrem zuckersüßen Melodien. Auch wenn man sich zuerst mit der höher gepitchten Ozzy-Stimme des Sängers etwas anfreunden muss, hat man spätestens bei Into This die Arme in der Höhe und freut sich wie Bolle, dass da endlich mal eine Frau diesen Typ da am Mikro ablöst. Im Verlauf des Albums ist diese Frauenstimme noch öfter zu hören und irgendwie wünscht man sich insgeheim, dass die Frauenstimme doch etwas mehr dominieren würde. Diesen Gedanken hatte ich beim ersten Durchlauf des Albums, bei allen weiteren merkt man eigentlich nur, dass die Songs angedockt sind und mit jeder weiteren Hörrunde richtig kicken! Stellt euch eine melodische Mischung aus Black Train Jack, den Get Up Kids und The Anniversary vor, zippt noch ein wenig Gefühl bei den Gitarren drauf, dann wisst ihr, warum ihr aus dem Grinsen nicht mehr raus kommt. Hab die Band aus Durham/UK bisher gekonnt ignoriert und muss mal wieder erfahren, dass das ein riesiger Fehler war. Müsst ihr unbedingt anchecken, geile Sommerplatte!


Modern Rifles – „LP + B​-​Sides“ (Zegema Beach Records) [Name Your Price Download]
Die Band Modern Rifles aus San Diego existierte seit dem Jahr 2006 für ein paar Jahre, in dieser Zeit wurde eine CD mit dem Titel I Was Young, It Was Dark veröffentlicht. Davon habe ich seinerzeit leider absolut gar nichts mitbekommen. Glücklicherweise erscheint diese nun als Re-Release, zusätzlich gibt es zu den Stücken des Albums noch drei weitere Songs. Yeah! Sehr geile Sache, denn Modern Rifles klingen hervorragend! Die Mischung aus Math, Emo, Post-Hardcore und Indie ist erstaunlich catchy und überrascht immer wieder mit pfiffigen Songarrangements. Die Einflüsse reichen von At The Drive-In und Jimmy Eat World über No Knife und Waxwing bis hin zu Pretty Girls Make Graves und Texas Is The Reason. Insgesamt bekommt ihr 14 Songs zu hören, die euch vom ersten Ton an ein Grinsen ins Gesicht zaubern werden!


PKEW PKEW PKEW – „Optimal Lifestyles“ (Big Scary Monsters) [Stream]
Schon verrückt: bei der Mailanfrage schnell mal reingeklickt und kurz angehört, dann direkt gelöscht. Keine Ahnung, warum. Damals wahrscheinlich mit allem leicht überfordert gewesen. Aber dank hartnäckiger und charmanter Promotion erreichte mich dann per analoge Post doch noch das zweite Album der kanadischen Band PKEW PKEW PKEW, die mir bisher eigentlich gar nicht bekannt war. Und sobald die CD im Schacht vom Laser abgetastet wird und die ersten Töne erklingen, macht sich gute Laune breit. Melodischer US-Emo-Indierock mit deutlicher Punk-Kante schwappt aus den Lautsprechern. Stellt euch eine punkigere Mischung aus den Strokes und Gaslight Anthem vor, addiert noch ein wenig hymnischen Geist von Bands wie z.B. The Hold Steady (deren Frontmann an den Aufnahmen mitgewirkt hat), zuletzt kommt noch etwas Melancholie á la Get Up Kids und Samiam oben drauf, dann habt ihr’s ungefähr. Zudem lassen die persönlichen Texte aufhorchen, die sich mit dem alltäglichen Wahnsinn und den Lebensumständen in Toronto – stellvertretend für Städte überall auf der Welt – beschäftigen. Dabei kommen Dinge zur Sprache, die wahrscheinlich all jenen aus der Seele sprechen, welche sich ein Leben abseits des „Normalen“ ausgesucht haben. Was ist wohl der optimale Lifestyle? Geld scheffeln, sich bis zum Burn-Out abrackern und dabei eine Maske des schmierigen und verlogenen Lächelns aufsetzen? Oder eben, Spaß haben, in einer Punkband ein eben solches Verhalten kritisieren und sich den bösen Blicken der Nachbarn aussetzen? Wenn man sich die zunehmende soziale Kälte innerhalb der Gesellschaft, die fortschreitende Gentrifizierung und die nicht enden wollende Mietpreissteigerungen so anschaut, dann erkennt man klar, dass deutlich mehr Leute die Welt mit dem bereichern sollten, was eben nicht die große dicke Kohle bringt. Dadurch würde die Welt sicher ein kleines bisschen okayer werden. Genau das sind Themen, die auf Optimal Lifestyles angesprochen werden. Die Songs machen jedenfalls durchgehend Spaß: Mt. Alb eignet sich zum wild rumspringen, bei Point Break gibt’s ’n cooles Saxophon zu hören, mit Everything’s The Same gibt’s ’ne Klavierballade zum Entspannen und der Rest ist Punkrock mit emotionalem Einschlag, den man sich nicht entgehen lassen sollte.


Rowan Oak – „Hope And Ruin“ (Fond Of Life Records) [Stream]
Die zweite EP der Band Rowan Oak dürfte soundtechnisch bei so manchem Jahrtausendwenden-Emo-Fan das Glückshormonskarussell ankurbeln, zudem erscheint das Ding neben der digitalen Version als hübsch aufgemachte 12inch mit B-Seiten-Siebdruck. Nach der schon starken 2015er EP mit drei Songs kommt nun endlich neuer Stoff, diesmal noch einen kleinen Ticken druckvoller abgemischt. Mit diesen fünf neuen Songs zeigt das Quartett, dass Spielfreude und Leidenschaft noch längst nicht verflogen sind. Bereits der Opener Build/Burn zaubert mit seinen herrlichen Gitarren und dem kraftvollen und dennoch zerbrechlichen Gesang ein breites Grinsen ins Gesicht. Wenn die treibenden Drums und rotierenden Gitarren dann einen Gang runterschalten und alles etwas leiser wird, fällt einem erstmals der Bass auf, der schön gegenspielerisch sein eigenes Ding durchzieht. Die Anteile an Melancholie und Härte sind bestens aufeinander abgestimmt, an den Songarrangements gibt’s absolut nichts zu meckern. Und dann immer wieder diese stimmungsvollen leisen Passagen, wie z.B. beim Song Better Self oder am Anfang von Dead In The Water. Hinzu kommen eingängige Refrains, die sich live bestens zum Mirgrölen eignen. Die persönlichen und sehnsüchtigen Lyrics passen hier natürlich wie die Faust aufs Auge. Wer Bands wie Texas Is The Reason, Sensefield, Jimmy Eat World zu seinen Faves zählt, der wird nach diesen fünf Songs lechzen!


Storyteller – „Time Flies“ (Uncle M) [Stream]
Es war einmal vor langer Zeit eine wilde Epoche, in der jeder, der ein Instrument auch nur halbwegs in der Hand halten konnte, als talentierter Hofnarr galt. In einem Dorf im Sachsenland schlossen sich daher einige Hofnarren zusammen und musizierten nach Lust und Laune. Der dargebotene Krach der Hofnarren verursachte nur Chaos, zudem kam es, dass die Tiere des Waldes sehr verstört waren. Zum Unmut der Bevökerung trug auch bei, dass sich die Musiker nur selten wuschen und deshalb nach nassem Hund stanken. Niemand war deshalb im Dorf mehr so wirklich glücklich über die räudigen Gesellen. Darum befahl der tyrannische König eines Tages, dass die Hofnarren fortan unter grausamen Foltermethoden ihr Instrument zu erlernen hatten und täglich in Honigmilch gebadet werden sollten, damit das künftige Publikum vom Geruch und der Musik betört all seine Gulden in den Hut der Musiker werfen würde. Alsbald beherrschten die Musiker ihre Instrumente bis zur Perfektion. Der einstige Krach verwandelte sich wie durch Zauberhand in zuckersüße Lieder mit hohem Unterhaltungswert und Melodien, die bald im ganzen Land bekannt waren. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute, nur in einer anderen Form…Storytellers drittes Studioalbum ist was für alle Fans von glattgebügeltem Pop-Punk, der mit den Charts liebäugelt und fast schon einen Ticken zu überproduziert klingt. Geht alles ziemlich gut ins Ohr, zudem sind die Jungs mit massig Herzblut dabei! Hört da mal rein, das hat irgendwie schon was!


V.A. – Big Scary Monsters 2018 Sampler (Big Scary Monsters) [Name Your Price Order]
Ich glaub, mein Schwein pfeift! Wie geil ist das denn! Ein Label-Vinylsampler sozusagen für umme, dazu kommt das Ganze auf einer hübschen Picture-12inch. Da muss man einfach eine abgreifen! Zumal mit den zwölf Songs ein schöner Überblick der letzten Veröffentlichungen auf dem Label gegeben ist, obendrauf gibt es ein paar exklusive Stücke zu hören. Die Bands: Get Up Kids, Martha, Doe, Pedro The Lion, Kevin Devine, Jamie Lenman, American Football, Delta Sleep, mewithoutyou, We Were Promised Jetpacks, Cursive und Cassels. Bei der Zusammenstellung der Songs hat man sich Gedanken gemacht, so ergibt sich ein ausgewogener Indie-Emo-Mix, die Stücke wirken von der Reihenfolge stimmig. Die A-Seite ist in schwarz-weißer Optik eher schlicht gestaltet, während die B-Seite mit einem farbenfrohen Artwork richtig schön ins Auge sticht! Für Vinylfans ein Leckerbissen!


 

Kind Kaputt – „Zerfall“ (Uncle M)

Erstmals kam ich mit der Band Kind Kaputt im Vorprogramm von Fjort in Berührung. Damals war die Band ganz frisch zusammengekommen, was man den Jungs auch auf der Bühne ein wenig anmerkte. Seit diesem ersten Aufeinandertreffen hat das Quartett im Jahr 2018 eine EP in Eigenregie veröffentlicht, welche mir noch nicht unter die Ohren gekommen ist. Nun, mit ihrem Debutalbum sind die Jungs jetzt also bei Uncle M gelandet. Der Digipack, der komplett ohne Plastik auskommt (mit Ausnahme der CD), kann sich schonmal sehen lassen.

Von der Optik her ist alles etwas düster gehalten, im Textheftchen zieht sich der Stil des Covers wie ein roter Faden durch, hier ist jedem Text ein schwarz-weiß-Foto gegenübergestellt. Das Albumcover-Motiv finde ich in Bezug auf den Albumtitel ganz gut gewählt, denn in jedem Dorf gibt es diese verratzten Kaugummiautomaten, meistens mit Brandlöchern übersät. Das war auch in meiner Kindheit schon so. Und wenn man dann dieses Ding mit einem Geldstück fütterte, um an einen der bunten Kaugummis zu kommen, war man anschließend ganz schön enttäuscht. Entweder kam gar nichts raus, oder die Kugel war so hart, dass man sich die Zähne daran ausbiss. Vor einigen Jahren hatte ich mal die Idee, einen Fotowettbewerb zu starten, an dem die Teilnehmer die übelsten Kaugummiautomaten ihrer Stadt knipsen und online übermitteln hätten sollen, um daraus dann eine Collage des Grauens zu erstellen. Aber wie so oft, wurde diese Idee aufgrund Antriebslosigkeit nie umgesetzt. Ich kam damals auf die Idee, weil diese verlotterten Kisten von Erwachsenen gar nicht wahrgenommen werden. Sie sind einfach da und werden übersehen. Nur Kinder könnten sogar eine Karte mit den Standorten aller Automaten ihres Wohnviertels anfertigen. Greif nach den bunten Kugeln und gib uns all Dein Geld! Die erste Berührung des Kindes mit dem kapitalistischen System. Tausche Geld gegen Schrott und Zuckerschock, finde Dich wieder im Alltagstrott einer kaputten Welt.

Kind Kaputt beschreiben auf Zerfall in zwölf Songs dieses Gefühl der Leere und Isolation, das sich ganz langsam in der Entwicklung vom Kind zum jungen Menschen einschleicht. Die deutschen Texte klingen aufgrund ihrer Thematik schön düster, sind aber schmuckvoll ausformuliert und mit sprachlichen Bildern angereichert. Auch die Musik klingt in ihrem Grundgerüst eher düster, gerade der an manchen Stellen stark angefuzzte Bass vermittelt zusammen mit den disharmonischen Gitarren eine gewisse Schwere. Diese Momente der Düsterheit werden aber immer wieder mit tollen Gitarrenriffs und eingängigen Refrains aufgelockert, so dass bei all der Melancholie doch ab und an die Sonne reinscheint. Im Grunde genommen vermischen Kind Kaputt Post-Hardcore mit etwas Post-Rock und Emo, ein Schuss Punkrock kann auch noch vernommen werden. Aufgrund des Gesangs und der Tatsache, dass deutsch gesungen wird, hat man natürlich Bands wie Fjort, Van Holzen oder frühe Casper-Sachen als Einflüsse vor Augen. Fazit: Abwechslungsreiches Songwriting, ausgeklügelte Songarrangements, eingängige Refrains und tolle Gitarrenriffs machen Zerfall zu einem kurzweiligen Album, das ihr unbedingt mal anchecken solltet.

8/10

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Bandsalat: Flowers And Shelters, Radura, Lafote, Loss & Ruin, ni., nulajednanulanula, Nuvolascura, Somewhere Underwater, Watch Me Rise

Flowers And Shelters & Radura – „Split“ (Non Ti Seguo Records u.a.) [Name Your Price Download]
Zwei italienische Screamo-Bands teilen sich dieses Release, jede Band steuert zwei Songs bei. Flowers And Shelters kommen aus Bozen und machen diesen typisch emotionalen Screamo, wie man ihn von Bands wie Raein, Loma Prieta oder Ojne gewohnt ist. Gesungen wird in der Landessprache, die Vocals kommen sehr intensiv und verzweifelt um die Ecke, da wird Rotz und Wasser geheult. Dazu wunderbare Gitarren und ein etwas schleppender, im Midtempo verorteter Sound. Radura kommen aus Mailand und schlagen musikalisch in die gleiche Kerbe, sind aber etwas melodischer unterwegs. Die italienischen Lyrics lassen sich auf der Bandcamp-Seite in der englischen Übersetzung nachlesen. Die Vocals klingen sehr sorgenvoll, überhaupt strotzen die zwei Songs nur so vor Melancholie, was im zweiten Song durch die gesprochenen Vocals und die bittersüße Gitarre besonders zur Geltung kommt. Spätestens jetzt wird es Zeit, mal den Backkatalog beider Bands zu checken. Dieses Release ist also wieder mal eine gute Gelegenheit, gleich zwei gute italienische Bands auf einen Schlag kennenzulernen!


Lafote – „Fin“ (Misitunes) [Stream]
Was will uns dieses Albumcover mit dem Frosch sagen? Wird es bald schöner Wetter, wenn der Frosch die grüne Leiter hochklettert? Verbessert sich die Gesamtsituation der Welt? Man weiß es nicht, aber vielleicht erschließt es sich im Verlauf des Albums. Lafote kommen aus Hamburg und haben deutsche Texte, die persönliche Alltagsgedanken in einer klar verständlichen Form wiedergeben, von verschlüsselten und kryptischen Verpackungen keine Spur, das wurde ja bereits mit dem Albumcover bedient. In der Bandbiografie erfährt man, dass das Trio bereits im Jahr 2013 gegründet wurde und dass es nach einer Tour mit Trümmer sogar erste Stimmen gab, die die Band als neue deutsche Post-Punk-Hoffnung abfeierten. Anstatt diese ersten Stimmen mit neuen Songs zu bedienen, ließen sich die Jungs lieber ein bisschen Zeit, so dass bis zum Erscheinen des Albums lediglich einige Konzerte gespielt wurden und eine Coverversion zu einer Die Sterne-Tribute-Compilation beigesteuert wurde. Gut so, ein bisschen mehr Entschleunigung würde uns allen mehr Lebensqualität bescheren! Nun, musikalisch wird feinster Post-Punk mit einer pumpenden Rhythmus-Maschine aus Bass und Schlagzeug geboten, die Gitarren und angespannten Vocals geben dem Sound noch die nötige Balance. Der Bass ist sehr eigenwillig und düster unterwegs, dennoch passt er sich gelegentlich den kurz eingestreuten Melodien an. Treibend und zappelnd, tanzbar und dissonant, krachig und melodiös. Auch wenn manche Passagen an die Sterne, Tocotronic oder Blumfeld erinnern mögen, klingen die elf Songs eher nach Washington DC oder New York, mir schwirrt da z.B. so Zeugs wie Antelope oder Fugazi im Kopf rum. Gerade auch deshalb, weil immer wieder melodische Momente mit eingebaut werden. Spannendes Ding, das solltet ihr mal anchecken!


Loss & Ruin – „Distance“ (DIY) [Name Your Price Download]
Bei Loss & Ruin handelt es sich um ein Duo, das in zwei räumlich doch stark voneinander entfernten Metropolen beheimatet ist, nämlich einerseits in Berlin und andererseits in London. Vermutlich wurde die Debut-EP auch deshalb auf den Namen Distance getauft. Nun, Loss & Ruin machen gefühlvollen Dreampop mit schönen reverblastigen Shoegaze-Gitarren und zuckersüßem Frauengesang. Die drei Songs plus die Remix Version des Hits Summer Is Over haben aufgrund ihrer melodischen Ausrichtung einen hohen Wiedererkennungswert. Für ein erstes Lebenszeichen schon recht ausgeklügelt. Erinnert ein bisschen an eine softere Version neuerer Turnover, auch die weiter unten vorgestellten Somewhere Underwater gehen in eine ähnliche Richtung. Was allerdings meiner Meinung nach ein Griff ins Klo war, ist der mit einem stumpfen Disco-Beat unterlegte Remix des eigentlich recht tollen Songs Summer Is Over, der damit richtig fies verunstaltet wurde. Dann schnell nochmal die Originalversion anhören!


ni. – „nOBLE iMPULSE. + nORMAL iNSANITY“ (tenzenmen) [Name Your Price Download]
Lange nicht mehr so’n schönes Gebolze mit überschnappenden Serienmörder-Vocals gehört? Dann hab ich was für euch. Das japanische Duo ni. lässt mit nOBLE iMPULSE. + nORMAL iNSANITY ein schönes Power/Emoviolence-Massaker von der Kette. Keifendes Straßenköter-Gebell trifft auf wild runtergezockte oldschool-Gitarren und heftiges Getrommel. Insgesamt 23 Songs in etwas knapp über acht Minuten sprechen für sich selbst. Wenn ich noch Skateboard fahren würde, dann wär das Ding hier mein ständiger Begleiter auf dem Walkman!


nulajednanulanula – „Mit Liebe aus Sudeten“ (DIY) [Name Your Price Download]
Nach einem emotionalen und eher ruhigeren Auftakt packt der darauffolgende Song gleich mal richtig heftig zu: wildes Geknüppel, leidendes Geschrei, tolle Gitarren und ein polternder Bass verschmelzen zu einem intensiven Gebräu aus Emoviolence, emotive Screamo, Emocore, Neocrust und Post-Hardcore, dabei kommen aber auch immer wieder ruhige instrumentale Parts zum Zug. Das laut/leise-Ding beherrscht das Quartett jedenfalls bis hin zur Perfektion. Insgesamt bekommt ihr neun Songs zu hören, die absolut in den Bann ziehen können. Die Band mit dem komplizierten Bandnamen kommt übrigens aus Prag/Tschechien, die Lyrics werden in der Landessprache gelitten und geheult. Die Musik strotzt von vorn bis hinten vor Melancholie, gleichzeitig kommt sie druckvoll und spannend um die Ecke. Der Schlagzeuger hat es echt drauf, der ist nach ’ner Live-Show sicher ganz schön fertig. Wahnsinn! Müsst ihr unbedingt anchecken!


Nuvolascura – „Selftitled“ (DIY/Zegema Beach Records) [Name Your Price Download]
Okay, darauf dürften manche von euch ziemlich gespannt gewartet haben. Die Band aus Los Angeles/Kalifornien startete ihren wilden Ritt unter dem Namen Vril, benannte sich dann irgendwann in Nuvolascura um und hat Mitglieder von SeeYouSpaceCowboy, Letters To Catalonia, Ghost Spirit, Heritage Unit und Curtains in den Reihen. Wenn man es genau nimmt, dann ist dieses Album hier das Debut unter neuem Namen. Elf Songs sind darauf zu hören, und die haben es in sich: intensiv, vertonte Verzweiflung, nervös bis zum Anschlag mit hektischen Drums, undurchschaubaren Songstrukturen, wilden Gitarrenrotationen und leidendem Frauengeschrei direkt aus dem Fegefeuer. Hinzu kommt eine satte Produktion (Jack Shirley mal wieder) und krasse Lyrics, denen die Verzweiflung der heutigen Lebensumstände ins Gesicht geschrieben stehen. Dieses Album ist ein unkontrollierbarer Ritt durch den Wahnsinn!


Somewhere Underwater – „Slowly & Safely“ (AdP Records) [Videos]
Die Spring Kills My Energy-7inch – im Jahr 2015 die erste Vinylveröffentlichung des Labels AdP Records – hat mich damals schon ziemlich beeindruckt. Hinter Somewhere Underwater steckte zu der Zeit der junge Franzose Julian Agot, der kurz vor den Aufnahmen zur 7inch von Bordeaux nach München zog und in seinem wahrscheinlich viel zu teuren 18qm-Apartment anfing, für sich selbst Musik zu machen. Wahrscheinlich hatte er damals auch aufgrund der überteuerten Miete auch einfach kein Geld mehr übrig, um mit der Münchner Schickeria um die Häuser zu ziehen und experimentierte deshalb lieber bei Brot und Wasser mit Noise, Dreampop und Shoegaze herum. Jedenfalls ist das ehemalige Soloprojekt mittlerweile zu einer vierköpfigen Band angewachsen und zur Schonung des Geldbeutels nach Nürnberg/Bamberg übergesiedelt. Mit Slowly & Safety folgt nun endlich das Debutalbum. Und das ist echt super geworden. Neun Songs in knapp 35 Minuten entführen Dich in eine laue Sommernacht, die Dir irgendwie vertraut vorkommt. Bittersüßer Dreampop mit viel Hall, shoegazigen Gitarren und 80er-New Wave-Synths treffen auf warmen Gesang und tolle Melodien, alles verpackt in ausgeklügelte Songarrangements. Es duftet nach abgemähten Sommerwiesen und Straßenstaub, der nach einem sommerlichen Gewitter durch den Regen aufgewirbelt wird. Ein sehr melancholisches Album, das ihr euch unbedingt mal anhören solltet!


Watch Me Rise – „Of Anxious Minds and Sleepless Nights“ (DIY) [Stream]
Wenn man mal etwas von der etwas dünnen Produktion absieht, dann hat die Debut-EP der Band Watch Me Rise durchaus ihren Reiz. Vier Jungs aus Frankfurt haben sich Ende 2017 zusammengetan, um mitreißenden Post-Hardcore zu machen. Und wie man anhand dieser ersten EP sieht, wurde dieses Vorhaben ganz passabel umgesetzt. Den fünf Songs hört man jedenfalls trotz der Nähe zu Bands wie z.B. Touché Amore oder La Dispute eine gewisse Eigenständigkeit an, was wohl am abwechslungsreichen und spannenden Songwriting liegt. Immer wieder wird man mit melancholischen Gitarrenriffs oder intensiven Refrains mit leidenschaftlich gescreamten Vocals überrascht, das Grundgefühl stimmt hier einfach und natürlich kommt dieser Stimmung die pure Spielfreude und Leidenschaft der Bandmitglieder zugute, die eigentlich vom ersten Ton an permanent zu spüren ist. Checkt das mal an und behaltet die Band mal im Auge!


 

Cave Raver – „Dark Times And Loose Ends“ (lifeisafunnything)

Jeder Mensch braucht eine Höhle, in die er sich verkriechen kann, wenn es ihm schlecht geht oder er einfach niemanden um sich rum haben möchte. Andere Höhlenliebhaber wiederum verkriechen sich in höhlenartige, muffige Kellergewölbe, um kreativ zu sein und Musik zu erschaffen. Eine Mischung aus diesen zwei Höhlentypen scheinen die Mitglieder der Band Cave Raver zu sein. Diesen Eindruck bekommt man zumindest beim ersten Hörkontakt mit der Band. Während die Nadel in der Rille flitzt und man mit dem Textblatt bewaffnet die persönlichen und nachdenklichen Lyrics studiert, bemerkt man ziemlich schnell, dass man sich eigentlich schon selbst in einer Höhle befindet und die Musik von Cave Raver wie eine Glocke über dem Kopf für eine etwas über zwanzig Minuten dauernde Auszeit von was-auch-immer sorgt. Und diese Momente sind ja so verdammt wichtig! Während sich alles immer noch schneller zu drehen scheint und alle rastlos und ohne Pause immer weiter in einen riesigen Wasserstrudel eingezogen werden, muss von Zeit zu Zeit die Bremse gezogen werden.

Und wie das immer bei lifeisafunnything-Releases so ist, trifft der Sound von Cave Raver mal wieder voll und ganz meinen Geschmack, so dass aus der zwanzigminütigen Auszeit ruckzuck eine dreistündige wird. Die 12inch hat echt Suchtpotenzial! Das Trio macht nämlich eine ziemlich geile Mischung aus Emocore, Post-Punk, Post-Rock, New Wave, Shoegaze und etwas Post-Hardcore. Durch abwechslungsreiches Songwriting, ausgeklügelte Songarrangements, experimentelle Soundspielereien und eingängige Refrains kommt jedenfalls nicht mal ein Hauch von Langeweile auf, die sechs Songs laufen in einem Rutsch durch. Während die drei Songs der A-Seite etwas zugänglicher sind, wird es auf der B-Seite etwas düsterer und experimenteller. Was sich wie ein roter Faden durch alle Songs zieht, ist die melancholische Grundstimmung. Die Gitarren haben immer so einen leichten Reverb drauf, der Bass knarzt schön und der Gesang pendelt zwischen resigniert gesprochenen und verloren wirkenden Passagen und zerbrechlich gesungenen Melodiebögen. Bei allen Songs fällt dieser steigernde Spannungsaufbau auf, an welchem der Schlagzeuger maßgeblich beteiligt ist. Bei Cave Raver spielen übrigens zwei Leute der Stuttgarter Band Mahlstrom mit, das erklärt vielleicht, wie es kommen kann, dass ein Debutrelease gleich so gelungen und durchdacht rüberkommt, wie es bei Cave Raver der Fall ist. Wenn ihr Playlist-taugliche Songs sucht, dann empfehle ich von der A-Seite das vielschichtige Pure Joy, von der B-Seite wäre Hive Mind mein Favorit. Dennoch rate ich euch, Dark Times And Loose Ends in einem Stück zu hören, am Besten auf Vinyl.

Insgesamt wurden 300 Platten gepresst, 100 davon mit weißem Vinyl und blauer Innenhülle, 200 mit schwarzem Vinyl und weißer Innenhülle. Auch beim Textblatt wird mit den Farben weiß und blau gespielt, genauso wie beim Albumartwork. Die von Svenja Kirsch angefertigte Illustration zeigt einen 3D-Schnitt eines Berges, vermutlich ein Vulkan. Was sich wohl genau hinter dem Tunnelsystem verbirgt? Sicher ist, dass die Kugeln in einen Kreislauf eingebunden sind, aus welchem es aufgrund der Anziehungskraft schwer wird, auszubrechen. Der Berg könnte symbolisch für die Erde stehen, das Tunnelsystem könnte den von der Gesellschaft vorgegebenen Weg symbolisieren, während die schwarzen Kugeln metaphorisch für die Erdenbewohner stehen könnten. Gefangen in der Endlosschleife. Es wird Zeit, auszubrechen!

8,5/10

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